Rezension | Doctor Who – Das Netz der Angst | Mediabook, DVD & Blu-ray


Mit “Das Netz der Angst” betritt Polyband in zweierlei Hinsicht Neuland: Einmal ist es das erste Mediabook einer klassischen Doctor Who Folge, die sowohl Blu-ray als auch DVD beinhaltet (was man bisher nur von den Mediabooks von Pandastorm kannte), andererseits ist es das erste Mal eine Folge, die nicht komplett ist und wo die fehlende dritte Episode durch eine Animation rekonstruiert wurde. Zum Glück hat der Publisher hier aber nicht auf etwas verzichtet, sondern präsentiert uns diese Folge des zweiten Doktors so umfassend, wie sie es verdient. Wir werfen einen Blick auf das Release.

„Doctor Who – Das Netz der Angst“ könnt Ihr hier als Mediabook bestellen.


Doctor Who – Das Netz der Angst

Veröffentlichungsdatum:
25. März 2022
Darsteller:
Patrick Troughton, Frazer Hines, Deborah Watling,
Nicholas Courtney, Jack Watling
Bildformat:
4:3

Ton:
DTS HD 2.0
Sprachen:
Deutsch | Englisch
Untertitel:
Deutsch | Englisch

Laufzeit:
150 Minuten

FSK:
12
EAN:
4006448366551


Aufmachung & Inhalt

Das Mediabook ist dem etablierten Design von beispielsweise “Kriegsspiele” & “Das Grab der Cyberman” nachempfunden und reiht sich in diese Reihe perfekt ein. Wenn man das Buch öffnet, findet man im Inneren eine Blu-ray und zwei DVDs. In der Mitte des Mediabooks findet man die Seiten des Booklets mit Vorwörtern von Gary Russell, Tina Packer und Mark Ayres sowie Infos zu den Episoden und dem Bonusmaterial.

Der exklusiv bei Amazon erschienen “Limited Special Edition” liegen neben den drei Disks, außerdem noch ein Autogramm von Tina Packer (Anne Travers), ein Wendeposter, ein Zeitungsartikel, eine 3D-Lenticularkarte, ein Camera Script zu Episode 1, ein Pappaufsteller und eine Klappbox, in der alles seinen Platz findet, bei. Auf der Rückseite des Mediabooks findet man die Nummer der Limitierung (1-2000). Die Autogrammkarte der Special Edition ist außerdem zusätzlich nummeriert (1-333). Hier hat Polyband diesmal auch drauf geachtet, dass man bei Autogrammkarte und Mediabook dieselbe Zahl bekommt und nicht zwei verschiedene Limitierungszahlen wie in früheren Boxen.

Auf der Blu-ray befinden sich die sechs Episoden mit Episode 3 wahlweise als Animation in Farbe, Schwarz/Weiß oder im Bonusmaterial als Telesnap Rekonstruktion. Die Rekonstruktion ist ebenfalls unter anderem mit einer deutschen Tonspur versehen und verfügt sogar über einen deutschen Erzähler, sofern man dies auswählt. Auf der ersten DVD befinden sich die Episoden 1-6 mit der Animationsepisode in Schwarz/Weiß, sowie den Telesnap Rekonstruktionen, auf der zweiten hingegen das Bonusmaterial und die Animationsepisode in Farbe.

Folgendes Bonusmaterial ist vorhanden:

  • Episode 3 Telesnap Rekonstruktion (Wahlweise mit englischem oder deutschem Erzähler)
  • Die verlorene Zeit – Die fehlenden Jahre
  • Die vielen Stimmen des Jack Woolgar
  • In den Tunneln (Making-of: Das Netz der Angst)
  • Der Shapeshifter Animationsprozess
  • Das Netz der Angst Teaser
  • Trailer
  • Bildergalerie

Menü

 

Das Menü ist optisch ansprechend dargestellt, mit Szenen aus der Folge im Hintergrund und vier bis fünf Hauptmenüpunkten, über die man wahlweise alles abspielen kann, zu der Episodenauswahl kommt, das Bonusmenü starten, die Trailer abrufen oder die Spracheinstellungen öffnen kann.


Bild

Das Bild basiert auf der britischen Blu-ray und DVD Veröffentlichung und glänzt durch eine tadellose Restaurierung und Aufarbeitung. Natürlich zeigt es auch die typischen Krankheiten, die sich durch die Art der Aufnahme – auf Videotapes statt Filmband – selbst in der DVD Verarbeitung nicht vermeiden lassen. Dies ist aber der Produktion zu Schulden und darf somit bei der Beurteilung nicht ins Gewicht fallen.

Die Blu-ray enthält eine neue Aufarbeitung des Filmmaterials. Hier darf man natürlich, was die Bildqualität angeht, auch keine Wunder erwarten. Dennoch bietet das HD-Remaster eine deutlich sichtbare Aufwertung des Bildes im Vergleich zur DVD.

Die Animationsrekonstruktion von Episode 3 hebt sich natürlich davon ab. Hierfür wählte man eine Computeranimation mit Motion-Capture Technik, um die Bewegungen der Schauspieler, die für diesen Zweck die Szenen zum Originalton nachspielten, originalgetreu animieren zu können. Diese Episode ist natürlich in HD produziert und zeigt sich sowohl in Farbe als auch in Schwarz/Weiß von bester Bildqualität.


Ton & Untertitel

Die Tonspuren liegen sowohl in der deutschen, als auch der englischen, Version im DTS 2.0 Format vor. Die Telesnap Rekonstruktion von Episode 3 ist ebenfalls in beiden Sprachen vorhanden und hat sogar eine Version mit deutschem Erzähler spendiert bekommen.

Es liegen englische und deutsche Untertitel vor.


Synchronisation

Es dürfte kein Zweifel mehr daran bestehen, dass Michael Schwarzmaier auf den zweiten Doktor ebenso gut besetzt ist wie auf seinen anderen Doktoren. Auch die übrigen Mitglieder des deutschen TARDIS-Teams, David Schulze (Jamie) und Jodie Blank (Victoria), treffen ihre Figuren im genau richtigen Anstrich.

Besonders ist in dieser Folge das Casting um den Brigadier Colonel Alistair Gordon Lethbridge-Stewart, der hier seinen chronologisch ersten Auftritt hat. Bisherige Sprecher dieser Figur, die fest zur Ära des dritten Doktors gehört, aber bis zum Ende der Serie mit dem 7. Doktor und später sogar bei den Sarah Jane Adventures auftauchte, konnten nicht reaktiviert werden, da Klaus Kindler bereits verstorben ist und Alexander Allerson sich im Ruhestand befindet. Aus diesem Grund trat hier nun Achim Barrenstein die Nachfolge des Sprechers des späteren Brigadiers an und überzeugt direkt. Die Wahl dürfte durchaus schwer gewesen sein, da Lethbridge-Stewart nicht von ungefähr ein Fan-Favorit ist, sondern dies vor allem seinen vielen Facetten zuzuschreiben ist. Die Figur ist gleichzeitig autoritär als auch sanft – humorvoll, aber streng, beweist Herz und manchmal auch Engstirnigkeit. All das muss der deutsche Sprecher natürlich auch übertragen und das scheint Barrenstein hier in dieser Folge, wo Stewart natürlich noch nicht das volle Ausmaß dieser späteren Facetten darstellt, mit Bravour zu meistern. Da kann man sich auf weitere Abenteuer mit dem Brigadier freuen. Vor allem wenn im Herbst “Die Maschine des Bösen” erscheint, wo auch erstmals der Delgado-Master eine deutsche Stimme erhalten wird. Man darf gespannt sein.

Positiv stechen auch noch Gordon Piedesack als Edward Travers und Marco Sven Reinbold hervor: Ersterer in der Rolle des Professor Travers, der wie der Schauspieler im Original seine natürliche Stimme älter drückt. Dieser Schauspieler wurde für die Rolle auf alt getrimmt, da er bereits in “The Abominable Snowmen” in derselben Rolle auftrat, obwohl die Folge viele Jahre zuvor spielte. Zweiterer gibt als fast schon Comic-Relief Evans eine herrlich verspielte Comedy-Rolle ab.

Mal wieder eine rundum gelungene deutsche Fassung.

Eine Auflistung der deutschen Sprecher sowie weitere Infos findet ihr hier im Synchron-Forum.


 Fazit

“Das Netz der Angst” ist zurecht eine hochgelobte Folge, die mit ungewöhnlichen Monstern, tollen Nebendarstellern und einer spannenden Geschichte überzeugt. Die liebevolle Animation weiß aufgrund ihrer Machart (Computeranimation mit Motion-Capture) nicht jeden zu überzeugen, versprüht aber auch ihren eigenen Charme und wirkt deutlich lebendiger als die 2D-Flash Animationen vergangener Folgen. Das deutsche Release ist vollgepackt mit Extras und alternativen Fassungen, dass man hier ein Komplettpaket bekommt, welches in keinem Doctor Who Regal fehlen sollte.



 

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André McFly
Gründer & Chefredakteur
Ich bin seit über 10 Jahren Doctor Who Fan und hatte 2013 die Idee für eine deutsche Doctor Who Reviewseite. Über die Jahre hat sich der Whoview allerdings zu mehr als nur einer Reviewseite entwickelt und so schreibe ich heute vor allem News und Rezensionen. Ich bin auch jährlich auf der Timelash als Presse zu Gast und veröffentliche meine Eindrücke hier auf der Seite. Fernab von Doctor Who betreibe ich mehrere Podcasts, mache Musik und versuche mich als Autor.
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André McFly

Ich bin seit über 10 Jahren Doctor Who Fan und hatte 2013 die Idee für eine deutsche Doctor Who Reviewseite. Über die Jahre hat sich der Whoview allerdings zu mehr als nur einer Reviewseite entwickelt und so schreibe ich heute vor allem News und Rezensionen. Ich bin auch jährlich auf der Timelash als Presse zu Gast und veröffentliche meine Eindrücke hier auf der Seite. Fernab von Doctor Who betreibe ich mehrere Podcasts, mache Musik und versuche mich als Autor.
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