Rezension | Doctor Who: The Diary of River Song – Series Three | Hörspiel

„The Diary of River Song – Series Three“

Doctor Who – „The Diary of River Song – Series Three“
Erstveröffentlichung:
31. März 2018 (im freien Handel), Januar 2018 über Big Finish Productions
Format: Hörspiel
Minuten: ca. 300 (Auf 5 CDs)
Autoren: Nev Fountain, Jacqueline Rayner, John Dorney, Matt Fitton
Sprecher: Alex Kingston, Peter Davison, Frances Barber, Nina Toussaint-White (u. a.)
ISBN: 978-1-78703-493-8 (Audio-CD)


In den vier Geschichten der 3. Staffel von „The Diary of River Song“ begegnet die Frau des Time Lords der 5. Inkarnation ihres Doktors. Außerdem stehen Rivers Vergangenheit rund um Demons Run sowie Madame Kovarian im Vordergrund.


Rezension

River Song ist ein Charakter, der definitiv ein Spin-off verdient hat. Big Finish Productions sah das genauso und hat mit “The Diary of River Song” eine Hörspielreihe ins Leben gerufen, die inzwischen 3 Staffeln hervorgebracht hat. Series 4 wird ab August 2018 folgen, Staffel 5 ist inzwischen ebenfalls in Planung.

Wenn ihr bislang noch keine Folge dieses Spin-offs gehört habt, könnt ihr trotzdem problemlos in Series 3 einsteigen, da sich die Stories alle auf die Originalserie beziehen. Dass neben Alex Kingston auch Peter Davison und Frances Barber ihre Originalrollen einnehmen, ist ein echtes Staffel-Highlight.


Episode 1 – The Lady in the Lake (Autor: Nev Fountain)

In „The Lady in the Lake“ geht es um „Terminus Prime“, einen Ort, an dem Menschen auf kreative Weise ihr Leben beenden. Dass jemand versuchen könnte Kevin, einen Repräsentanten des Todes, von seiner Arbeit abzuhalten, ist für ihn nichts Neues. Auch ein ungeduldiges Opfer, das es eilig hat zu sterben, schiebt er auf einen schlechten Start in die Woche: „Thank you, Monday!“ Doch, dass der Getötete nach seinem Ableben einfach wieder aufsteht, um bei einem seiner Kollegen erneut zu sterben, ist etwas, das Kevin noch nicht erlebt hat. River kann in dieser Sache Licht ins Dunkel bringen, denn sie ist diesen Menschen auf der Spur. Sie gehören einem Kult an, der sie dazu auffordert, ihre zahlreichen Leben zu opfern. Gemeinsam mit Kevin versucht sie herauszufinden, wieso diese Menschen dazu angestiftet wurden und zu verhindern, dass sie tatsächlich sterben. River ist sich nämlich bewusst, dass diese Gabe begrenzt ist, denn sie stammt aus ihrer eigenen DNA.

Mit der ersten Folge gelingt Autor Nev Fountain ein gelungener Start in Series 3. Die Ereignisse von Demons Run (Doctor Who, Series 6, Episode 7 „When A Good Man Goes To War“) werden in „The Lady in the Lake“ in einem völlig anderen Blickwinkel betrachtet. Gleichzeitig gibt es Verweise auf die Originalserie, die die neuen Erkenntnisse nachvollziehbar miteinander verknüpfen: „Then disaster struck wearing a bow tie. They escaped the destruction of Demons Run and ever since I found out they exist, I’ve been trying to track them down.“

Neben der packenden Story ist vor allem Kevin (Ian Conningham) ein großartiger Side-Kick an Rivers Seite, dem es in amüsanter Leichtigkeit gelingt, die Arbeit des Todes als alltäglichen Beruf darzustellen. Eine weitere wichtige Figur ist ein Mann namens Lake, dessen Geschichte im Wechsel zu den Ereignissen auf Terminus Prime erzählt wird. Beide Handlungen werden nach und nach miteinander verbunden und in einen logischen Zusammenhang gebracht.


Episode 2 – A Requiem for the Doctor (Autorin: Jacqueline Rayner)

Zum Ende der 1. Folge sendete River einen „Distress Call“ an den Doktor, um Terminus Prime zu verlassen. Anschließend reist sie mit seiner 5. Inkarnation und dessen Begleiterin Brooke ins Wien des 18. Jahrhunderts. Gemeinsam wollen sie herauszufinden, wie es Mozart kurz vor seinem Tod gelingen konnte, sein „Requiem“ selbst zu vollenden, obwohl die Geschichte doch eigentlich belegt, dass er es nicht tat. Bei ihren Ermittlungen stoßen sie auf mysteriöse Morde, bei denen die Opfer scheinbar mit einer Alien-Substanz getötet wurden. River, Brooke und der Doktor versuchen, die verantwortliche Person von ihrem mörderischen Pfad abzubringen, bevor noch mehr Menschen in Wien einem qualvollen Tod zum Opfer fallen. Doch einer ist besonders in Gefahr: Der Doktor

Autorin Jacqueline Rayner hat mit „A Requiem for the Doctor“ eine spannende und gut durchdachte Story geschrieben, in der River und der Doktor gleichermaßen im Fokus stehen. Das Zusammenspiel zwischen beiden Charakteren ist absolut stimmig, was besonders in Gefahrensituationen deutlich wird, wenn die zwei intuitiv Hand in Hand arbeiten. Dies verärgert allerdings besonders Begleiterin Brooke (Joanna Horton), die sich von River aufs Abstellgleis gestellt fühlt: „You seem to read his mind sometimes. Whatever I do, it’s not engough. You always got him first.“ Auch wenn River verspricht, darauf zu achten, dass sie das “New Girl” ist, kommt es immer wieder zu Spannungen zwischen ihr und Brooke, die erst am Ende der Geschichte auf sehr überraschende Weise aufgelöst werden.

Besonderes Highlight dieser Folge sind Alex Kingston und Peter Davison in ihren Rollen. Wie bereits in der Originalserie mit dem 10., 11. und 12. Doktor gelingt es Rivers Charakter auch mit der 5. Inkarnation des Time Lords eine harmonische Symbiose einzugehen, die viel Freude beim Zuhören bereitet.


Episode 3 – My Dinner with Andrew (Autor: John Dorney)

Die Handlung der dritten Story spielt im “The Bumptious Gastropod”, das sich außerhalb des Universums befindet. Es ist ein gefährlicher Ort für den Doktor, denn da in diesem Restaurant die allgemeinen Gesetze für Raum und Zeit außer Kraft gesetzt sind, kann Madame Kovarian ihn dort bereits lange vor „Lake Silencio“ (Doctor Who, Series 6, Episode 1 „The Impossible Astronaut“ sowie Episode 13 „The Wedding of River Song“) töten lassen. Zusammen mit dem Maitre D‘ setzt River alles daran, das zu verhindern und reist innerhalb des „Bumptious Gastropod“ in der Zeit hin und her. Außerdem bringt sie jemanden in das Restaurant, der als Double für den Doktor herhalten soll: Einen Mann namens Andrew.

Diese Geschichte wurde von Autor John Darney angelehnt an „The Restaurant at the End of the Universe“ aus Douglas Adams‘ „The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy“und ist voller Timey Wimey-Momente. Da die Geschichte in einer rasanten Geschwindigkeit erzählt wird, empfiehlt es sich diese Folge mehrmals anzuhören, um alle Informationen mitzubekommen.

Highlight dieser Story ist zum einen die mit viel Witz umgesetzte Doppelrolle von Peter Davison als Doktor und ahnungsloser Andrew. Frances Barber schlüpft zudem perfekt zurück in ihre Rolle der Madame Kovarian, um als Gegnerin des Doktors aufzutreten. Ansonsten zeichnet sich „My Dinner with Andrew“ auch durch den Maitre D‘ (Jonathan Coote) aus, der River mit trockenem Humor und französischem Akzent jederzeit hilfsbereit zur Seite steht.


Episode 4 – The Furies (Autor: Matt Fitton)

Der Wettlauf um das Leben des Doktors ist noch lange nicht vorbei und führt River vom „The Bumptious Gastropod“ zu Madame Kovarians Home Base. Ihre verhasste „Stiefmutter“ glaubt jedoch fest an ihre Rolle als Beschützerin des Universums und hält den Tod des Time Lords für notwendig, auch wenn sich ihre Kirche längst von ihr abgewandt hat. Doch plötzlich wird Madame Kovarian von einem Geist heimgesucht, von dem River behauptet, dass er durch die Furies geschickt wurde, um sie für ihre Taten zu bestrafen. Außerdem wird ihr Asteroid von den „The Deterrent“ angegriffen, die sie als neue Bedrohung für das Universum sehen. Ist das der Preis, den Madame Kovarian in Kauf zu nehmen hat, wenn der Doktor nicht mehr am Leben ist und wenn ja, ist sie bereit, ihn zu bezahlen?

In „The Furies“ von Autor Matt Fitton geht es um Madame Kovarian und ihre fanatische Mission den Doktor zu töten sowie Rivers Anstrengungen, ihn zu retten. Außerdem wird auch erzählt, unter welchen Bedingungen River bei ihr aufgewachsen ist, bevor sie in den Raumanzug gesteckt und nach „Graystark Hall“ (Doctor Who, Series 6, Episode 2 „The Day of the Moon“) gebracht wurde. Die Angriffe der „The Deterrent“ sowie der Geist, der Madame Kovarian verfolgt, geben dieser Folge zudem einen düsteren und gleichzeitig spannenden Touch. Für die Heimsuchungen wurde der Nursery Rhyme aus der Originalserie, der ab „Night Terrors“ (Doctor Who, Series 6, Episode 9) den Tod des Doktors ankündigt, aufgegriffen und so umgewandelt, dass er nun Unheil für die „Eye Patch Lady“ bringen soll: „Tick, tock, goes the clock. You filled our world with hate. Tick, tock, time is up. You can’t escape your fate.“

Persönliche Highlights von „The Furies“ sind für mich die Szenen mit dem Geist sowie Alex Kingston und Frances Barber, die ihre beiden Charaktere noch einmal von einer anderen Seite zeigen. Die letzte Geschichte dieser Staffel gibt Series 3 einen würdigen Abschluss.


Zusammengefasst ist es ein großes Vergnügen, die vier Geschichten anzuhören, die mit tollen Geräuscheffekten und passender instrumentaler Musik untermauert werden. Für mich war es das erste Hörspiel aus dem Hause Big Finish und es wird sicher nicht das letzte sein.

„The Diary of River Song Series 3“ hat mir großen Spaß gemacht und ich bin schon sehr gespannt, welche Abenteuer die Frau des Time Lords in weiteren Staffeln dieser Hörspielreihe noch erlebt.


Diese Rezension ist auch in der Mai/Juni-Ausgabe von Großartiges Britannien: Culture / History / Travel Magazine erschienen.


„The Diary of River Song“ bei Amazon:

 

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Andrea Vasel
Redakteurin
Ich bin angehende Kultur- & Reisejournalistin, Autorin und Großbritannien-Fan. Da Doctor Who ein wichtiger Bestandteil der britischen Popkultur ist, war es nur eine Frage der Zeit, bis ich die Serie kennen und lieben lernen durfte. Auf meiner Facebookseite „Großartiges Britannien“ sowie der von mir gegründeten Online-Zeitschrift "Großartiges Britannien: Culture / History / Travel Magazine" berichte ich regelmäßig über den Doktor. Neben meinen journalistischen Arbeiten schreibe ich außerdem an einer Whodunnit-Reihe, die in London spielt.
Andrea Vasel

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Das klingt alles recht gut! Da hoffe ich, dass Bastei Lübbe die Box auf der TimeLash dabei hat 🙂

André McFly
Time Lord

Würde nicht Big Finish die Box eher mitbringen? Die gibts ja nicht auf deutsch.