Rezension | Doctor Who – Die schändlichen Zaross | Hörspiel

Die schändlichen Zaross

Doctor Who – „Die schändlichen Zaross“
Erstveröffentlichung: 25.05.2018
Format: Hörspiel (CD & Audiodownload)
Minuten: 54 (Auf einer CD)
Autor: John Dorney
Sprecher: Axel Malzacher, Maren Rainer, Sabine Arnhold, Mareile Möller uvm.
ISBN: 978-3-7857-5685-0

Jackie Tyler nimmt sich einen Tag frei, um ihre alte Freundin Marge in Norwich zu besuchen. Ihr Urlaub wird allerdings auf unvorstellbare Weise unterbrochen: von einer Invasion Außerirdischer! Die schändlichen Zaross sind gekommen, um die Erde zu übernehmen. Nachdem Jackie den Doktor und Rose gerufen hat, um diesen Wahnsinn zu beenden, wird schnell klar, dass es sich nicht um eine gewöhnliche Invasion handelt. Der Doktor ist kurz davor, eines der schrecklichsten Verbrechen in der Geschichte der Galaxie aufzudecken. Und wenn er es nicht schaffen sollte, werden viele Leute sterben.


Rezension

Dies ist nun der Anfang der zweiten Staffel von deutschen Doctor Who Hörspielen. Abermals sind es Abenteuer des zehnten Doktors, die hier auf deutsch vertont worden sind, allerdings nicht mehr mit Donna Noble als Begleiterin, sondern dieses Mal mit Rose Tyler. Dementsprechend wirkt, zumindest diese erste Geschichte, auch wie aus der zweiten Doctor Who Fernsehstaffel entnommen. Ob das nun gut oder schlecht ist, darf man ruhig für sich selbst entscheiden.

Der Doktor und Rose werden von Jackie Tyler, der Mutter von Rose, gerufen, weil auf der Erde fremde Invasoren – die Zaross – ihr Unwesen treiben. Eine Geschichte über Invasoren ist bei Doctor Who jetzt nicht so außergewöhnlich, aber auf dem ersten Blick funktioniert das Erzählgerüst zumindest. Mehr noch – der Twist der Geschichte kommt unerwartet und wirkt frisch und originell. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte man eine durchschnittliche und oft gehörte Story, die aber durch den Twist plötzlich eine ganz andere Betrachtungsweise bekam und optimistisch stimmte, dass hier noch eine Schippe drauf gelegt wird. Leider passierte genau das Gegenteil und statt auf dieser Erkenntnis aufzubauen und die daraus entstandene spannende Ausgangssituation auszuarbeiten, bekommt man eine Moralpredigt serviert, die plakativer nicht sein könnte. Wenn man im Duden das Wort „plakativ“ nachschlägt, wird man ein Bild von „Die schändlichen Zaross“ sehen. Was bei vielen anderen Doctor Who Storys so wunderbar funktioniert, wo subtil Kritik an der Gesellschaft oder ähnlichem geübt wird, ist hier so „in-your-face“ dass man vor Wut aufschreien möchte. Nahezu die gesamte zweite Hälfte des Hörspiels dreht sich nur darum, unser moralisch ach so verdorbenes Verhalten zu kritisieren – und das ist, in dieser Art und Weise, nicht nur langweilig und nervig, sondern auch ärgerlich. So verschenkt diese Story leider jegliches Potential – und das trotz guter Prämisse.

Nichtsdestotrotz leisten die Sprecher wieder einen ausgezeichneten Job. Axel Malzacher, der in die Fußstapfen von Philipp Brammer getreten ist, spielt immer noch einen herrlich überdrehten und absolut zum Charakter passenden, zehnten Doktor, Maren Rainer klingt immer noch wie in der TV-Serie und passt nach wie vor auf ihren Charakter und Sabine Arnhold, die hier Jackie Tyler spricht und somit Ute Brankatsch als deutsche Stimme dieser Figur beerbt, klingt ihrer Vorgängerin so ähnlich, dass nur den wenigsten auffallen dürfte, dass die Sprecherin ausgetauscht wurde.

Da die Übersetzung (und Produktion) dieser drei Hörspiele zeitgleich zu den anderen Dreien entstanden ist, war es zu erwarten, dass sich hier noch keine Verbesserung zu vorher ergeben hat. Und so reihen sich in die Riege der missglückten Übersetzungen von „Telefonzelle“ und „Sonic“ auch noch die „Kybermänner“ ein. Ein Begriff, den sogar die neuen Synchronisationen der alten TV-Folgen inzwischen vermeiden und in einer New-Who Geschichte nun wirklich gar nichts mehr zu suchen hat. Hier bleibt nur die Hoffnung, dass, sollte es weitere deutsche Hörspiele geben, die Übersetzung eine deutliche Qualitätssteigerung hinlegt. Sei es durch einen anderen Übersetzer, oder durch besserer Recherche des bisherigen.

„Die schändlichen Zaross“ ist eine Story die auf inhaltlicher Basis eine Interessante Idee bietet, aber erzählerisch völlig versagt. Von den bisherigen vier Hörspielen dürfte dies das schlechteste sein.


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André McFly
Gründer & Chefredakteur
Ich bin seit über 10 Jahren Doctor Who Fan und hatte 2013 die Idee für eine deutsche Doctor Who Reviewseite. Über die Jahre hat sich der Whoview allerdings zu mehr als nur einer Reviewseite entwickelt und so schreibe ich heute vor allem News und Rezensionen. Ich bin auch jährlich auf der Timelash als Presse zu Gast und veröffentliche meine Eindrücke hier auf der Seite. Fernab von Doctor Who betreibe ich mehrere Podcasts, mache Musik und versuche mich als Autor.
André McFly

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