Review | Torchwood – 2×05 | Adam

TORCHWOOD

„Adam“


Erstausstrahlung DE: 08. Juli 2009
Erstausstrahlung UK: 13. Februar 2008

Drehbuch: Catherine Tregenna
Regie: Andy Goddard
Produktion: Russell T Davies, Julie Gardner, Richard Stokes, Chris Chibnall

Captain Jack Harkness: John Barrowman
Gwen Cooper:
Eve Myles
Ianto Jones:
Gareth David-Lloyd
Owen Harper:
Burn Gorman
Toshiko Sato:
Naoko Mori
Rhys Williams:
Kai Owen


Durch den Cardiff-Riss gelangt ein Wesen ins Torchwood-Institut, das die Gabe besitzt, Menschen künstlich geschaffene Erinnerungen zu implantieren. Auf diese Weise überzeugt das Alien die Torchwood-Mannschaft, das es „Adam Smith“ heißt und seit Jahren Mitglied des Teams ist. Durch Adams Manipulationen wird aus dem selbstsicheren Owen ein schüchterner Eigenbrötler, Tosh stürzt sich in eine leidenschaftliche Affäre mit Adam, und Jack kann sich endlich wieder an Fragmente seiner Kindheit auf der Boeshane-Halbinsel erinnern. Um seine Tarnung aufrecht zu erhalten, schreckt Adam vor nichts zurück: Als Ianto misstrauisch wird, weil in seinen persönlichen Aufzeichnungen Adam niemals erwähnt wurde, pflanzt Adam ihm die Erinnerung ein, ein Frauenmörder zu sein. Diese grauenvolle Vorstellung treibt Ianto in den Wahnsinn. Jack, dem Ianto sich schließlich anvertraut, ist jedoch felsenfest davon überzeugt, dass dieser niemals zu derartigen Verbrechen fähig wäre. Jack versucht herauszufinden, was wirklich im Torchwood-Institut vor sich geht. Doch dabei ist ihm Adam Smith stets einen Schritt voraus … (Text: RTL II)


Anmerkung: Diese Review wurde ursprünglich 2009 veröffentlicht. Sämtliche zeitorientierten Diskrepanzen und/oder altbackenen Anspielungen sind mit einem Lächeln zu genießen.

Inhalt: Plötzlich gibt es ein neues Mitglied im Torchwood-Team, doch im Gegensatz zu dem Zuschauer scheinen alle anderen ihn schon seit Jahren zu kennen. Des Rätsel Lösung: Ein Gedankenmanipulator ging allen wortwörtlich „auf den Geist“.

Review

(Episode 2.05 tritt aufgedonnert aus dem Badezimmer)

Klapo: „Torchwood, was ist los mit Dir? Du hast Dich ja so aufgetakelt!“

Torchwood: „Haha, danke! Heute ist mal wieder ‚All you can fuck’ in der Schwulenkneipe. Da wollte ich ja nicht wie Ianto hingehen, der sich mit der Halskette im eigenen Intimpiercing verheddert hat! – Bin ich wirklich so geil?“

Klapo: „Hervorragend! Alleine die Idee mit den 5(!) Nebenhandlungen wird den Leuten ein Lächeln aufs Gesicht zaub… cum-shooten! Wie der Gedächtnismanipulator nacheinander die persönlichen Hintergrundgeschichten des Teams umschreibt, war wirklich gelungen und so spannend, dass ich für 50 Minuten glatt vergessen habe, was für ein durchschnittliches Scheißluder Du die letzten Folgen gewesen bist!“

Torchwood: „Noch mal: DANKE! Wie hat es Dir denn gefallen, dass Jacks traurige Kindheit im 51. Jahrhundert etwas beleuchtet wurde? Vor allem von so viel Sonne mit so hübschem Sand darunter?“

Klapo: „Ganz großes Kino, Alter! Kinoiger ist selbst Steven Spielberg inzwischen nicht mehr! Rein künstlerisch sehr gut gelungen! Optisch und von der Bildaufteilung her sehr nett und auf eine ästhetische Weise unaufdringlich! Ich kann gerade gar nicht so viel Schleim produzieren, wie ich herausseiern möchte. – Vor allem das Ende, an dem Jack alle Erinnerungen an seinen Vater opfert, um dem Mental-Parasiten die Nahrung zu entziehen, war mal etwas anderes als inhaltliches ‚Kiss, Kiss, Bang, Bang’. Und immerhin hast Du ja früher sogar ganzen Episoden diesen Titel gegeben!“

„Mit so einem durchsichtigen Täuschungsmanöver brauchst Du mir gar nicht erst zu kommen! Ich behaupte weiterhin, dass du in dieser Haft ALLE Vitamine und Mineralstoffe bekommst, die du benötigst.“ – Jetzt hat Jack ihm doch noch fast was weggeguckt: Das kommt halt davon, wenn man zu viel von diesem neumodischen Trendprodukt „Wasser“ trinkt! Mit dunkleren Flüssigkeiten (Bier, Rotwein) wäre das nicht passiert.

Torchwood: „Und als Ianto plötzlich Fake-Erinnerungen an seine angebliche Zeit als Frauenmörder aufgedrückt bekam? War das ein bisschen übertrieben, wie er zusammenbrach, danach sogar aus dem Magen und wirklich daran glaubte?“

Klapo: „Wenn du schon immer etwas gut konntest, dann es zu (über)treiben! Nein, war genau richtig. Besser mal so ein Psycho-Hammer, als ein Alien mit drei Köpfen und Bluterkrankheit. Fand auch Owens Wandel vom Zyniker zum Überbraven (und zurück) sehr nett. Ebenso Gwens Wiederentdeckung ihres kurzzeitig vergessenen Verlobten und Toshi in glücklich! Habe mich kaum eine Sekunde gelangweilt und wenn, dann nur mit schlechtem Gewissen.“

Torchwood: „Du Schlingel bringst mich ja ganz in Überlegenheit! Mein Pillermann wird schon ganz rot! Hätte ich denn noch irgendwas besser machen können?“

Klapo: „Das Ende fühlte sich ein bisschen seltsam getimed an, so nach dem Motto ‚Wieso geht die Geschichte jetzt noch weiter?’, aber das ist kleinliches Shitpicking…“

So, jetzt aber noch mal ohne Anführungszeichen ausgeführt: Diese Folge bietet eine unheimliche, psychische Bedrohung, die darauf basiert, dass der Zuschauer stets mehr weiß (= Der Typ gehört da nicht hin) als die Charaktere (= Ob ich wohl sein Typ bin?). So was kann zwar schnell öde werden, ist hier aber schön gelöst und mit 5 kleinen Substorys zusammengelötet. – Schön, wenn ein Drehbuchautor auch mal was Größeres im Haushalt basteln kann!

Wie die Figuren am Ende mit dem Kopf auf die Tischplatte fielen und unter Schmerzen und lecken Tränendrüsen in ihre korrekten Erinnerungen zurückfanden (Die echten waren ja nicht alle wirklich knorke), war schon ein erhebender Moment. Und DAS will wirklich was heißen, da dieser immerhin durch einen peinlich-psychedelischen Bildschirmschoner und Jack als fragwürdigen Rückführungs-Therapeut hervorgerufen wurde.


Fazit

Was ist erlebte Realität und was verfälschte Erinnerungen? Wenn ihr an dieser Stelle nur GLAUBEN würdet, weiter oben ein langweilig-begeistertes Review gelesen zu haben, wäre das genau so real wie wirklich erlebtes Lobhudel-Gelaber. ICH fand die Folge zumindest spitze. Kann ich mich bitte an ALLE bisherigen Episoden in dieser Art erinnern? – Brainwash-Benny, könntest DU bitte mal kurz…?


Bewertung: 4 von 5 TARDISse

 

 

 


Diese Review ist im Original auf Zukunftia.de zu finden!



 

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Daniel Klapowski
Redakteur
Daniel Klapowski ist Chef-Redakteur von Zukunftia.de, Klei— Feingeist und zudem ein weltberühmter Kenner auserlesener Weine unter zwei Euro. So lautet ein Auszug aus seiner legendären Sammlung von Trinksprüchen: „Fusel aus dem Karton so fein, hilft beim schnellen strulle sein. Prost!“.
Daniel Klapowski

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Daniel Klapowski ist Chef-Redakteur von Zukunftia.de, Klei— Feingeist und zudem ein weltberühmter Kenner auserlesener Weine unter zwei Euro. So lautet ein Auszug aus seiner legendären Sammlung von Trinksprüchen: „Fusel aus dem Karton so fein, hilft beim schnellen strulle sein. Prost!“.
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