Der Schachspieler der Zeit
Heute feiern Whovians einen ganz besonderen Doppel-Geburtstag! Sylvester McCoy, der siebte Doktor, wird heute stolze 83 Jahre alt.
Doch er feiert nicht allein: Auch seine treue Begleiterin Ace, gespielt von Sophie Aldred, hat heute Geburtstag und wird 64. Zusammen bildeten sie eines der dynamischsten Duos der Seriengeschichte.
Vom Priester zum Stuntman
Bevor er Zeit und Raum bereiste, führte Sylvester McCoy (geboren als Percy James Patrick Kent-Smith) ein faszinierendes Leben. In seiner Jugend in Schottland bereitete er sich zunächst auf das Priesteramt vor, verließ das Seminar jedoch, um sich dem wilden Leben im London der 60er Jahre zu widmen.
Er arbeitete als Ticketverkäufer für die Rolling Stones und fand schließlich seinen Weg zur Comedy-Truppe "The Ken Campbell Roadshow". Dort entwickelte er den Charakter "Sylveste McCoy" – einen Stuntman, dessen Spezialität es war, sich brennende Streichhölzer in die Nase zu stecken oder lebende Frettchen in die Hose zu stopfen. Dieser anarchische Humor sollte später die Basis für seine frühe Darstellung des Doktors bilden.
Die Ära des 7. Doktors
Sylvester McCoys Zeit als siebter Doktor (1987–1989) ist eine der spannendsten Entwicklungen der Serie. Er begann als löffelspielender Clown, der Sprichwörter durcheinanderbrachte. Doch hinter den Kulissen arbeitete er mit Script Editor Andrew Cartmel daran, den Doktor wieder geheimnisvoller zu machen.
Der Doktor entwickelte sich zum "Großmeister des galaktischen Schachs". Er manipulierte seine Feinde (und manchmal auch seine Begleiterin Ace), um das Böse nicht nur zu besiegen, sondern vollständig auszutricksen. Diese dunklere, berechnende Seite legte den Grundstein für die modernen Doktoren der "New Who" Ära.
Die deutsche Verbindung: Für viele deutsche Fans ist er "der erste Doktor". Ende der 80er Jahre strahlte RTL Plus erstmals Doctor Who (beginnend mit der McCoy-Ära) flächendeckend in Deutschland aus. Sein Gesicht und der legendäre Vorspann sind hierzulande Kult.
Ein Zauberer kommt selten allein
Sylvester McCoy ist ein Charakterkopf, der auch in großen Blockbustern zu sehen war:
- Der Hobbit (Trilogie): Peter Jackson wählte ihn persönlich für die Rolle des Radagast der Braune. Als exzentrischer Zauberer mit Vogelnest unter dem Hut und einem Schlitten voller Hasen stahl er oft die Show.
- Sense8: In der Netflix-Serie der Wachowskis hatte er einen denkwürdigen Auftritt.
- King Lear: McCoy kehrte oft auf die Bühne zurück und spielte an der Seite von Sir Ian McKellen im klassischen Theater.
🤓 Nerd-Wissen: Sylvester McCoy
- Die zwei Doktoren: Da Colin Baker sich weigerte, für die Regenerationsszene zurückzukehren, musste McCoy zu Beginn seiner ersten Folge eine blonde Lockenperücke tragen und so tun, als sei er der 6. Doktor, der sich verwandelt.
- Die Löffel: Sein Talent, Löffel als Musikinstrument zu spielen ("Spoons"), baute er in die Serie ein. Er beherrscht das wirklich perfekt und führt es oft auf Conventions vor.
- Beinahe Bilbo: Lange vor seiner Rolle als Radagast war er in den 90ern ein heißer Kandidat für die Rolle des Bilbo Beutlin, als Peter Jackson erstmals den "Herrn der Ringe" plante (bevor Ian Holm die Rolle bekam).
🏆 Top 5 Episoden
Die späten 80er Jahre boten einige der intelligentesten und komplexesten Drehbücher der klassischen Serie.
Den 7. Doktor erleben
Hier findet ihr Möglichkeiten, die Abenteuer von Sylvester McCoy zu streamen oder ins Regal zu stellen.
Der Doktor hört nie auf
Obwohl seine TV-Serie 1989 abgesetzt wurde, hat Sylvester McCoy die Rolle nie wirklich aufgegeben. In den Hörspielen von Big Finish Productions blühte sein Doktor erst so richtig auf. Hunderte von Audio-Abenteuern erlaubten es ihm, die düstere, manipulative Seite des Charakters ("The Dark Doctor") viel tiefer zu erforschen, als es im Fernsehen je möglich war.
Und auch im TV ist er zurück: 2022 hatte er einen emotionalen Gastauftritt in der letzten Folge von Jodie Whittaker ("The Power of the Doctor") und 2023 kehrte er für die Serie "Tales of the TARDIS" zurück, um erneut an der Seite von Sophie Aldred (Ace) in Erinnerungen zu schwelgen. Er ist und bleibt ein unverzichtbarer Teil der Whoniverse-Familie.
"Somewhere there's danger, somewhere there's injustice... and somewhere else the tea is getting cold."
Happy Birthday, Sylvester & Sophie!
Als gebürtige Britin bin ich schon früh mit Doctor Who in Berührung gekommen. Fan wurde ich allerdings erst vor etwa 15 Jahren. Seitdem verfolge ich die Serie mit Leidenschaft und analysiere die Handlung, schauspielerischen Leistungen, das Drehbuch sowie verfügbare Produktionsinfos. Mein Ziel ist es, meine Liebe und Begeisterung für Doctor Who zu teilen und dazu beizutragen, dass die Serie auch auf Deutsch eine wachsende Fangemeinde findet.







