Review – 006 – The Aztecs

Wenn die Götter unter uns wandeln…

tvDoctor Who – 006 – The Aztecs


Serial bestehend aus 4 Episoden:

– „The Temple of Evil“ – Erstausstrahlung am 23. Mai 1964.
– „The Warriors of Death“ – Erstausstrahlung am 30. Mai 1964.
– „The Bride of Sacrifice“ – Erstausstrahlung am 06. Juni 1964
– „The Day of Darkness“ – Erstausstrahlung am 13. Juni 1964

Drehbuch: John Lucarotti

Regie: John Crocket

Produzent: Verity Lambert


Der Doktor:
 William Hartnell

Susan Foreman: Carole Ann Ford
Ian Chesterton: William Russel
Barbara Wright: Jacqueline Hill


„The Aztecs“ ist – so viel sei schon vorweg genommen – eine wichtige Folge.
Eine Folge die Elemente einführt, welche in der späteren Seriengeschichte wichtiger Bestandteil wurden und das Zeitreisen innerhalb des Doctor Who Universums maßgebend definiert hat.

Das Abenteuer startet dort, wo man jetzt nicht unbedingt als erstes hin will, wenn man auf der Suche nach Abenteuern ist – in einer Grabkammer.
Besser gesagt, in einer Aztekischen Grabkammer der Göttin Yetaxa.
Barbara, ihres Zeichens Geschichtslehrerin erklärt der beeindruckten Susan, wann und wo sie sich befinden würden, anhand der Schätze und Utensilien, welche in der Grabkammer liegen.
Man könnte meinen, Susan, welche in „An unearthly Child“ noch als so Allwissend dargestellt wurde – zumindest was die Irdische Geschichte angeht – könnte sich selbst einen Reim draus machen, aber dann könnte Barbara natürlich nicht mit ihrem Wissen über die Azteken glänzen.
Und somit wird Susan zur wissbegierigen Ahnungslosen degradiert.

Und wie könnte es auch anders sein, entdeckt Susan, selbstverständlich aus Versehen, das versteckte Tor in der Wand.
Die Kleine hat einfach ein Talent dafür, geheime Türen und Gänge zu finden.

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Während Barbara vorausgeht, läuft Susan zurück um Ian und ihren Großvater zu holen – und es kommt wie es kommen muss.
Das Tor fällt hinter ihr zu und Barbara sieht sich schließlich einigen Aztekischen Wachen gegenüber, welche sie auch sofort „gefangen“ nehmen.
Die Anführungszeichen bei „gefangen“ sind übrigens bewusst gewählt – aber dazu kommen wir gleich.

Der Doktor, Ian und Susan betreten nun die Grabkammer, begleitet vom einhergehenden Meckern des Doktors, dass Barbara alleine die TARDIS verlassen hat.
Woraufhin sie das Tor wieder öffnen und feststellen müssen, das Barbara nicht mehr da ist.

Die Drei werden, von denselben Azteken, zu Barbara gebracht und erleben eine Überraschung.vlcsnap-2013-11-02-14h01m21s58
Dank dem Armreif, welchen Barbara aus der Grabkammer hat mitgehen lassen, halten die Azteken diese nun für die Wiedergeburt ihres Gottes „Yetaxa“ – denn das Tor lässt sich nur von einer Seite öffnen und somit muss Barbara ja aus der Grabkammer gekommen sein, ohne sie vorher betreten zu haben – und beten diese nun an.
Der Doktor, Ian und Susan werden indes als Yetaxas Diener betrachtet, was der Doktor auch mit einen amüsierten „charming“ quittiert.

Die beiden Frauen entschließen sich drinnen in Sicherheit zu bleiben, während der Doktor und Ian losziehen und einen Weg zurück in die Grabkammer finden sollen.

Doch kaum vor der Tür wird Ian von Tlotoxl, dem Hohepriester der Opferung, ausgewählt, um sich im Kampf zu beweisen und, bei Gelingen, die Truppen anzuführen.
In Anbetracht, dass ihre Tarnung nicht aufliegen darf, stimmt Ian zu und der Doktor muss alleine einen Weg in die Grabkammer finden.

Schnell wird klar was hier hinter den Kulissen wirklich abgeht.
Obwohl Barbara das Vertrauen der Meisten genießt, ist ihr Tlotoxl – ganz nebenbei mal erwähnt, ein selten dämlicher Name 😀 ich fühle mich ständig an Axolotl erinnert, kleine Molche, die ihr ganzes Leben im Larvenstadium verbringen. Aber das nur nebenbei erwähnt – feindlich gesinnt und will sich nicht von der Opferung eines Freiwilligen abbringen lassen, um den Gott des Regens um eben diesen zu bitten.

vlcsnap-2013-11-02-14h11m06s15Der Doktor unterdessen macht im exotischen Garten die Bekanntschaft mit der Schönen Cameca und wir Zuschauer erleben zum ersten Mal, wie es zwischen dem Doktor und einer Dame funkt.
Viele – von mir immer so gern genannten – Fangirls sind zwar der Meinung, der Doktor dürfe oder könne sich gar nicht anderweitig verlieben, da ja nur Rose seine einzig wahre Liebe ist (Verweis auf die Neue Serie ab 2005), aber denen sei gerade diese Episode wärmstens ans Herz gelegt.
Es ist eine wahre Freude zu sehen wie William Hartnell den verknallten Doktor spielt – wenn auch nicht ganz klar ist, ob es nur ein Trick des Doktors ist, um an Informationen ranzukommen.

Und schließlich kommen wir zu zwei Schlüsselszenen, wovon eine schon von mir in der Einleitung angesprochen wurde.

Der Doktor befiehlt zuerst Ian, dass er nicht vom Kampf zurücktreten darf, sondern tun, was von ihm verlangt wird – selbst wenn dies das Töten seines Gegners bedeutet.
Ian scheint sich, nach der Argumentation des Doktors, auch mit seinem Schicksal abzufinden – ganz anders als Barbara.
Als der Doktor dieser mitteilt, dass sie auf gar keinen Fall die Opferungen verhindern dürfe, reagiert sie ärgerlich und fast schon wütend.

But you can’t rewrite history, not one line.

                                   – Der Doktor

Doch Barbara geht voll und ganz in ihrer Rolle als Göttin auf und entscheidet sich dafür, eben diese Macht auch auszunutzen, um die Opferung zu verhindern.vlcsnap-2013-11-02-14h18m29s128

Genau dieses Unterfangen führt aber dazu, das sich Axolotl – …Verzeihung… – Tlotoxl in seinem Verdacht bestätigt sieht und Barbara nun öffentlich als Falsche Göttin anprangert.

Gedemütigt durch die Schande, dass seine Opferung aufgehalten wurde, begeht der junge Mann, der als Opfer herhalten sollte, Selbstmord und stürzt sich vom Dach, um die Götter vielleicht noch dadurch milde zu stimmen.

Nachdem sich die Situation einigermaßen beruhigt hat, setzt der Doktor nun Barbara auf den Pott.
Er hält vor egoistisch gehandelt zu haben, womit ihre Tarnung hätte auffliegen können und ihre Leben in Gefahr gebracht wurden.
Das und die Sturheit, mit der sie sich dem Doktor wiedersetzt hat, bringt Barbara schließlich zum weinen und der Doktor beweist doch Herz, indem er sie tröstet und sich für seine forschen Worte entschuldigt.
Barbara sieht ein, dass ihr Handeln falsch war.

vlcsnap-2013-11-02-14h28m22s95Währenddessen demonstriert Ian seine Überlegenheit, indem er seinen Gegner, Ixta, nur mit Hilfe seines Daumens, außer Gefecht setzt.
Das war ganz große Vulkanierschule – und wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich sagen, dass Ian Nachhilfe bei Spock persönlich genommen hat. 😉
Natürlich schwört Ixta Rache und verbündet sich mit Axo… mit Tlotoxl.

Der Doktor erfährt unterdessen von Cameca, dass der Erbauer der Grabkammer zwar schon Tod ist, aber sein Sohn ihm vielleicht die Informationen geben kann, die der Doktor haben möchte.
Also trifft sich der Doktor mit eben diesen – welcher sich als Ixta herausstellt.
Der Doktor weiß natürlich nicht das Ixta, Ians Gegner im Kampf ist und dieser nutzt genau dieses Unwissen des Doktors aus, um sich von ihm, im Kampf gegen Ian, helfen zu lassen.
Er überreicht ihm einen Kaktusstachel, welcher mit Gift gefüllt ist, was seinen Gegner im Kampf allmählich schwächen soll.

vlcsnap-2013-11-02-14h51m01s189Ausgestattet mit diesem Stachel, fordert Ixta nun Ian zum Kampf heraus.
Der Kampf selber sieht natürlich – wie viele solche Handlungen in der alten Serie – sehr einstudiert aus und um da von Ians „Kampfkünsten“ zu sprechen, bedarf es viel Fantasie – aber sei es drum.

vlcsnap-2013-11-02-14h52m10s110Obwohl Ian ganz klar den Kampf dominiert, gewinnt Ixta langsam die Oberhand – nachdem er Ian mit dem vergifteten Stachel gestochen hat.
Kurz bevor Ixta zum finalen Schlag ausholt, unterbricht jedoch Barbara das Geschehen, indem sie Tlotoxl bedroht.

 Nachdem sich die Situation beruhigt hat, fasst Tlotoxl einen neuen Plan – er will Barbara vergiften.
Schließlich würde ihr, als Göttin, das Gift nichts anhaben können – und falls doch, hätte er den Beweis, dass Barbara nur eine Hochstaplerin ist.

Doch nachdem Barbara, von einen wild um sich fuchtelnden Ian, auf das Gift aufmerksam gemacht worden ist, lehnt sie das Getränk, welches ihr Tlotoxl überreichte, ab und verlangt, dass dieser zuerst davon trinken soll – als Vertrauensbeweis.
Das lehnt dieser natürlich ab und Barbara lässt alle Hüllen fallen, indem sie ihm wütend und drohend klar macht, dass sie tatsächlich keine Göttin sei, aber ihm sowieso keiner glauben würde.

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Ziemlich zeitgleich passiert dem Doktor etwas, das einem nach diesen aufwühlenden Momenten, wieder ein Grinsen aufs Gesicht zaubert. Denn aus Versehen und völlig Unbeabsichtigt verlobt sich der Doktor mit Cameca.
Ich sagte es ja schon weiter oben, aber ich wiederhole mich gerne – Es ist wirklich eine Freude William Hartnell dabei zuzusehen, wie er einerseits verknallt spielt und andererseits erschrocken, nachdem ihm sein Fehler mit der Verlobung auffällt.

Auch Susan macht unterdessen Bekanntschaft mit einer unfreiwilligen Liebschaft.
Sie soll Zwangsverheiratet werden, was sie natürlich empört ablehnt.

Ich möchte sogar so weit gehen und sagen, dass es so rüberkommt, als hätte sie noch nie etwas von einer Zwangsheirat bzw. einer arrangierten Ehe gehört – und das obwohl sie zwei Folgen zuvor schon in „Marco Polo“ Bekanntschaft mit einer jungen Dame gemacht hatte, die das gleiche Schicksal erwartete.

Für ihr nicht gehorchen, soll Susan schließlich bestraft, was genau das ist, was Tlotoxl mit der Sache bezwecken wollte.
Überhaupt scheint diese Folge nicht mit Kameraeinstellungen zu sparen, in denen Tlotoxl´s Gesicht gezeigt wird, welches hämisch oder pläneschmiedend grinst, während es keiner bemerkt.

vlcsnap-2013-11-02-15h33m34s121Zurück im Garten öffnet Ian nun einen Geheimgang, der – so vermutet der Doktor – zurück zur Grabkammer führt.

Natürlich erkundet der junge Mann den Tunnel, während der Doktor im Garten auf ihn wartet.
Doch leider kommt Ixta dazu und nutzt die Situation aus.
Er erklärt dem Doktor – natürlich ohne zu erwähnen, dass er weiß das Ian in den Tunnel geklettert ist -, dass der Tunnel verschlossen bleiben müsste, da dieser in regelmäßigen Abständen geflutet wird und sonst das Wasser in den Garten laufen würde.
Also verschließt er den Tunnel wieder und für Ian gibt es vorerst kein Zurück mehr.
In diesen Moment beginnt auch das Wasser in den Tunnel zu laufen.

Ian schafft es schließlich noch rechtzeitig den Eingang zur Grabkammer zu finden und entgeht so einem kalten Tod im gefluteten Tunnel.

Mit einem Seil versucht er eine Vorrichtung an dem Tor anzubringen, welche ihm ermöglichen soll, dieses auch von außen zu öffnen.
Auf der anderen Seite des Tores trifft der Doktor – sichtlich erleichtert – auf Ian und Barbara, nur um zu erfahren, dass Susan geopfert werden soll.

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Ian macht sich sofort auf den Weg um Susan zu retten, während der Doktor und Barbara bei der Grabkammer bleiben und versuchen diese wieder zu öffnen.

Schließlich kehrt Ian mit Susan zurück und das TARDIS-Team ist wieder komplett.
Doch leider schaffen sie es nicht, das Tor wieder von außen zu ölffnen, da das Seil, welches Ian auf der anderen Seite befestigt hatte, reißt.

Ian macht sich nun auf, den Weg durch den Tunnel noch einmal zu gehen, um das Tor für die drei Hinterbliebenen zu öffnen.

vlcsnap-2013-11-02-17h00m12s0Währenddessen nutzt der Doktor die Zeit um sich von seiner Verlobten, Cameca, zu verabschieden.

Lustiger Fun-Fact nebenbei, welcher womöglich jedem, der das Series 7 Finale „The Name of the Doctor“ gesehen hat, sofort aufgefallen sein könnte – hier wurde die Szene entnommen, mit welcher Hartnell in besagter Folge zu sehen war.
Natürlich wurde es dort coloriert, nachsynchronisiert und der Hintergrund wegretuschiert – aber man sieht sofort an Hartnells Haltung, das es eben diese Szene ist.

Ian gerät indes in einen Hinterhalt und es folgt ein wahrer Kampf der Titanen – wobei… hätte Olli Schulz diese Szene gesehen, hätte er vermutlich eher einen „Rangel-Song“ gespielt, als von einer Kampfzene gesprochen.

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Nach langer Rangelei – Pardon – Nach einem langen Kampf, besiegt Ian schließlich seinen Gegner Ixta und schleudert diesen vom Dach – was dieser auch mit einem Schrei quittiert welcher sich nicht hinter dem berühmten Wilhelmsschrei verstecken muss. 😉

Endlich schaffen es die vier zurück in die Grabkammer und wir bekommen noch einmal einen sehr wichtigen Dialog mit, welcher auch später in der Serie noch Wichtigkeit hat.
Barbara ist traurig darüber, dass sie versagt haben und zweifelt an dem Sinn der Zeitreisen, wenn sie doch nichts verändern können.
Der Doktor tröstet sie und sagt, dass sie zwar nicht die Zivilisation der Azteken retten konnten, jedoch das Leben eines einzelnen Mannes.

Mit diesen Abschlussworten endet auch der Handlungsstrang dieser Folge und wir werden mit einen Cliffhanger in die nächste Folge begleitet, welchen ich natürlich in der nächsten Review zu „The Sensorites“ aufgreifen werde.


Fazit:

Eine wichtige Folge, eine gute Folge und eine spannende Folge in einem.
Wir bekommen nicht nur das erste Mal mit, wie jemand versucht in die Geschichte einzugreifen – wir sehen hier quasi die Geburtsstunde der sogenannten „Fix Points in Time“ – welche in der neuen Serie ja gerne verwendet werden.

Die Folge hat eigentlich keine Erzählerischen längen, ist gut strukturiert und bietet auch viel Humor.
Zwar sind einige Beispiele dieses Humors eher unfreiwilliger Natur – wie wenn man von den Kampfzenen spricht – aber man wird durchweg gut unterhalten.

Weitere Pluspunkte sind die Schauspielerischen Leistungen, sowie auch die Tatsache, dass sich die Story mehr auf den Doktor, Ian und Barbara verlagert und Susan weitestgehend nicht auftaucht.

Alles in allen eine sehr gute Folge, bei der man wenig beanstanden kann – und somit vergebe ich:

 

 

8 von 10 Punkte.

Punkte 8


 

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André McFly
Gründer & Chefredakteur
Ich bin seit über 10 Jahren Doctor Who Fan und hatte 2013 die Idee für eine deutsche Doctor Who Reviewseite. Über die Jahre hat sich der Whoview allerdings zu mehr als nur einer Reviewseite entwickelt und so schreibe ich heute vor allem News und Rezensionen. Ich bin auch jährlich auf der Timelash als Presse zu Gast und veröffentliche meine Eindrücke hier auf der Seite. Fernab von Doctor Who betreibe ich mehrere Podcasts, mache Musik und versuche mich als Autor.
André McFly

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Ich bin seit über 10 Jahren Doctor Who Fan und hatte 2013 die Idee für eine deutsche Doctor Who Reviewseite. Über die Jahre hat sich der Whoview allerdings zu mehr als nur einer Reviewseite entwickelt und so schreibe ich heute vor allem News und Rezensionen. Ich bin auch jährlich auf der Timelash als Presse zu Gast und veröffentliche meine Eindrücke hier auf der Seite. Fernab von Doctor Who betreibe ich mehrere Podcasts, mache Musik und versuche mich als Autor.

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