Rezension | Doctor Who – Kriegsspiele | Mediabook DVD


Nachdem sich Polyband zuletzt an die „Sarah Jane Adventures“ gewagt hatte und dessen Pilotfolge eine deutsche Synchronisation spendierte, segelt man nun wieder zurück zur klassischen Doctor Who Serie. Als nächste Veröffentlichung hat man sich dort „Kriegsspiele“ herausgepickt. Eine Folge, die aus mehreren Gründen eine besondere und auch wichtige Folge für die gesamte Serie ist. Sie markiert einerseits sowohl die Abschiede des zweiten Doktors, als auch die dessen Begleiter, Jamie und Zoe. Außerdem ist sie die letzte Folge, die in schwarz-weiß gedreht wurde, führte zum ersten Mal das Volk des Doktors unter dem Titel „Time Lords“ ein, zeigt eine Regeneration (zumindest so ungefähr) und ist, mit seinen 10 Episoden, die zweitlängste Folge der gesamten Serie – und die längste noch vollständig erhaltene, da neun der zwölf Episoden von „The Daleks’ Master Plan“ verschollen sind. Der Umfang der Folge ist auch der Grund, warum die 10 Episoden dieser Folge hierzulande ursprünglich aufgeteilt in drei Volumes erscheinen sollten. Aus lizenzrechtlichen Gründen musste Polyband allerdings die ursprüngliche Planung über Bord werfen und die Folge in einer Komplettbox anbieten – weswegen ihr nun ein schönes Mediabook spendiert wurde, welches an die Veröffentlichungen von Pandstorm erinnert. Und das war genau die richtige Entscheidung!

„Doctor Who – Kriegsspiele“ könnt Ihr hier auf DVD bestellen.


Doctor Who – Kriegsspiele

Veröffentlichungsdatum:
28. Juni 2019 (Mediabook)

Darsteller:
Patrick Troughton, Frazer Hines, Wendy Padbury, Philip Madoc
Bildformat:
4:3

Ton:
Dolby Digital 2.0
Sprachen:
Deutsch | Englisch
Untertitel:
Deutsch | Englisch

Laufzeit:
250 Minuten

FSK:
12
EAN:
4006448769406


Aufmachung & Inhalt

Das Mediabook kommt dem Design der von Pandastorm bekannten Mediabooks recht nah. Die leichten Unterschiede auf dem Buchrücken, sowie die goldene Variante des Logos, fallen zwar auf – aber kaum ins Gewicht. Wenn man das Buch öffnet, findet man im inneren drei DVDs. In der Mitte des Mediabooks findet man das die Seiten des Booklets, mit Bildern und Infos zu den Folgen und dem Bonusmaterial. Außerdem befinden sich dort exklusiv für diese Veröffentlichung verfasste Vorwörter von Michael Schwarzmaier (Deutscher Synchronsprecher der ersten sieben Doktoren) und Mark Ayres (Komponist).

Neben den drei Disks liegen außerdem noch ein Poster der „War Map“, ein Postkartenset, sowie eine 3D-Lentikularkarte bei. Auf der Rückseite des Mediabooks findet man die Nummer der Limitierung (1-2500).

Auf der ersten DVD befinden sich die Episoden 1-5, auf der zweiten hingegen die Episoden 6-10. Das gesamte Bonusmaterial ist auf der dritten DVD zu finden.

Folgendes Bonusmaterial ist vorhanden:

  • The Doctor’s Revisited: The Second Doctor
  • War Zone
  • Shades of Grey
  • Now and Then
  • The Doctor’s Composer
  • Sylvia James – In Conversation
  • Talking about Regeneration
  • Time Zones
  • Stripped for Action – The Second Doctor
  • On Target – Malcolm Hulke
  • Grußbotschaft von Frazer Hines
  • Bildergalerie
  • PDF-Material
  • Eastereggs
  • Trailer

Menü

 

Das Menü ist optisch ansprechend dargestellt, mit Szenen aus der Folge im Hintergrund und drei Hauptmenüpunkten, über die man wahlweise alles abspielen kann, zu der Episodenauswahl kommt, oder die Spracheinstellungen öffnen kann.


Bild

Das Bild basiert auf den britischen DVDs und glänzt durch eine tadellose Restaurierung und Aufarbeitung. Natürlich zeigt es auch die typischen Krankheiten, die sich durch die Art der Aufnahme – auf Videotapes statt Filmband – selbst in der DVD Verarbeitung nicht vermeiden lassen. Dies ist aber der Produktion zu schulden und darf somit bei der Beurteilung nicht ins Gewicht fallen.


Ton & Untertitel

Die Tonspuren der DVD liegen sowohl in der deutschen, als auch der englischen, Version im Dolby Digital 2.0 Format vor.  Außerdem ist eine (englische) Tonspur mit Audiokommentaren vorhanden.

Es liegen wieder englische und deutsche Untertitel für das gesamte Material, inklusive dem Bonus, vor.


Synchronisation

Und er hat es wieder geschafft! Inzwischen sollten meine Befürchtungen, die ich im Vorfeld immer dann hatte, wenn es darum ging, dass Michael Schwarzmaier einen „neuen“ Doktor sprechen darf, eigentlich nicht mehr auftreten … und doch schleicht sich meist ein kleiner „Aber was ist, wenn er dieses Mal nicht passt?“-Gedanke ein. Doch wie schon beim fünften, ersten und vierten Doktor stellten sich meine Befürchtungen als unnötig heraus. Ein letztes Mal muss mich der gute Michael allerdings dann nochmal überzeugen, wenn es zu deutschen Veröffentlichungen des dritten Doktors kommen sollte. Aber wir wollen mal in der Gegenwart bleiben:

Man könnte meinen, dass es Schwarzmaier mit dem zweiten Doktor besonders einfach haben sollte, da sich ihre Stimmen durchaus von Natur aus ähneln und diverse britische Stargäste auf der Timelash zuletzt mehrfach bekundet haben, dass Schwarzmaier auf Patrick Troughton am besten klingen würde. Aber es geht ja nicht nur um den Klang der Stimme, sondern auch die Art des sprechens und des Schauspiels. Der zweite Doktor hatte eine fascetttenreiche, nuschelige, teilweise gar schnoddrige Art zu sprechen und das sollte im besten Falle auch auf Deutsch rüberkommen. Und das tut es, wenn auch nicht so ausgeprägt wie im Original, was aber nur auffallen dürfte, wenn man die einprägsame Originalstimme im Ohr hat. Doch trotzdem stellte sich bei Kriegsspiele auf Anhieb etwas ein, was bei jedem anderen klassischen Doktor immer etwas Zeit brauchte – man hatte nicht ein Mal das Gefühl, dass die Stimme nicht zur Person gehören würde. Es mag an der Gewohnheit liegen, wo man inzwischen sogar den vierten Doktor mit Schwarzmaiers Stimme kennenlernen konnte – oder an der generellen Ähnlichkeit der Stimmen – aber man kann sich den britischen Gästen der Timelash nur anschließen.

Doch auch die Begleiter des Doktors mussten neue Stimmen verpasst bekommen. Jamie und Zoe hatten zwar bereits in den Synchronisationen der 90er Jahre deutsche Sprecher erhalten (Jamie sogar Zwei) – jedoch hat man sich entschieden hier neue Darsteller zu verpflichten. Was ein Segen ist, denn sowohl David Schulze, als auch Josephine Schmidt, passen so wunderbar auf ihre Charaktere, dass man auch hier gar nicht auf den Gedanken kommt, es würde sich nicht um die Originalstimmen handeln. Einziges (persönliches) Manko: Jamie ohne schottischen Akzent – daran musste ich mich erstmal gewöhnen. Da hatte ich schon beim Roman „Rad aus Eis“ Probleme mit, mir Jamie auf Deutsch – ohne Akzent – vorzustellen. 😉

Bei den Nebencharakteren bewies Metz-Neun Synchron auch wieder ein glückliches Händchen und besetzte alle Figuren plausibel mit guten Sprechern. Besonders Peter Weiß als Sicherheitschef sticht hier positiv heraus. Dessen prägnante Stimme verleiht dem verschrobenen Charakter genau den richtigen Ton und bereitet eine große Freude beim zuhören.

Die Produktion und Übersetzung ist wie gewohnt hochwertig und letztere orientiert sich auch an ihren bisherigen Arbeiten. So wird die TARDIS hier auch wieder, wie bereits zuvor in „Das Kind von den Sternen“ und „Der Film“ mit Trips aufgrund relativer Dimensionen im Sternenzelt übersetzt. Auf mich persönlich wirkt dies immer noch befremdlich und ich würde ein Time and relative Dimensions in Space bevorzugen, jedoch ist es doch positiv zu sehen, wenn dies mein einziger Kritikpunkt ist und dies dann auch noch ein so charmanter ist. Die Time Lords hingegen werden auch, wie aus der neuen Serie gewohnt, als eben solche bezeichnet und nicht als Zeitwanderer (Wobei eine kleine Zeitwanderer Erwähnung bestimmt niemandem weh tun würde 😉 )

Wie so oft schließe ich den Absatz über die Synchronisation äußerst positiv ab und mit der Lust auf mehr!

Eine Auflistung der deutschen Sprecher sowie weitere Infos findet ihr hier im Synchron-Forum.


 Fazit

„Kriegsspiele“ ist rundum gelungen. Es ist eine wichtige, eine besondere und eine lange Folge, die von Polyband genau die Veröffentlichung spendiert bekommen hat, die sie verdient. Man kann nur hoffen, dass weitere Polyband Veröffentlichungen von der klassischen Doctor Who Serie ebenfalls als Mediabooks im selben Design erscheinen werden. Die deutsche Synchronisation bietet einen deutlichen Mehrwert und das Bonusmaterial lässt sich auch nicht lumpen. Man darf sich schon auf die nächsten Releases freuen, die Polyband geplant hat!


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André McFly
Gründer & Chefredakteur
Ich bin seit über 10 Jahren Doctor Who Fan und hatte 2013 die Idee für eine deutsche Doctor Who Reviewseite. Über die Jahre hat sich der Whoview allerdings zu mehr als nur einer Reviewseite entwickelt und so schreibe ich heute vor allem News und Rezensionen. Ich bin auch jährlich auf der Timelash als Presse zu Gast und veröffentliche meine Eindrücke hier auf der Seite. Fernab von Doctor Who betreibe ich mehrere Podcasts, mache Musik und versuche mich als Autor.
André McFly

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Ich bin seit über 10 Jahren Doctor Who Fan und hatte 2013 die Idee für eine deutsche Doctor Who Reviewseite. Über die Jahre hat sich der Whoview allerdings zu mehr als nur einer Reviewseite entwickelt und so schreibe ich heute vor allem News und Rezensionen. Ich bin auch jährlich auf der Timelash als Presse zu Gast und veröffentliche meine Eindrücke hier auf der Seite. Fernab von Doctor Who betreibe ich mehrere Podcasts, mache Musik und versuche mich als Autor.

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Andi

Zitat: „Es liegen wieder englische und deutsche Untertitel für das gesamte Material, inklusive dem Bonus, vor.“
Das schreibst du in jeder Rezension, aber es stimmt halt schlicht nicht!