Review | Torchwood – 2×04 | Fleisch (Meat)

TORCHWOOD

„Fleisch“
(„Meat“)


Erstausstrahlung DE: 01. Juli 2009
Erstausstrahlung UK: 06. Februar 2008

Drehbuch: Catherine Tregenna
Regie: Colin Teague
Produktion: Russell T Davies, Julie Gardner, Richard Stokes, Chris Chibnall

Captain Jack Harkness: John Barrowman
Gwen Cooper:
Eve Myles
Ianto Jones:
Gareth David-Lloyd
Owen Harper:
Burn Gorman
Toshiko Sato:
Naoko Mori
Rhys Williams:
Kai Owen


Rhys Williams, der Freund von Gwen, wird zu einer Unfallstelle gerufen, an der ein Lastwagen seiner Firma verunglückt ist. Zu Rhys’ Verwunderung sieht er dort auch Gwen, die mit einigen anderen Torchwood-Mitgliedern die Ladung des LKWs inspiziert. Da Rhys von Gwens ungewöhnlichem Beruf nichts weiß, kann er sich keinen Reim auf die Geschehnisse machen. Als er später Gwen eine SMS schickt, in der er den Vorfall andeutet, erhält er nur eine ausweichende Antwort. Inzwischen hat Torchwood herausgefunden, dass der verunglückte LKW mit Fleisch beladen war, das von einer außerirdischen Lebensform stammt. Die Spur führt die Ermittler zu einer alten Fabrik. Rhys gelingt es, sich an Gwens Fersen zu heften und sie zu der Fabrik zu verfolgen, wo sie sich mit Jack Harkness trifft. Bevor Rhys mehr erfahren kann, wird er plötzlich von zwei Männern überwältigt und ins Innere des verwinkelten Gebäudes gebracht. Wie sich herausstellt, halten die Männer in einer Lagerhalle einen außerirdischen „Wal“ gefangen. Soviel Fleisch sie dem Koloss auch aus dem Körper schneiden, es wächst innerhalb kürzester Zeit wieder nach. Für die Männer ist ihre Entdeckung eine wahre Goldgrube – und Rhys soll als Ersatzmann für den beim Unfall getöteten Fahrer den Transport des Alien-Fleisches übernehmen … (Text: RTL II)


Anmerkung: Diese Review wurde ursprünglich 2009 veröffentlicht. Sämtliche zeitorientierten Diskrepanzen und/oder altbackenen Anspielungen sind mit einem Lächeln zu genießen.

Inhalt: Das Torchwood-Team trifft auf Gammelfleischanbieter, die ihre Ware von einem riesigen Alien herunterschneiden, auf dem der Speck ständig nachwächst. Leider ist auch Gwens Verlobter involviert…

Review

Ein riesiges außerirdisches Wesen, das als lebender Fleischproduzent dient? Und da regen sich andere über (Gammel)Fleisch auf, das ein paar Tage zu lange auf der Fensterbank gereift ist!

Der walähnliche Klops ohne Wahl, dafür aber mit der schönsten Stimme, seit es Musik für Esoteriker gibt, war natürlich die Hauptattraktion dieser Folge. Wie der singende Klumpen da festgekettet in Stücke geschnetzelt wurde, das trieb glatt dem böswilligsten Fleischfresser das vegetarische Grünzeug zwischen die Zähne! Und dann das traurige Ende! „Mega-Titan totgespritzt“ hätte die BILD-Zeitung wohl getitelt und hätte gefühlstechnisch damit sogar noch Unterstatement betrieben.

Weniger schön waren aber die bösen Fledder-Fleischer, die hier allerdings mehr wie Bergarbeiter mit Grubenlampe zu Werke gingen. „Es ist nur Fleisch!“ wiederholt der Fieseste von ihnen so lange, bis auch der letzte Zuschauer, der sein Gehirn bereits für die Herstellung von Aldi-Mettwurst verschachert hat, dem Schwarz/Weiß-Denken abschwört und danach NUR noch dem Schwarzdenken fröhnt. – Überhaupt: Torchwood jagt jede Woche die dollsten Aliens, sieht sich aber außerstande, ein paar Hackebeilträger zu überwältigen oder einen Bescheid mit dem Stempel des Gesundheitsamtes herauszuschicken. Okay, diese Männer waren bewaffnet, aber gegen die männliche Beule in Jacks Unterhose wirkten die Pistölchen ja doch eher wie Pfefferstreuer.

Musste man sich erst stundenlang aufteilen, die Nase inspizierend in den Handtuchhalter stecken, einen Außenstehenden einbeziehen, um sich dann DOCH erwischen zu lassen wie nächtliche Ausflügler in der Jugendherberge? Gingen die Gangster denn nie nach Hause, um Mutter und Kind zu schlagen? Hätten man ihnen des Abends nicht ein Klavier auf den Kopf fallen lassen können, wenn sie aus der Lagerhalle getreten wären? Was hat so eine Alienjägertruppe eigentlich für einen Sinn, wenn diese keine Unterstützung anfordern kann und alle 2 Wochen in deutlicher Unterzahl und hilflos vor einem Bus mit Rentner-Aliens auf einer Kaffeefahrt zur Erde herumsteht?

„Verdammt, diese Arbeit bereitet mir echt moralische Probleme! Darf ich das Fleisch beispielsweise noch als Leberwurst verkaufen, wenn ich versehentlich die Galle erwischt habe?“ – Das berühmte Monster von „Loch“ Ness: Hier ist es zu sehen mit dem Neuen im Team. Er heißt Peter Hacke. Wir Kollegen nennen ihn aber einfach nur liebevoll Hackepeter…

Musste man am helllichten Tag eine Geiselnahme riskieren, obwohl diese im orangefarbenen Abendlicht zumindest viel hübscher ausgesehen hätte? Und war das abschließende Einschläfern der Kreatur wirklich notwendig? Das schien mir eher so, als wollte man noch ein trauriges Ende herbeischreiben, nachdem die Grillparty-Szene mit dem Alienfleisch wohl wieder rausgeschnitten worden ist („Oma, das Fleisch schmeckt aber komisch!“ – „Nach dem Krieg wären wir froh gewesen, wenn wir jemanden hätten essen können, der auch nur diesen Kommentar abgegeben hätte!“).

Und der starke Fokus auf Rhys (Gwens Verlobter) ging mir ebenfalls auf einen Sack, um den der Weihnachtsmann mich glatt beneiden würde! Okay, der Mann war ein Slang-sprechender Normalo, der Lkw fährt und auf der Autobahn die rechte Spur verpestet, damit die Überholer die Landschaft auf dieser Seite nicht mehr sehen können. Irgendwie war er ja schon sympathisch mit all seinen dicken Wohlstandsbäuchen (einem) und seiner naiven Auffassung der Torchwood-Arbeit, die er mit allen Mitgliedern des Teams gemeinsam hat. Aber wenn DAS als Charakterfolge durchgeht, gehe ich doch lieber wieder in mein örtliches Hallenbad, wo ich vor ein paar Tagen eine Beinahetrennung auf Schwimmbahn Nummer 2 belauschen durfte.

Immerhin hatte Ianto zwei coole Momente, und damit meine ich ausnahmsweise nicht, dass er Unmengen von Eiskaffee serviert hätte…


Fazit

Schöne (Alien)Idee trifft auf öde Umsetzung. Praktisch „Fleischiges Lieschen“ versus „Spontanbesuch Gesundheitsamt“. Wenn man eben auf Ekel- und Mitleidfaktor gleichzeitig setzt, geht das emotionale Grundgefühl des Zuschauers irgendwann nur noch Gassi. Und wieder war mir die Story wieder ein paar Minuten zu lang. Wo sind nur die guten alten 20-Minuten-Folgen aus der Trickfilmbranche, wenn man sich gerade nach ihnen verzehrt? (Würg. Habe irgendwie gar keinen Hunger!?)


Bewertung: 2,5 von 5 TARDISse

 

 

 


Diese Review ist im Original auf Zukunftia.de zu finden!



 

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Daniel Klapowski
Redakteur
Daniel Klapowski ist Chef-Redakteur von Zukunftia.de, Klei— Feingeist und zudem ein weltberühmter Kenner auserlesener Weine unter zwei Euro. So lautet ein Auszug aus seiner legendären Sammlung von Trinksprüchen: „Fusel aus dem Karton so fein, hilft beim schnellen strulle sein. Prost!“.
Daniel Klapowski

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Daniel Klapowski ist Chef-Redakteur von Zukunftia.de, Klei— Feingeist und zudem ein weltberühmter Kenner auserlesener Weine unter zwei Euro. So lautet ein Auszug aus seiner legendären Sammlung von Trinksprüchen: „Fusel aus dem Karton so fein, hilft beim schnellen strulle sein. Prost!“.
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