Review – 009 – Planet of Giants

Liebling, ich habe die Timelords geschrumpft…

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Doctor Who – 009 – Planet of Giants


Serial bestehend aus 3 Episoden:

– „Planet of Giants“ – Erstausstrahlung am 31. Oktober 1964.
– „Dangerous Journey“ – Erstausstrahlung am 07. November 1964.
– „Crisis“ – Erstausstrahlung am 14. November 1964

Drehbuch: Louis Marks

Regie: Mervyn Pinfield & Douglas Camfield

Produzent: Verity Lambert


Der Doktor:
 William Hartnell

Susan Foreman: Carole Ann Ford
Ian Chesterton: William Russel
Barbara Wright: Jacqueline Hill


 

Planet of Giants ist die erste Folge, der zweiten Staffel Doctor Who – und somit die erste, welche vom Erfolg der Serie profitierte.

Nicht nur, dass die Serie vorerst nicht mehr um eine vorzeitige Absetzung bangen musste, konnte man sich nun auch mit noch fantastischeren Welten anfreunden.
Genau hier liegt allerdings auch das Hauptproblem dieser Folge.
Wo der Titel einem noch suggeriert, man würde auf einem fremden Planeten mit riesigen Geschöpfen landen, spielt sich die gesamte Folge in einem kleinen Vorgarten in London ab.
Damit steht diese Folge neueren wie „The Doctors Wife“ in nichts nach.
Für den Erstseher kann diese Erkenntnis dennoch sehr ernüchternd sein, da helfen auch die vielen tollen Sets und Bühnenbilder nichts.
Aber fangen wir wie immer vorne an:

vlcsnap-2014-02-03-01h51m26s5Während die TARDIS fliegt, springen die Türen auf und müssen von den Insassen mit eigener Kraft wieder geschlossen werden.
Warum das passiert? Nun genau genommen wird das während der gesamten Folge nicht aufgeklärt… Man darf sich also selbst einen Reim darauf machen.
Dann zerspringt auch noch der Monitor in der TARDIS und wir bekommen einen kleinen Vorgeschmack auf das, was uns erwarten könnte…vlcsnap-2014-02-03-01h53m39s55

Als die vier Zeitreisenden die TARDIS verlassen, treffen schon nach kurzer Zeit auf einen riesigen, toten Regenwurm.
Da kann Barbara noch so oft „Schlange“ schreien – es ist auf den ersten Blick klar als Regenwurm erkennbar… Na gut, vielleicht spricht dort auch der Angler aus mir. 😉

vlcsnap-2014-02-03-01h54m46s209Ian und Susan – Nebenbei erwähnt eine interessante aufsplittung, da der Doktor nicht wie sonst mit Susan, sondern mit Barbara geht – treffen unterdessen auf eine riesige, aber tote, Ameise, eine riesige Reklame, sowie eine riesige (und ja, ich werde dieses Wort, in dieser Review, wohl noch öfter benutzen) Streichholzschachtel.
Ich könnte jetzt wirklich ins Schwärmen geraten, bei den tollen Requisiten, auch wenn diese doch recht einfache Gegenstände darstellen.vlcsnap-2014-02-03-02h00m39s157
Aber man hat wirklich das Gefühl, dass dort winzige Menschen um normalgroße Haushaltsgegenstände agieren.
Diese Atmosphäre ist ein Gigantischer Pluspunkt.

Schnell wird sowohl Susan, als auch dem Doktor, klar, dass nicht die Umgebung sehr groß ist, sondern sie, also der Doktor, Ian, Barbara und Susan, sehr klein sind.
Und erstmal zu dieser Erkenntnis gekommen, dauert es auch nicht mehr lange, bis ihnen auffällt, nicht auf einem fremden Planeten, sondern im London der 60er Jahre zu sein.
Mit andern Worten, genau da, wo Ian und Barbara, seit Beginn ihrer Reise, wieder hin wollten… Allerdings nicht als Däumling und Däumelinchen.

vlcsnap-2014-02-03-02h04m38s244Und während unser lieber Ian noch die Streichholzbox von innen untersucht, kommt auch schon das Unheil, in Gestalt eines riesigen (langsam finde ich Gefallen an dem Wort) Mannes.
Der Mann ist, für den Zuschauer gesehen, natürlich von normaler Größe.
Er hebt die Streichholzschachtel, samt Ian in ihr, auf und steckt diese in seine Tasche.
Somit ist das „erstmal zurück in die TARDIS und auf Normalgröße wachsen“ Szenario erstmal vom Tisch – denn die Primär Mission lautet nun „Ian retten“.vlcsnap-2014-02-03-02h09m29s80

Lange braucht Ian vor dem Mann, welcher sich als Wissenschaftler und Erfinder eines neuen ungetesteten Insektizides, herausstellt, allerdings nicht fürchten, denn die Fronten und der Knackpunkt der Geschichte sind nun schnell abgehandelt.

Das neue Insektizid tötet nicht nur Schädlinge sondern sämtliche Insekten, auch nur nützlichen und unentbehrlichen.
Da allerdings der zwielichtige Mr. Forester den armen Wissenschaftler erschießt, damit dieser dem insektizid nicht mehr im Wege steht und Mr. Forester kein Verlustgeschäft erleidet, scheint der Verbreitung des Insektizides nichts mehr im Wege zu stehen.
Gar nichts mehr? Oh da hat Mr. Forester seine Rechnung aber ohne die Däumlings Crew gemacht.

vlcsnap-2014-02-03-02h10m53s158Kurz begutachten die vier Miniatur-Zeitreisenden die Leiche schon werden sie wieder getrennt.
Der Doktor und Susan suchen Schutz in einem Abflussrohr, während Ian und Barbara in die Aktentasche des Wissenschaftlers klettern – was sich im Nachhinein als Fehler herausstellt… Und das nicht nur, weil Barbara fast von einer Büroklammer erschlagen worden wäre.
Denn, als wieder Ruhe einkehrte, finden sich die beiden im Haus wieder.

vlcsnap-2014-02-03-02h24m26s96Und was macht man als mutige Erkunder? Klar, man fässt alles an – Obwohl der Doktor vorher noch vor Lebensmitteln gewarnt hatte.
Aber Barbara kennt da nichts und begrabbelt ein riesiges Weizenstück.
Es kommt wie es kommen muss und sie hat die ganze Hand voll mit dem Insektizid.
Und wie bringen wir jetzt noch ein wenig Dramaturgie in die Geschichte? Sichi, Barbara verschweigt diese Tatsache einfach mal.
vlcsnap-2014-02-03-02h27m03s125Ich will mich ja jetzt nicht beschweren und ein „Out of Charakter“-Schild in die Höhe reißen… Aber… Kommt schon… Was soll das? – Warum sollte Barbara verschweigen sich womöglich vergiftet zu haben? Vor allem vor dem Doktor?

Naja Egal, weiter im Text.
Der Doktor und Susan klettern das Abflussrohr hoch und finden sich schließlich in einem riesigen Waschbecken wieder.
Auch hier kann ich die Requisiten wieder nur Loben.
Der Stöpsel und auch der Abfluss sehen fantastisch aus.
Barbara, oder wie ich sie nun nenne, Madame „Alles anfassen wie ein kleines Kind, aber niemanden was davon sagen“ … Ja gut, ich werde sie nicht so nennen, aber es regt mich halt auf 😉 … trifft unterdessen auf eine riesige Fliege – ausnahmsweise nicht tot – und fällt natürlich sofort in Ohnmacht.
vlcsnap-2014-02-03-02h32m15s175An dieser Stelle möchte ich noch einmal das „Out of Charakter“-Schild erwähnen, welches ich aber abermals nicht hochhalten werde – aber ich könnte. 😉
Die Fliege übrigens sieht sehr chic aus.
Die Bewegungen wirken natürlich sehr Old School, aber ich denke, mit der Animatronik sind sie, bei ihrem Budget, wesentlich besser gefahren, als wenn man Stop-Motion benutzt hätte.

Madame „Ich tatsch alles an“ und Ian kommen zur Spüle und sehen den Doktor und Susan.
Allerdings werden sie, bevor sie die Stöpsel Kette runterklettern können, von Mr. Forester und seinem Kollegen Mr. Smithers – welcher, obwohl er nicht völlig überzeugt ist, aus Angst vor seinem Jobverlust, Mr. Forester beim Beseitigen der Leiche hilft – gestört und müssen wieder Schutz suchen, während der Doktor und Susan das Abflussrohr wieder runterklettern.

vlcsnap-2014-02-03-02h35m29s66Ein Glück konnten Mini-Doc und Mini-Susan gerade noch Schutz finden, bevor sie weggespült werden konnten vom Hände-Abwasch-Wasser.
Nach dieser Hürde kommen die vier Däumlinge endlich wieder zusammen und hecken einen Plan aus, um auf den Mord aufmerksam zu machen.
Sie wollen bei der Polizei anrufen.

vlcsnap-2014-02-03-02h46m27s244Nun dieses Vorhaben klingt erst einmal sehr löblich – allerdings, wenn man ein wenig drüber nachdenkt, fragt man sich… wie?
Und wehe einer sagt jetzt „mit einem Telefon“. 😉
Schon klar, allerdings erklärte der Doktor zuvor noch, dass sie, aufgrund ihrer Größe, in einer völlig anderen Frequenz sprechen würden und höchsten von Hunden gehört werden.
Ich kann mir beim besten Willen nicht klar machen, warum sie nun davon ausgehen, dass man sie am Telefon verstehen könnte.
Naja, ein Glück wurde hier zumindest auf das gebaut was zuvor gesagt wurde und nachdem die vier den Telefonhörer, mit Hilfe von zwei Korken, angehoben haben, versteht die nette Vermittlungs-Dame am anderen Ende kein Wort…

vlcsnap-2014-02-03-02h53m30s120Sieht so aus, als wenn der Plan für Mr. Forester glatt aufgehen würde – Wenn die Dame nicht zufällig verdacht Schöpfen würde, als Mr. Forester bei ihr Anruft und sich für den verstorbenen Mr. Farrow ausgeben würde.
Da kann man auch wirklich kein Mitleid haben, wenn sich jemand so behämmert verhält und meint, ein Tuch vorm Hörer alleine reicht aus, um jemand anderes zu imitieren.
Ein wenig die Stimme verstellen, hätte ihm nicht geschadet.

vlcsnap-2014-02-03-02h57m22s144So kommt es schließlich, dass ein Polizist vorbei schaut und Mr. Farrow kurzerhand dabei ertappt, wie dieser versucht auch Mr. Smithers zu töten und diesen daraufhin fest nimmt.

Achja, ganz vergessen zu erwähnen, unsere Frau „Oh was ist das? Keine Ahnung, aber ich hebe es mal auf“ war in der Zwischenzeit kurz ohnmächtig, woraufhin ihre drei Begleiter herausfanden was los ist.
Allerdings war der Schock nur von kurzer Dauer.

vlcsnap-2014-02-03-03h01m58s85Zurück in der TARDIS bringt der Doktor sie wieder auf Normalgröße und sofort, wie durch ein Wunder, geht es Barbara wieder gut…
Man kann jetzt sagen, wenn Klamotten mit-schrumpfen und wachsen, könnte man davon ausgehen, dass auch die Menge Gift, welche Barbara aufgenommen hat, mitwächst, und ein wachsen auf Normalgröße keine Auswirkung auf das Gift hat… Aber es ist so.vlcsnap-2014-02-03-03h04m34s105
Damit endet die Folge mit einem der vielen Schwachpunkte der Episode und leitet dafür aber in  „The Daleks Invasion of Earth“ ein, welches in allen Belangen eine Steigerung der Produktion ist – Dazu aber mehr in der nächsten Review.


Fazit:

Es ist schon verdammt Schade, welches Potenzial hier verschwendet wurde.
Der Titel suggerierte uns eine fantastische Geschichte auf einem fremden Planeten und was wir bekamen war die Vorversion von „Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft“.
Lobenswert sind die tollen Sets und Requisiten, als auch die guten Darsteller,
Leider krankt das Drehbuch an einer gewissen Einfallslosigkeit und seltsamen Verhalten der Charaktere.
Selbst William Hartnell, den ich ansonsten ja immer sehr Lobe, konnte hier nicht wirklich viel rausholen.
Ich würde die Folge keinesfalls als schlecht bezeichnen, schon gar nicht im Anbetracht des nahenden Web Planets auf meiner Liste, aber sie ist auch keinesfalls als besonders Gut einzustufen.
Im Endeffekt haben wir hier eine langweilige Geschichte mit netten Sets und Einfällen, was das ganze ins Mittelfeld schiebt.
Deswegen entscheide ich mich für den Durchschnitt und vergebe:

5 von 10 Punkten.

Punkte 5


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André McFly
Gründer & Chefredakteur
Ich bin seit über 10 Jahren Doctor Who Fan und hatte 2013 die Idee für eine deutsche Doctor Who Reviewseite. Über die Jahre hat sich der Whoview allerdings zu mehr als nur einer Reviewseite entwickelt und so schreibe ich heute vor allem News und Rezensionen. Ich bin auch jährlich auf der Timelash als Presse zu Gast und veröffentliche meine Eindrücke hier auf der Seite. Fernab von Doctor Who betreibe ich mehrere Podcasts, mache Musik und versuche mich als Autor.
André McFly

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Ich bin seit über 10 Jahren Doctor Who Fan und hatte 2013 die Idee für eine deutsche Doctor Who Reviewseite. Über die Jahre hat sich der Whoview allerdings zu mehr als nur einer Reviewseite entwickelt und so schreibe ich heute vor allem News und Rezensionen. Ich bin auch jährlich auf der Timelash als Presse zu Gast und veröffentliche meine Eindrücke hier auf der Seite. Fernab von Doctor Who betreibe ich mehrere Podcasts, mache Musik und versuche mich als Autor.

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Alice MaiToby Toby Recent comment authors
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Dalek

Das war wirklich eine langweilige Folgen. Hab sie in der Hälfte ausgemacht. Dabei waren eigentlich alle Zutaten für eine gute Folge da.

Alice Mai
Dalek

Ich hab gerad die erste Folge gesehen, die mir bis jetzt eigentlich ganz gut gefallen hat. Ich glaub aber, dass es schon erklärt wurde, warum die Türen aufsprangen. Am Anfang erzählt doch der Doktor, dass er auf einer neuen/anderen Frequenz (?) fliegt, irgendwann nach dem Zwischenfall frägt Ian, warum die Türen aufgesprungen sind, worauf der Doktor meinte, dass der Druck von außen (das Wort hab ich nimmer im Kopf) zu stark war, vor allem beim materialisieren. Ich denk, dass es eben an dieser anderen Frequenz lag, zumindest hab ichs so verstanden.

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