Review – 005 – The Keys of Marinus

Ein Schlüssel kommt selten allein.

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 Doctor Who – 005 – The Keys of Marinus


Serial bestehend aus 6 Episoden:

– „The Sea of Death“ – Erstausstrahlung am 11. April 1964.
– „The Velvet Web“ – Erstausstrahlung am 18. April 1964.
– „The Screaming Jungle“ – Erstausstrahlung am 25. April 1964
–  „The Snows of Terror“ – Erstausstrahlung am 02. Mai 1964
– „Sentence of Death“ – Erstausstrahlung am 09. Mai 1964
– „The Keys of Marinus“ – Erstausstrahlung am 16. Mai 1964

Drehbuch: Terry Nation

Regie: John Gorrie

Produzent: Verity Lambert


Der Doktor:
 William Hartnell

Susan Foreman: Carole Ann Ford
Ian Chesterton: William Russel
Barbara Wright: Jacqueline Hill


The Keys of Marinus nimmt uns mit auf eine Schnitzeljagd durch die verschiedensten Gegenden.
Abwechslungsreich und lustig spendiert uns Terry Nation hier eine nette Geschichte für zwischendurch.
Aber beginnen wir vorne an.

Da Ian noch den Kimono aus „Marco Polo“ trägt, spielt diese Episode offensichtlich direkt im Anschluss an die vorherige.
Wir landen auf einer scheinbar tropischen Insel und sofort begutachten die vier Zeitreisenden die Umgebung.

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Schnell bekommen wir mit, dass etwas hier nicht stimmt.
Das Wasser hier stellt sich als ätzende Säure heraus und uns werden seltsam anmutende Figuren in Ein-Mann-U-Booten gezeigt, welche mit Ganzkörper Latex-Schutzanzügen durch die Gegend streichen.

Selbstverständlich gibt es auch Ruinen mit drehenden Wänden, und noch selbstverständlicher ist es, dass Susan diese „ausversehen“ auslöst.
Das Team trifft auf den scheinbar einzigen Bewohner dieser Ruinen, Arbitan, welcher sie bittet die vier fehlenden Schlüssel von Marinus wiederzubeschaffen.

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Die Schlüssel werden benötigt um die Maschine zu aktivieren, welche die feindlichen Voords – Jene Gestalten in den Latex Anzügen – kontrollieren kann und somit für Frieden sorgen kann.
Offensichtlich liegt den vieren nichts an Frieden, oder sie wollen nach den letzten Strapazen nicht wieder in Schwierigkeiten gelangen, also lehnen sie ab.
Doch auf dem Rückweg zu TARDIS müssen sie leider feststellen, dass eben diese mit einer unsichtbaren Barriere umzogen wurde.
So müssen sie nun doch das tun, was Arbitan verlangt – ob sie wollen oder nicht.

Ausgestattet mit Armbändern, mit denen sie von Ort zu Ort reisen können, machen sie sich also auf den Weg – doch kaum unterwegs wird Arbitan in der Zwischenzeit von einem der Voords ermordet.

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Die erste Station führt sie zu einer Römisch oder Griechisch aussehenden Raum.
Hier werden sie herzlich empfangen und mit den schönsten Kleidern und besten Speisen bedient.
Nur Barbara, welche anfangs noch wie eine Königin behandelt wurde, fällt nach einiger Zeit auf, dass hier etwas nicht stimmt.

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Während der Doktor, Ian und Susan, angetan von der Gastfreundlichkeit und dem Service sind, sieht Barbara die Wahrheit.
Sie befinden sich keinesfalls in einer schönen Umgebung.
Der Raum selber ähnelt eher einer Höhle, die Kleider sind zerlumpte Fetzen und die schönen Weingläser, stellen sich als alte, schäbige Tassen heraus.
Jedoch scheint sie die einzige zu sein, die das bemerkt.

Es stellt sich heraus, dass alle, einschließlich der beiden Bediensteten dort, hypnotisiert worden sind und schnell sind auch die Übeltäter entlarvt.
Es handelt sich um große Gehirne mit Stabaugen, welche aussehen wie Schnecken und in großen Gläsern sitzen.

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Als Barbara schließlich von dem hypnotisierten Ian zu jenen Gehirnen gebracht wird, schafft es diese sich von seinem Griff zu befreien und zerschlägt die Gläser.

– Scheinbar war es nicht vorgesehen das die Gläser wirklich zerspringen beim Dreh – Das erste Glas zerspringt noch, bei den anderen drei Gläsern schlägt Jaqueline Hill offensichtlich absichtlich daneben, um weiteren Schaden zu vermeiden. –

Schnell noch den Schlüssel eingepackt und ab geht’s, zusammen mit Altos und Sabetha, Arbitans Tochter, zur nächsten Station.

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Angekommen in einem Dschungel werden Barbara und Susan von… nun ja… „gefährlichen“ Schlingpflanzen angegriffen, was sehr an schlecht gemachte B-Movies erinnert und beim heutigen Zuschauer für ein amüsiertes Lachen sorgen dürfte.

Doch beherzt schaffen sie es die „tödlichen“ Schlingpflanzen zu besiegen und erreichen eine Ruine, in deren Inneren sie den zweiten Schlüssel vermuten.

Doch bevor sie diesen erreichen können, werden Ian und Barbara von schier unmöglich zu überwältigenden Fallen Schach-Matt gesetzt… Ian befindet sich hinter sehr zerbrechlich aussehenden Gitterstäben und Barbara muss sich in einen Fischernetz „gefangen“ auf dem Boden krümmen, während eine mit Dornen ausgestattete Decke auf sie zukommt.
Warum sie nicht einfach einen halben Meter zur Seite Rollt, wo offensichtlich keine Dornen mehr sind, oder nicht einfach das Fischernetz abstreift und weggeht, bleibt wohl ein Geheimnis des Produktionsteams. 😉

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In letzter Sekunde wird sie jedoch von Darrius, den dort ansässigen Wissenschaftler, gerettet.
Und schon scheinen sie einen Lauf zu haben.
Ian schafft es nun doch die „superstabilen“ Eisenstangen zu zerbrechen und Barbara, nun nicht mehr in Todesmut, kommt nun doch auf die Idee das Fischernetz einfach abzustreifen.

Darrius wird nun wieder von den gefährlichen B-Movie Schlingpflanzen angegriffen, welche sich offenbar vertreiben lassen, wenn man mit einem scharfen Gegenstand, drei Mal auf Holz klopft – denn was anderes tut Ian nicht – Zielwasser hat er wohl keines getrunken.

Von diesem Angriff geschwächt teilt ihnen Darrius seine letzten Worte mit, die kryptischen Ziffern: „D-E-3-O-2“.

Im Nebenraum gehen Ian und Barbara davon aus, dass diese Ziffern den dortigen Tresor öffnen und machen sich daran am Rädchen des Tresors zu drehen.

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Als sie natürlich jetzt der gesamte Dschungel angreift und das Labor verwüstet, kommen sie auf die zündende Idee.
Die Ziffern sind keine Kombination sondern der Inhalt eines Glases – das konnte ihnen Darrius natürlich nicht mehr mitteilen.
Also schnell das Glas geholt und weiter zur nächsten Station.

Man fragt sich natürlich, wo ist der Doktor in all dieser Zeit geblieben? Die Antwort ist einfach. In Anbetracht das William Hartnell scheinbar einen Urlaub gebraucht hat, taucht dieser in den mittleren Episoden gar nicht auf, sondern ist schon „vorgereist“.

So, wir hatten eine Insel, ein altgriechisches Setting (wahrscheinlich mit Überbleibseln des Marco Polo Sets gebaut), ein Dschungelruinen Setting, was kann jetzt noch folgen? Klar! Abenteuer im Schnee!

Wir finden uns wieder in einer Schneelandschaft (mit schönen Archivmaterial von gefährlichen Wölfen), wo es so kalt ist, dass man zwar sofort erfriert und sich nicht mehr bewegen kann, aber kein Atem zu sehen ist.
Ein Glück werden Barbara und Ian gerettet, von einem dicken, bärtigen Alm-Öhi.

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Dieser nimmt die beiden mit in seine Hütte, wo sie sich aufwärmen können und streichelt sanft Barbaras Hand, damit ihre Blutzirkulation wieder in Gang kommt, wobei dies doch sehr aufdringlich wirkt.

Nachdem die beiden wieder aufgetaut sind, wird Ian schon ein stylischer Pelzmantel übergeworfen (jetzt kann ja nichts mehr schief gehen, schließlich kann man nicht mehr frieren, wenn man einen Pelz über den Schultern hat!) damit dieser sich auf die Suche nach den anderen machen kann.

Kaum hat Ian aber das Haus verlassen, macht sich der Alm-Öhi schon an Barbara ran – da war wohl doch jemand einsam in seiner Hütte.

Als Ian auf Altos trifft scheint dieser wohl bemerkt zu haben, dass ein Pelz über der Schulter nichts bringt wenn man in Unterhose rumläuft.
Als Ian dann noch auffällt das ihn der Alm-Öhi rohes Fleisch in die Tasche gepackt hat, um die Wolfe anzulocken, wird ihnen klar das Barbara in Gefahr ist, und zusammen schleppen sie sich zurück zur Hütte.

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Dort angekommen überwältigen sie den Alm-Öhi und zwingen ihn dazu, sie in die Eishöhle zu bringen, in welche er Susan und Sabetha gebracht hat.

Neugierig erkunden die beiden Damen eben jene Höhle und stoßen schließlich auf eine Hängebrücke, welche über einen, gefühlt einen Meter breiten, Abhang hängt. – Unmöglich rüber zu springen.

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Als auch die anderen dort eintreffen und sich schließlich alle auf der anderen Seite befinden, kappt der Alm-Öhi das Seil und läuft davon. Nun ohne Brücke sind sie natürlich aufgeschmissen, denn kein Mensch kann einen Meter springen!

Also ab, die Höhle weiter erkunden.

Sie treffen auf vier Eiswächter, welche einen Schlüssel bewachen.

Nachdem sie den Schlüssel ans ich gebracht haben, erwachen die Eiswächter natürlich zum Leben und greifen sie an.
Susan klettert über den Abgrund mit einer selbstgebauten Brücke – springen wäre immer noch zu einfach – und befestigt auf der anderen Seite die Hängebrücke wieder an der Wand, damit die anderen ihr folgen können.
Es gelingt ihnen die Flucht, mit dem dritten Schlüssel.

Zurück beim Alm-Öhi nehmen sie diesem ihre Teleport Armbänder wieder ab, als dieser von den nun dort eingetroffenen Eiswächtern erstochen wird.
Nun aber höchste Eisenbahn zur nächsten Station.

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Ian kommt nun in einen Raum – unerklärt warum er alleine dort ankommt – wo er einen Mann am Boden liegen sieht und gerade, als er einen Blick auf den letzten Schlüssel werfen kann, selbst niedergeschlagen wird.

Ein Unbekannter klaut den Schlüssel und präpariert Ian so, dass es aussieht, als hätte er den am Boden liegenden Mann niedergehauen.

Als Ian aufwacht wird dieser beschuldigt den Schlüssel geklaut und den Mann getötet zu haben und wird vor Gericht gestellt.
Ein Glück taucht hier der Doktor wieder auf und versucht sich nun als Ians Anwalt.

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Vor Gericht verteidigt der Doktor Ian, doch die Beweise sprechen gegen diesen.
Der Doktor, Barbara und Susan stellen die Tat nach und kommen zum Ergebnis das jener Wachmann, welcher Ian gefunden und angeklagt hat, der Täter sein muss, da er als erster am Tatort war.

Durch eine List, mit einen gefälschten Schlüssel, verrät sich der Täter vor dem Gericht selbst und Ian wird freigelassen.

Gerade als der Täter gestehen wollte und sagt, er wäre nicht alleine gewesen, wird dieser aber erschossen und nimmt das Geheimnis um seine Mittäter mit in sein Grab.

Als der Doktor herausfindet das sich der Schlüssel im Tatwerkzeug, welches sich nun in einen Schrank liegt, befindet, heckt er eine weitere List aus, um auch den zweiten Täter, beim Versuch den Schlüssel zu stehlen, auf frischer Tat zu ertappen.

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Endlich haben sie alle 4 Schlüssel und begeben sich nun zurück zur Insel, wo sie erwarten auf Arbitan zu treffen.
Da dieser aber von den Voords umgelegt wurde versteckt sich nun einer dieser unter dem Umgang Arbitans.
Lustiger weise scheint sich keiner zu wundern warum Arbitans Hinterkopf nun dreimal so lang ist und er eine völlig andere Stimme hat.
Aber Ian hat den Geistesblitz und handelt dem Fake-Arbitan den falschen Schlüssel aus.
Als dieser die Maschine damit startet, fliegt alles in die Luft und das Team flieht zur TARDIS.

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Es wird sich von den frischverliebten Pärchen Altos und Sabetha verabschiedet und schon fliegt die TARDIS davon.


Fazit:

Wir haben hier eine Geschichte, die vollgestopft mit netten Ideen und Einfällen ist und mit vielen verschiedenen Settings daherkommt.
Leider ist die Umsetzung teilweise sehr klischeehaft und schlecht gemacht, dass vieles unfreiwillig komisch wirkt. – Obwohl „leider“ wohl das falsche Wort ist, denn eben dies macht bei der Folge auch gewaltig Spaß.
Inhaltliche Längen sind vor allem bei dem Gerichts-Szenario spürbar, ansonsten unterhält die Episode auf soliden Niveau.

 

 

Für diese Folge gebe ich 7 von 10 Punkten.

Punkte 7


 

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André McFly
Gründer & Chefredakteur
Ich bin seit über 10 Jahren Doctor Who Fan und hatte 2013 die Idee für eine deutsche Doctor Who Reviewseite. Über die Jahre hat sich der Whoview allerdings zu mehr als nur einer Reviewseite entwickelt und so schreibe ich heute vor allem News und Rezensionen. Ich bin auch jährlich auf der Timelash als Presse zu Gast und veröffentliche meine Eindrücke hier auf der Seite. Fernab von Doctor Who betreibe ich mehrere Podcasts, mache Musik und versuche mich als Autor.
André McFly

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Ralf SchmidtPeer LennéPascal Salzmann Recent comment authors
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Pascal Salzmann
Dalek

Ich merke, dass ich immer viel überfliege und dann das Fazit lese…NUR sollte ein Fazit auf einer vorherigen Rezension basieren, d.h. eine zusammenfassende finale Meinung auf den Punkt bringen. Das fehlt mir, der Großteil der Artikel sind Inhaltsangaben. Diese würde ich reduzieren und mehr kritisch beleuchten.

Peer Lenné
Dalek

Ich fand die Folge auf jeden Fall sehr abwechslungsreich. Spaßig war auch der erste Abgrund-of-Doom der Who-Geschichte. 😉

Ralf Schmidt
Dalek

Ein persönlicher Favourit unter den First Doktor Stories.

Schwierig und mit Abstand zu betrachten von Tempo bei den klassischen s/w-Folgen zu sprechen,
aber hier springt man wunderbar über verschiedene Handlungsebenen innerhalb der Gesamtstory.

Schaut man in Chronolgie, dann folgt diese direkt auf das geradlinige und exzellente Historical
„Marco Polo“ (insofern man sich auf die Reconstruction der Geschichte einlässt) und bietet ordentlich Abwechslung. Ein gutes Beispiel wie wandlungsreich die Serie bereits in der Anfangszeit war.

Streckenweise sind die Effekte und einige Szenen unfreiwillig und in Retroperspektive betrachtet als komisch anzusehen. Das erhöht in meinen Augen den Unterhaltungs-und Spassfaktor aber ungemein.