Rezension | Doctor Who – Im Angesicht des dreizehnten Doctors | Comic

„Im Angesicht des dreizehnten Doctors“

„ Im Angesicht des dreizehnten Doctors“
Erstveröffentlichung: 23.04.2018
Format: Softcover
Seiten: 144
Autor: Jody Houser James Peaty, u.a.
Zeichner:  Rachael Stott, Pasquale Qualano, u.a.
ISBN-13: 978-3741612374

Mit dem Dreizehnten Doctor geht die Geschichte des Timelords in eine neue Dimension. Jodie Whittaker hat im TV die Nachfolge von Peter Capaldi angetreten und dem Doctor einen komplett neuen Erzählkosmos eröffnet. Natürlich feiert der Dreizehnte Doctor auch in den Comics sein Debüt, aber bis die neue Serie richtig beginnt, verfolgen wir erst einmal den Weg zum neuen Doctor mit Rückblicken, philosophischen Betrachtungen zu einem unendlichen Leben mit vielen Leben und der Beziehung des Doctors zur Erde und zu seinen Begleitern. Dieser Band ist alles andere als ein gewöhnliches Doctor Who-Abenteuer. Er ist die Essenz des Doctors, betrachtet aus den Augen des Dreizehnten Doctors, umgesetzt von all den Kreativen, die künftig die Geschicke des Timelords lenken werden. Den Auftakt macht in dem Band eine Geschichte mit dem Zehnten, Elften und Zwölften Doctor – sie markiert den Übergang zu den Comic-Abenteuern des Dreizehnten Doctors! Auf zum Dreizehnten Doctor!


Rezension

Wenn große Veränderungen anstehen, kann es immer vorkommen, dass etwas einen Neustart benötigt. Und dennoch bedeutet auch ein Neustart Besinnung auf all das, was zu diesem Ereignis geführt hat. Denn man sollte stets etwas aus der Vergangenheit lernen, um die Zukunft besser gestalten zu können. Im Fall der Reihe „Doctor Who“ ist es nun ein Band 0, der die aktuellste und bisher größte Veränderung in der Seriengeschichte einleitet. „Im Angesicht des dreizehnten Doctors“.

Der zehnte Doktor macht einen kurzen Zwischenstopp mit Gabby und Cindy, der allerdings mitten in einem gefährlichen biologischen Waffentestgebiet endet. Danach sieht er jemanden auf einem Raumschiff, der durch ein Portal treten möchte, muss dann aber zu Mickey und Rose.
Der elfte Doktor trifft gleichzeitig auf getarnte Kampfroboter und wütende Protoformen und befindet sich inmitten eines Krisengebiets. Dann folgt eine kurze Episode, in welcher er sich mit Würfeln langweilt und daher ein Portal übersieht.
Der zwölfte Doktor trifft auf ein uraltes Volk von Traumschnitzern, die nicht einsehen wollen, dass sie nicht mehr existieren. Mit Nardole und Missy in einem Aufzug muss er sich danach entscheiden, ob er eine Fremde rettet, oder doch lieber Bill.
Anschließend folgen 13 kurze Episoden, in denen jeder Doktor – auch der Kriegsdoktor – nochmals seine Persönlichkeit zeigen kann, während der zwölfte Doktor in den dreizehnten regeneriert.

Es macht tatsächlich Sinn, noch einmal zu rekapitulieren, bevor man sich auf ein völlig neues Abenteuer einlässt. Das ist etwas, das die Macher dieses Comics erkannt haben und sehr routiniert umsetzen. Verschiedene Strömungen an Geschichten und Persönlichkeiten vereinigen sich an einem Punkt in Raum und Zeit und lassen einen neuen, diesmal weiblichen Doktor entstehen. So mancher Fan, der die erste Fernsehstaffel mit dem dreizehnten Doktor gesehen hat, würde sich vielleicht wünschen, dass der aktuelle Showrunner ebenso vorgegangen würde, wie das bunte Sammelsurium an Autoren und Illustratoren, die diesen Band mitgestaltet haben. Lediglich die Illustrationen des vierten Doktors sind vielleicht etwas zu viel des Guten, zu viel von Cartoon und Slapstick. Davon aber einmal abgesehen ist „Im Angesicht des dreizehnten Doktors“ ein Band, wie man ihn sich nur wünschen kann. Es bleibt zu hoffen, dass die Abenteuer der ersten weiblichen Inkarnation ebenso gelungen starten, wie dieser Band – und dadurch die richtigen Akzente setzen.

„Im Angesicht des dreizehnten Doctors“ ist ein Gemeinschaftswerk vieler Autoren und Illustratoren, um noch einmal die aktuellen und die früheren Inkarnationen des Doktors Revue passieren zu lassen um zum dreizehnten überzuleiten. Das gelingt hervorragend und ergibt einen perfekten 0. Band. Man kann nur hoffen, dass in diesem Stil fortgefahren wird und so vielleicht auch jene überzeugt werden können, die von der aktuellen Fernsehstaffel nicht ganz überzeugt waren.


Diese Rezension ist im Original bei Janetts Meinung zu finden.



 

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Stefan Cernohuby
Redakteur
Geboren 1982 in Wien, studierte Elektronik und ist nach einem mehrjährigen arbeitsbedingten Auslandsaufenthalt wieder in seiner Heimatstadt ansässig. Er war er zwei Jahre lang als leitender Redakteur für ein internationales Magazin ist auch heute noch als (Chef)Redakteur für mehrere bekannte deutschsprachige Onlineredaktionen aktiv. Zudem hat er bereits sieben Anthologien herausgegeben und zahlreiche weitere Werke veröffentlicht.
Stefan Cernohuby

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Geboren 1982 in Wien, studierte Elektronik und ist nach einem mehrjährigen arbeitsbedingten Auslandsaufenthalt wieder in seiner Heimatstadt ansässig. Er war er zwei Jahre lang als leitender Redakteur für ein internationales Magazin ist auch heute noch als (Chef)Redakteur für mehrere bekannte deutschsprachige Onlineredaktionen aktiv. Zudem hat er bereits sieben Anthologien herausgegeben und zahlreiche weitere Werke veröffentlicht.

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