Review | Torchwood – 1×09 | Das sechste Auge (Random Shoes)

TORCHWOOD

„Das sechste Auge“
(„Random Shoes“)


Erstausstrahlung DE: 06. Mai 2009
Erstausstrahlung UK: 10. Dezember 2006

Drehbuch: Jacquetta May
Regie: James Erskine
Produktion: Russell T Davies, Julie Gardner,
Richard Stokes, Sophie Fante, Chris Chibnall

Captain Jack Harkness: John Barrowman
Gwen Cooper:
Eve Myles
Ianto Jones:
Gareth David-Lloyd
Owen Harper:
Burn Gorman
Toshiko Sato:
Naoko Mori
Rhys Williams:
Kai Owen


Der junge Eugene Jones wird Opfer eines Unfalls mit Fahrerflucht. Danach ist Eugene zwar körperlich tot, doch sein Geist ist noch äußerst lebendig. So kann er vor Ort miterleben, wie das Torchwood-Team am Unfallort eintrifft und mit der Untersuchung beginnt. Da Eugene zeitlebens außerirdische Artefakte gesammelt hat, liegt für Gwen und ihre Kollegen der Schluss nahe, dass Aliens auch bei seinem Tod ihre Finger im Spiel hatten. Im Laufe ihrer Ermittlungen stellt Gwen fest, dass Eugene als Kind ein Objekt geschenkt bekam, bei dem es sich um das Auge eines Außerirdischen gehandelt haben könnte. Die Kette unglücklicher Umstände, die zu Eugenes Tod führte, begann, als der junge Mann sich entschloss, das Auge in einer Internet-Auktion zu versteigern. Dabei erregte Eugene ungewollte Aufmerksamkeit bei der falschen Art von Interessenten … (Text: RTL II)


Anmerkung: Diese Review wurde ursprünglich 2008 veröffentlicht. Sämtliche zeitorientierten Diskrepanzen und/oder altbackenen Anspielungen sind mit einem Lächeln zu genießen.

Inhalt: Ein Nerd namens Eugene stirbt bei einem Autounfall und läuft als Geist dem Torchwoodteam hinterher.

Review

…Und schon rauschen wir in wertungstechnische Niederungen, die ganz klar „outside the government, beyond the police“ sind, um es mit den Worten des Serienvorspanns zu sagen.

Statt einer Episodenbeschreibung soll uns hier mal die Charaktereckpunkte des Verstorbenen genügen: Es geht um einen schüchternen Nerd, der als Kind von seinem Lehrer eine hässliche Plastikkugel geschenkt bekommen hat und seitdem glaubt, dass dies das Sehorgan eines toten Aliens ist. – Des weiteren fotografierte Eugene zu Lebzeiten ganz gerne… Füße mit seinem Handy. Und er tat gut daran, denn dieses eigenwillige Hobby hilft letztendlich, die Umstände seines Todes aufzuklären. Wie gut, dass er nicht auf eingewachsene Fingernägel oder Gaumenspalten spezialisiert war…

Eugene war schon länger ein Fan des Torchwoodteams, dem er an Einsatzstellen auflauerte, um Gwen aufgeregt von der letzten Voyagerfolge zu erzählen… Unaufmerksame Zuschauer werden hier vermuten, dass der Mann bereits zu diesem Zeitpunkt ein Geist war, denn die vom Team geschenkte Aufmerksamkeit war nicht messbar größer als in seinem späteren „Ghost-Modus“… Was noch? Ach ja: Eugene verkauft seinen Plastik-Pinöckel für 15.000 Pfund auf Ebay, dies allerdings nur an seine beschränkten Kumpels, denen man beim schicksalshaften Autounfall die Rolle der Zusatzhindernisse gewünscht hätte…

Klein-Eugen hat außerdem eine dicke Mutti, die ganz toll weinen kann, eine bekloppte Steinsammlung und einen missratenen kleinen Bruder, für den ich als Geist sofort die Fähigkeit der Materiebeeinflussung trainieren würde. – Fachbereich „Löffel lang ziehen“. Eugene hatte auch Probleme mit Frauen, scheint aber als Geist kein Problem zu haben, sich neben Gwen ins Bett zu kuscheln und sich das Ektoplasma aus seinem astralen Fortpflanzungsorgan zu rubbeln.

Stundenlang sitzt er dann bei Mrs. Pferdegebiss im Wagen, guckt verliebt drein und freut sich, dass die Alienjägerin tagelang Zeit für den Unfalltod eines Nerds hat, der Star Trek anscheinend nur deswegen nicht schaute, weil ihm das schon wieder viel zu realistisch war.

„Mutti, weine nicht! Ich bin gar nicht wirklich tot! Ich habe nämlich meine Gehirnwellen gesehen, die der Notarzt gleich nach meinem Ableben gemessen hat! Es waren genau der selbe, piepsende Strich wie in den letzten 20 Jahren!“ – Freudentränen: Mutti ist eigentlich ganz froh, dass sie endlich die gesammelten „Alienprothesen“ im Kinderzimmer entsorgen kann. Vermutlich fängt sie mit dem „Alienarm“ an (ein Eichenast, leicht brüchig) und arbeitet sich schnell bis zum „Außerirdischen Schniedelwutz“ (einer leeren Küchenpapierrolle) vor…

In einem der letzten Rückblicke sehen wir Eugen, wie er das Auge runterschluckt, um es vor einem gierigen Rowdy zu schützen. Vor lauter Freude um diesen genialen Schachzug, für den er der Premierminister einer jeden Gummizelle hätte werden können, rennt Eugene über ein Feld und lässt sich von einem roten Auto übermöllern. – Ja, das ist der Stoff, aus dem die Bestseller im Autobiografie-Regal geschrieben werden!

Tja, und wie bewerten wir das alles? – Meine persönliche Meinung: Wer mit 20 Lebensjahren noch einen verunfallten Flummi als Alfs Glasauge anbetet, kann im Falle des eigenen Todes eigentlich noch von einer äußerst milden Strafe ausgehen… Und was das Interesse an seiner Person angeht, halte ich es genau, wie die meisten seiner Bekannten nach seinem Tod: „Eugene… whoooo?“

Auf Seiten der Effekte hat es nicht mal für einige coole „Durch Leute und Sachen lauf“-Einstellungen gereicht. Hier muss ein sekundenschnelles Durchstoßen von Gwens Schulter bis zum Rest der Folge reichen, um uns zu sagen, dass wir hier „Ghost – Nachricht von Sam“ in der intellektuell verkürzten Deppenfassung sehen. – Zu allem Übel darf Eugene am Ende auch noch als leuchtenden Geistwesen in den Himmel schweben, um die bedrückende Erkenntnis der letzten Folge („Nach dem Tod ist GAR NIX, Schluchz!“) mal eben gerade auszumerzen. Kurz zuvor muss er in einem plötzlichen Anfall von Körperlichkeit jedoch noch Gwen von der Straße schubsen, die ebenfalls beim Verkehrserziehungsunterricht in der 1. Grundschulklasse das Thema „Autos machen Aua!“ geschwänzt hat…

Fazit

Grässlicher Low-Budget-Scheiß um einen toten Irren, welcher nicht mal witzig ist. Da sehe ich mir lieber Alienlesben beim Abonnieren der EMMA an.


Bewertung: 0 von 5 TARDISse

 

 

 


Diese Review ist im Original auf Zukunftia.de zu finden!


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Daniel Klapowski
Redakteur
Daniel Klapowski ist Chef-Redakteur von Zukunftia.de, Klei— Feingeist und zudem ein weltberühmter Kenner auserlesener Weine unter zwei Euro. So lautet ein Auszug aus seiner legendären Sammlung von Trinksprüchen: „Fusel aus dem Karton so fein, hilft beim schnellen strulle sein. Prost!“.

Daniel Klapowski

Daniel Klapowski ist Chef-Redakteur von Zukunftia.de, Klei— Feingeist und zudem ein weltberühmter Kenner auserlesener Weine unter zwei Euro. So lautet ein Auszug aus seiner legendären Sammlung von Trinksprüchen: „Fusel aus dem Karton so fein, hilft beim schnellen strulle sein. Prost!“.
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