Rezension | Doctor Who – Der Piratenplanet | Buch

Der Piratenplanet

Doctor Who – „Der Piratenplanet“
Erstveröffentlichung: 30.01.2017
Format: Taschenbuch
Seiten: 400
Autoren: James Goss, Douglas Adams
Übersetzung: Andrea Blendl

 

Unter der Regentschaft des geheimnisvollen „Captain“ ist Zanak ein zufriedener und wohlhabender Planet. Meistens. Wenn es in den Mienen keine wertvollen Mineralien und Edelsteine mehr zum Schürfen gibt, genügt es völlig, dass der Captain ein Neues Goldenes Zeitalter verkündet, und sie füllen sich wieder. Ein Wirtschaftswunder – also kann da offensichtlich etwas nicht stimmen.


Rezension

Der Doctor hat sich an seine neue Begleiterin Romanadvoratrelundar, kurz Romana (und keinesfalls Romy) noch nicht richtig gewöhnt. Denn sie ist eine Time Lady in Ausbildung und möchte alles nach Vorschrift machen – oder im Bezug auf die TARDIS sogar nach Handbuch. Etwas, das der Doctor – genauer gesagt seine vierte Inkarnation mit dem Hut und dem viel zu langen Schal – überhaupt nicht gutheißt. Die beiden sind auf der Suche nach den unterschiedlichen Splittern des Schlüsels der Zeit. Gerade haben sie den ersten errungen, nun suchen sie nach dem zweiten auf dem Planeten Calufrax. Doch obwohl Romana die TARDIS nach Vorschrift landet, scheint es sich um den falschen Planeten zu handeln.
Denn auf diesem findet sich ein seltsames Volk, dass zwar Gold und Edelsteine in rauen Mengen besitzt, jedoch kaum Nahrungsvorräte. Die beiden erfahren, dass es auf dem Planeten, der Zanak genannt wird, regelmäßig wiederkehrende Zeitalter des Wohlstands gibt, in denen wertvolle Mineralien oder Metalle einfach vom Himmel fallen. Der Doctor verfolgt dies zum Kapitän zurück, dem Herrscher des Planeten. Dieser ist ein Cyborg, der kaum mehr etwas Menschliches an sich hat. Romana, der Roboterhund K-9 und der Doctor finden dabei die schockierende Wahrheit heraus, woher all die Rohstoffe kommen und der Leser findet heraus, warum die Geschichte „Der Piratenplanet“ heißt. Doch tatsächlich steckt noch weit mehr hinter der Angelegenheit…

Der vorliegende Roman wurde selbstredend nicht von Douglas Adams verfasst, da dieser leider bereits seit 2001 tot ist. Der englische Schriftsteller und Produzent James Goss, der im Nachlass von Douglas Adams auf drei unterschiedliche und sehr detaillierte Entwürfe des Drehbuchs zur gleichnamigen Episode stieß, sah sich geradezu gezwungen, die verschiedenen Abschnitte in Romanform zu bringen. Herausgekommen ist ein spannender Roman zu Doctor Who, dessen Grundtenor eigentlich immer satirisch ist. Auch mit Anspielungen auf Douglas Adams große Werke wird nicht gegeizt. K-9 erfreut sich beispielsweise daran, dass der Doctor-Master seinen Antrieb um 42 Prozent verbessert hat. Und auch in einer Szene als der Doctor und Romana sich zur Flucht aufmachen, behauptet er, dass sie sich einen Unfall auf einer intergalaktischen Umgehungsstraße näher ansehen müssten.
Davon einmal abgesehen ist die Geschichte erstaunlich vielschichtig. Und wie bei einer Zwiebel legt man als Leser Schicht für Schicht weiter frei, bevor man schlussendlich auf den Kern der Handlung stößt. Und obwohl die Umsetzung insgesamt doch mehr als nur ein wenig von der TV-Version abweicht, ist das Werk sehr gut gelungen. Vieles kann man auch auf das begrenzte Budget zurückführen, das mit Sicherheit Probleme bei einem über und über mit Gold und Juwelen bedeckten Planeten bekommen hätte. Fans des Doctors und seiner Romana … und Romane können hier bedenkenlos zugreifen.

„Der Piratenplanet“ ist eine sehr aktuelle Umsetzung verschiedener Entwürfe von Douglas Adams für die TV-Episode der Reihe „Doctor Who“ in Romanform. James Goss, der sich bereits in der Vergangenheit mit Kurzgeschichten und Romanen für die Reihe hervorgetan hat, konnte nun mit diesem Roman ein Highlight abliefern. Fans des Doctors solllten sich diesem Werk unbedingt widmen.


Diese Rezension ist im Original bei Janetts Meinung zu finden.


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Stefan Cernohuby
Redakteur
Geboren 1982 in Wien, studierte Elektronik und ist nach einem mehrjährigen arbeitsbedingten Auslandsaufenthalt wieder in seiner Heimatstadt ansässig. Er war er zwei Jahre lang als leitender Redakteur für ein internationales Magazin ist auch heute noch als (Chef)Redakteur für mehrere bekannte deutschsprachige Onlineredaktionen aktiv. Zudem hat er bereits sieben Anthologien herausgegeben und zahlreiche weitere Werke veröffentlicht.
Stefan Cernohuby

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Geboren 1982 in Wien, studierte Elektronik und ist nach einem mehrjährigen arbeitsbedingten Auslandsaufenthalt wieder in seiner Heimatstadt ansässig. Er war er zwei Jahre lang als leitender Redakteur für ein internationales Magazin ist auch heute noch als (Chef)Redakteur für mehrere bekannte deutschsprachige Onlineredaktionen aktiv. Zudem hat er bereits sieben Anthologien herausgegeben und zahlreiche weitere Werke veröffentlicht.

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Christian Horn Recent comment authors
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Christian Horn
Dalek

Das Hörspiel kann ich nur empfehlen….