Rezension | Doctor Who – City of Death | Buch

„City of Death“

Doctor Who – City of Death
Erstveröffentlichung: 05. April 2018
Format: Taschenbuch
Seiten: 224 Seiten
Autoren: James Goss (Douglas Adams, Story by David Fisher)
ISBN-13: 978-1-78594-327-0

Diese Classic-Folge aus dem Jahr 1979 unter Federführung von Douglas Adams nach einer Story von David Fisher, hat Autor James Goss bereits 2015 in Romanform gebracht. Mit der Target-Version kommt nun eine verkürzte Variante von „City of Death“ dazu. In der Story werden die Urlaubspläne des 4. Doktors und Romana in Paris zunichte gemacht, als ihnen eine Zeitschleife auffällt, die in Zusammenhang mit mysteriösen Diebstählen der Mona Lisa und einem Count stehen, der nicht nur gefährlich, sondern auch alles andere als menschlich ist.


REZENSION

Die kultige Folge „City of Death“, die Doctor Who vor knapp 40 Jahren erstmals auf Location außerhalb der UK führte, gehört sicherlich zu einer der „Must-See-Episoden“ aus der Classic Ära. Doch auch die Target-Version kann sich sehen lassen.

James Goss schafft es für mich einfach großartig, den Ton des vierteiligen Episodenblocks einzufangen und mir beim Lesen immer wieder Szenen aus der TV-Version ins Gedächtnis zu rufen, wenn Tom Bakers 4. Doktor zum Beispiel einen seiner typisch amüsanten Kommentare abgibt:

‘Doctor.’ The Countess nodded. ‘You’re being very pleasant with me.’ The Doctor waved the compliment away. ‘Ah, well, I’m a very pleasant fellow.’ ‘However, I did not invite you here for social reasons.’ ‘I know.’ The Doctor looked crestfallen. ‘I could tell that the moment you didn’t offer us a drink.’ She didn’t even have a chance to stutter before he continued. ‘Thank you, three glasses of water, please, do go easy on the ice.’

Auch Romana wird toll skizziert, die sachlich kühl der ganzen Situation gegenübersteht und ihren Sachverstand einsetzt, um den Vorkommnissen auf den Grund zu gehen. Allerdings gibt James Goss dem Leser in der Target-Version Gelegenheit, an ihren Gedanken teilzuhaben. Dadurch erfährt man, dass sie auch den Wunsch hat, sich dem Time Lord gegenüber zu behaupten und ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen will:

The Count offered Romana a plate and gestured to the table […] ‘My dear,’ purred the Count confidentially, ‘I think you can be very useful to me.’ Do go on, thought Romana. She definitely got a better class of villain than the Doctor. Did Davros wheel out a fruit platter? He did not. […] ‘The Doctor! He’s here!‘ […] The Count clapped his hands together with glee. Romana couldn’t help but feel a little hurt, like an understudy, who had thought they were going down on a storm, only to see the star hobbling back into the limelight. All the same, she could do with a second opinion, and possibly cream off a bit of grudging praise for her solution.

Duggan ist für mich eine weitere Highlight-Figur der Story, der zum Missfallen des Doktors immer erst zuschlägt, bevor er irgendetwas fragt. Auch im Roman wird die draufgängerische Art des Detektivs sehr gut beschrieben und hat mir beim Lesen ebenso viel Vergnügen bereitet, wie bereits in der TV-Version:

The Doctor surveyed the Count furiously. ‘Duggan, why is it that every time I start talking to someone you knock them unconscious?’ ‘Well, I didn’t expect him to go down that easily.’ ‘Perhaps,’ the Doctor offered, ‘if you don’t understand heads you shouldn’t go around hitting them?’

Der größte Unterschied in der Romanfassung ist sicherlich, dass Scaroths Geschichte noch stärker in die Erzählungen eingebunden wird. Dadurch kann man als Leser mehr an seinem verzweifelten Bestreben teilhaben, sein Volk zu retten. Dieser zentrale Konflikt der Figur wird so nicht nur toll in Szene gesetzt, sondern erhält gleichzeitig auch mehr Tragik, als es ihm am Ende doch nicht gelingt:

So. He had failed, after all. He was falling up through the time vortex, going back to a home he wished never existed. As he drifted through the swirling centuries, his other fragments stared out at him, looking at him in fury and shame.

Als kleines Extra darf im Target-Buch natürlich auch nicht die Szene fehlen, in der John Cleese (Monty Python) in seiner Rolle als Kunstkenner das Verschwinden der TARDIS kommentiert.

Two customers stood in M. Bertrand’s gallery, debating whether or not to buy his latest acquisition. […] As they stood admiring the blue wooden police box, three people ran past them and into the box. Which, with a snort, vanished. ‘Exquisite, absolutely exquisite!’ The second customer clapped her hands. The first nodded in solemn agreement.

Für mich gehört die Target-Version von „City of Death“ neben „Rose“ und „The Day of the Doctor“ zu einem meiner persönlichen Highlights aus der im April 2018 veröffentlichten Bücher. Alle drei Stories sind absolute „Page Turner“.

Ebenso wie bei Russell T Davies und Steven Moffat, ist auch James Goss‘-Schreibstil mit großer Leichtigkeit versehen und gleichzeitig voller spannender Momente. Durch die konkreten Beschreibungen und vielen identischen Dialoge, konnte ich die Bilder der TV-Version immer wieder vor meinem geistigen Auge abrufen und gleichzeitig mit vielen interessanten neuen Zusatzinformationen füllen, die sich die Autoren für die Novelisationen ausgedacht haben.

Das Target-Buch von „City of Death“ ist eine klare Bereicherung zur kultigen TV-Variante und hat die optimale Seitenlänge für diese Story.


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Andrea Vasel
Redakteurin
Ich bin angehende Kultur- & Reisejournalistin, Autorin und Großbritannien-Fan. Da Doctor Who ein wichtiger Bestandteil der britischen Popkultur ist, war es nur eine Frage der Zeit, bis ich die Serie kennen und lieben lernen durfte. Auf meiner Facebookseite „Großartiges Britannien“ sowie der von mir gegründeten Online-Zeitschrift "Großartiges Britannien: Culture / History / Travel Magazine" berichte ich regelmäßig über den Doktor. Neben meinen journalistischen Arbeiten schreibe ich außerdem an einer Whodunnit-Reihe, die in London spielt.
Andrea Vasel

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Ich bin angehende Kultur- & Reisejournalistin, Autorin und Großbritannien-Fan. Da Doctor Who ein wichtiger Bestandteil der britischen Popkultur ist, war es nur eine Frage der Zeit, bis ich die Serie kennen und lieben lernen durfte. Auf meiner Facebookseite „Großartiges Britannien“ sowie der von mir gegründeten Online-Zeitschrift "Großartiges Britannien: Culture / History / Travel Magazine" berichte ich regelmäßig über den Doktor. Neben meinen journalistischen Arbeiten schreibe ich außerdem an einer Whodunnit-Reihe, die in London spielt.

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