Review | Torchwood – 1×07 | Timeo Danaos… (Greeks Bearing Gifts)

TORCHWOOD

„Timeo Danaos…“
(„Greeks Bearing Gifts“)


Erstausstrahlung DE: 15. April 2009
Erstausstrahlung UK: 26. November 2006

Drehbuch: Toby Whithouse
Regie: Colin Teague
Produktion: Russell T Davies, Julie Gardner, Richard Stokes, Chris Chibnall

Captain Jack Harkness: John Barrowman
Gwen Cooper:
Eve Myles
Ianto Jones:
Gareth David-Lloyd
Owen Harper:
Burn Gorman
Toshiko Sato:
Naoko Mori
Rhys Williams:
Kai Owen


Owen und Gwen gehen Toshiko und den anderen mit ihrer ständigen Flirterei in der Torchwood-Zentrale gehörig auf die Nerven. Deshalb beschließt Toshiko, sich eine Auszeit in einem Pub zu gönnen. Dort lernt sie eine Frau namens Mary kennen, die von sich behauptet, außerirdische Artefakte zu sammeln. Mary weiß augenscheinlich alles über Toshiko und das Torchwood-Institut. Den Grund dafür präsentiert sie Toshiko in Gestalt eines kleinen Anhängers, der seinem Träger telepathische Kräfte verleiht. Beim Ausprobieren des Schmuckstücks stellt Toshiko zu ihrer Überraschung fest, dass Mary ihr gegenüber romantische Absichten hegt. Die beiden landen schließlich miteinander im Bett – doch Toshiko wird das Gefühl nicht los, dass Mary ihr einiges über sich und den Anhänger verschweigt. Dieser Verdacht erhärtet sich, als Mary auffälliges Interesse an einem alten Skelett und einem außerirdischen Artefakt zeigt, die vor kurzem von Torchwood ausgegraben wurden … (Text: RTL II)


Anmerkung: Diese Review wurde ursprünglich 2008 veröffentlicht. Sämtliche zeitorientierten Diskrepanzen und/oder altbackenen Anspielungen sind mit einem Lächeln zu genießen.

Inhalt: Nachdem das Team ein zerfetztes Skelett mitsamt einer seltsamen Apparatur gefunden hat, trifft Toshiko ihre Traumfrau. Ein lesbischen Schäferstündchen und ein Gedankenlesehalsband später ist die Geschichte dann auch schon am Ende…

Review

Nichts gegen Homos, oder gar gegen -sexuelle. Wenn ich eine Frau wäre, würde ich es mir sogar verbitten, heterosexuell genannt zu werden! – Aber inzwischen wirken die gay’schen Abenteuer der Torchies doch reichlich übertrieben. Da muss man ja als Stock-Hetereosexueller ja fast Angst vor einem Outing haben! Angeblich hatte der Schöpfer, Russell T. Davis, ja bereits vorab die Devise ausgegeben, jeden der Charaktere mal an dem Geschlechtsteil schnüffeln zu lassen, aus dem er selber pinkelt. Nach den Folgen 1 & 2, dieser hier sowie den Schwuli-Trailern der zweiten Staffel möchte man allerdings langsam mal wieder etwas sehen, was langfristig auf die Gewährung von Kindergeld hinauslaufen könnte…

Und um Toshs plötzliches Bi-Outing zu verstehen, müsste man auch als Zuschauer wenigstens ansatzweise etwas positives für Maria empfinden. Doch das gelingt eher weniger, wenn man nicht gerade am Borderlinesyndrom leidet und genau das hasst, was man liebt. Schließlich ist Maria eine rauchende(!) Lesbe(!) mit dunkel geschminkten Augen(!), die gefühlskalt(!) im Bett sitzt, während Tosh sich erschrocken die Bettdecke um jede Brust einzeln wickelt, da sie nach einer durchsexten Nacht ja nun plötzlich wieder im Fernsehen zu sehen ist. Ja, Maria ist von der ersten Szene an so offensichtlich „böse“, dass man beim Gedankenlesen nicht mal ihren Klappentext beenden müsste, um das zu wissen…

Und dann noch diese überflüssige Inkompetenz, die alle paar Minuten aus dem Team tropft wie ein Betrunkener aus der Hose! – Tosh rezitiert beispielsweise in einer Bar auf Anfrage („Ich habe Dich im Internet gesehen. Geheimes Einsatzkommando?“) ihre letzten 37 Einsatzberichte gegenüber einer Fremden. Ferner untersucht sie weder die Gedankenlesekette wissenschaftlich, noch erzählt sie ihrem Team davon. – Aber dass man in dieser Serie die Alienartefakte permanent mit nach Hause nimmt (z.B. einen schönen Uranstab oder etwas Hochexplosives), ist ja schon seit Folge 1 chronisch…

Und Gwen und Owen? Sind noch immer frisch verliebt und nehmen in ihrer jugendlichen Verspieltheit das halbe Hauptquartier mit umhergeworfenen Gegenständen auseinander, während Jack seine Chaotentruppe ziemlich egal ist und er einfach klugscheißerisch – bis zu seinem nächsten Einsatz – dauergrinst. Was mit Gwens eigentlichem Boyfriend ist? Nun, der ist halt voll doof, weil er nicht bei Torchwood arbeitet (für mich ab jetzt aber eigentlich ein Merkmal für gehobene Intelligenz) und wird daher diesmal nicht gezeigt und vermutlich sogar ZU RECHT betrogen…

“Hey, Babe! Der Sex mit Dir war ja wirklich prima, aber was meintest Du die ganze Zeit mit ‚Olalvelkehl‘?“ – Junge Pute süß-sauer beim Chinesen: Wenn man morgens aufwacht und plötzlich merkt, dass man bisexuell ist, ist das schon ein Schock für’s Le(s)ben. Da KANN man gar nicht anders, als der Blonden alles zu erzählen, was man weiß! Und solange Toshiko redet, merkt sie wenigstens nicht so dieses neue, pelzige Gefühl auf der Zunge…

Owen, gegen den ich einen Menschenfresser durchaus für menschlich sympathisch halten würde, scheint von Obduktionen außerdem nicht besonders viel Ahnung zu haben und sich häufiger mal zu irren. Nach „Doctor House“ sollte so etwas eigentlich nicht mehr vorkommen… Und Ianto ist nach 2 Folgen immer noch nicht über den Tod seiner Freundin hinweg und schreibt – wenn auch nur in Gedanken – eine verschwurbelte Traueroper: „Pain so constant, like my stomach’s full of rats.“ – Aah jaaa… Nagetiere. Was auch sonst? (*Rattengift in seinen Kaffee schütt*) Fehlte eigentlich nur noch, dass Tosh ihre verkommene Schlampe mit ins Hauptquartier schleppt. – Öh. Moment mal! Das fehlte ja gar nicht…

Alles in allem eine selbstverliebte, pflichtvergessene und schlecht ausgebildete Truppe, der ich nicht mal eine Hausschildkröte anvertrauen würde, geschweige denn ein ganzes Haus oder gar eine Stadt! Der Grundplot (= Wir lesen Gedanken und erschrecken uns, dass alle uns doof finden), wurde bereits bei Buffy lustiger behandelt und führte dort wenigstens zu einer konkreten Geschichte. Hier jedoch gilt es nach 20 Minuten mal gerade, einem durchgedrehten Familienvater einen Golfschläger über den Kopf zu ziehen, weil der spontan seine eigene Familie über den Haufen schießen wollte. Stichwort: „It’s Okay, it’s just like falling asleep. Then we will be together! Forever!“ (*Klock*)


Fazit

Öde, aufgesetzt, unnötig. Ein Charakterdrama, eingeprügelt mit dem Holzhammer seinem Stiel, für die diversen Lesbenspiele. Nach der bisherigen Durchschnittswertung von gerade mal 2,5 TARDISsen nicht unbedingt das, worauf man gewartet hat. Bei Pro.7 hätte ich den Mist spätestens ab jetzt ignoriert. Aber in meinem privaten Rezensionswunderland ist die nächste Drecksepisode ja stets nur einen Knopfdruck entfernt… (*Nächste Folge start*)


Bewertung: 1 von 5 TARDISse

 

 

 


Diese Review ist im Original auf Zukunftia.de zu finden!


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Daniel Klapowski
Redakteur
Daniel Klapowski ist Chef-Redakteur von Zukunftia.de, Klei— Feingeist und zudem ein weltberühmter Kenner auserlesener Weine unter zwei Euro. So lautet ein Auszug aus seiner legendären Sammlung von Trinksprüchen: „Fusel aus dem Karton so fein, hilft beim schnellen strulle sein. Prost!“.

Daniel Klapowski

Daniel Klapowski ist Chef-Redakteur von Zukunftia.de, Klei— Feingeist und zudem ein weltberühmter Kenner auserlesener Weine unter zwei Euro. So lautet ein Auszug aus seiner legendären Sammlung von Trinksprüchen: „Fusel aus dem Karton so fein, hilft beim schnellen strulle sein. Prost!“.
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