Happy Birthday, William Hartnell! Der erste Doktor wäre heute 118 Jahre alt geworden!

Das Original

Heute gedenken wir dem Mann, mit dem alles begann. William Hartnell, der allererste Doktor, wäre heute 118 Jahre alt geworden.

Der am 8. Januar 1908 in London geborene Schauspieler betrat als Erster die TARDIS und legte damit den Grundstein für ein kulturelles Phänomen, das Generationen überdauern sollte. Ohne seine Gravitas, seinen Humor und seine Wandlungsfähigkeit gäbe es Doctor Who heute nicht.

Der harte Sergeant

Bevor er zum Zeitreisenden wurde, war William "Bill" Hartnell bereits ein etablierter Star im britischen Film und Fernsehen – allerdings in einer völlig anderen Rolle. Aufgrund seines markanten Gesichts und seiner autoritären Ausstrahlung war er auf "harte Kerle" abonniert. Er spielte oft Polizisten, Gangster oder Soldaten.

Berühmt wurde er durch die Sitcom The Army Game (1957–1961) als strenger Sergeant Major Bullimore. Auch im Filmklassiker The Way Ahead (1944) glänzte er. Doch es war seine Rolle als alternder Rugby-Talentscout in Lockender Lorbeer (This Sporting Life) von 1963, die Verity Lambert (die erste Produzentin von Doctor Who) überzeugte: Sie sah in seiner Darstellung die nötige Sensibilität und Verletzlichkeit für den Doktor, hinter der harten Schale.

William Hartnell Portrait

Die Ära des 1. Doktors (1963–1966)

Als William Hartnell 1963 die Rolle übernahm, war der Doktor noch kein strahlender Held. Sein erster Doktor war zunächst ein mysteriöser, fast unheimlicher alter Mann, der seine Enkelin Susan beschützte und die menschlichen Begleiter Ian und Barbara eher als lästige Entführer behandelte.

Doch Hartnells Meisterleistung bestand darin, diese Figur zu entwickeln. Über drei Jahre hinweg erweichte der Doktor, wurde vom grummeligen Anti-Helden zum warmherzigen, schelmischen Großvater des Universums. Er kämpfte gegen die Daleks, traf historische Figuren und etablierte die Grundregel der Serie: Der Sieg des Intellekts über rohe Gewalt.

Ein Leben vor der TARDIS

Hartnells Filmografie ist lang und beeindruckend. Einige seiner wichtigsten Stationen:

🤓 Nerd-Wissen: William Hartnell

  • Die Perücke: Obwohl er langes, zurückgekämmtes Haar trug, war das nicht sein echtes. Hartnell trug als Doktor eine Perücke, da sein eigenes Haar anders verlief und er für die Rolle älter wirken sollte.
  • Der "Billy-Fluff": Hartnell war bekannt dafür, sich oft zu versprechen ("Check the for radiation!"). Dies lag teilweise an seiner Krankheit (Arteriosklerose), aber auch am extremen Zeitdruck der damaligen TV-Produktion, bei der Szenen kaum wiederholt wurden. Die Fans lieben diese kleinen Fehler heute als Teil seines Charakters.
  • Die Nachfolger: Hartnell ist der einzige Doktor, dessen Rolle später von anderen Schauspielern "recycelt" wurde, um ihn darzustellen: Richard Hurndall in Die fünf Doktoren (1983) und David Bradley in Ein Abenteuer in Raum und Zeit sowie der Serie selbst.
  • Die Liebe zu Kindern: Obwohl er den Ruf hatte, am Set schwierig zu sein, liebte er die Reaktion der Kinder auf seine Rolle. Er sagte einmal, Doctor Who sei die einzige Rolle gewesen, auf die seine Enkelkinder stolz waren.

🏆 Top 5 Episoden

Die Ära Hartnell etablierte alles, was wir heute lieben: TARDIS, Daleks und Zeitreisen. Hier sind die Klassiker:

The Dalek Invasion of Earth
Platz 5

The Dalek Invasion of Earth

Die Daleks besetzen London! Ein düsteres Epos mit ikonischen Bildern. Am Ende steht der vielleicht emotionalste Moment der Hartnell-Ära: Der Doktor lässt seine Enkelin Susan zurück, damit sie ihr eigenes Leben leben kann ("One day, I shall come back...").

The Aztecs
Platz 4

The Aztecs

Ein moralisches Lehrstück. Barbara wird für eine Göttin gehalten und will die Menschenopfer stoppen. Der Doktor muss ihr erklären, dass man die Geschichte nicht umschreiben kann ("Not one line!"). Hartnell brilliert hier als weiser Zeitwächter – und findet sogar Zeit für eine Romanze.

The Daleks' Master Plan
Platz 3

The Daleks' Master Plan

Ein 12-teiliges Epos, das fast Spielfilmlänge erreicht. Es ist eine düstere Space Opera, in der der Doktor gegen die Allianz der Daleks kämpft. Hartnell zeigt hier seine strategische und kämpferische Seite. (Leider sind viele Teile heute verschollen).

The Romans
Platz 2

The Romans

Eine der lustigsten Geschichten der Klassik-Ära. Der Doktor wird fälschlicherweise für einen berühmten Musiker gehalten und muss Kaiser Nero unterhalten (und versehentlich Rom anzünden). Hartnell beweist hier exzellentes komödiantisches Timing.

The Time Meddler
🏆 PLATZ 1

The Time Meddler

Ein Wendepunkt. Zum ersten Mal trifft der Doktor auf einen anderen seiner Art: Den "Meddling Monk", der die Geschichte aus Spaß manipuliert. Ein brillantes Katz-und-Maus-Spiel, in dem Hartnell den anderen Time Lord intellektuell überlistet.

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Der letzte Vorhang

William Hartnells Abschied von der Serie im Jahr 1966 war nicht ganz freiwillig. Er litt an fortschreitender Arteriosklerose, was es ihm zunehmend schwer machte, sich seine Texte zu merken. Um die Serie zu retten, entwickelten die Produzenten das Konzept der "Regeneration" (damals noch "Erneuerung" genannt).

Nach seinem Ausstieg verschlechterte sich sein Gesundheitszustand, und er erhielt kaum noch Rollenangebote, da er nun zu sehr auf den Doktor festgelegt war. Seinen letzten großen Auftritt hatte er 1973 im Jubiläumsspecial The Three Doctors. Da er zu schwach war, um mit Patrick Troughton und Jon Pertwee am Set zu agieren, wurden seine Szenen separat aufgenommen, in denen er von einem Monitor aus Anweisungen gab und seine Texte von großen Karten ablas.

William Hartnell verstarb am 23. April 1975 im Alter von 67 Jahren an Herzversagen. Er erlebte nicht mehr, wie groß sein Vermächtnis werden würde, doch er wusste, dass er etwas Besonderes geschaffen hatte.

Wir verneigen uns vor dem Original. Danke, Bill, für den Mut, in eine blaue Polizeibox zu steigen.

"One day, I shall come back."

Samira Hofmann
Als gebürtige Britin bin ich schon früh mit Doctor Who in Berührung gekommen. Fan wurde ich allerdings erst vor etwa 15 Jahren. Seitdem verfolge ich die Serie mit Leidenschaft und analysiere die Handlung, schauspielerischen Leistungen, das Drehbuch sowie verfügbare Produktionsinfos. Mein Ziel ist es, meine Liebe und Begeisterung für Doctor Who zu teilen und dazu beizutragen, dass die Serie auch auf Deutsch eine wachsende Fangemeinde findet.
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Samira Hofmann

Als gebürtige Britin bin ich schon früh mit Doctor Who in Berührung gekommen. Fan wurde ich allerdings erst vor etwa 15 Jahren. Seitdem verfolge ich die Serie mit Leidenschaft und analysiere die Handlung, schauspielerischen Leistungen, das Drehbuch sowie verfügbare Produktionsinfos. Mein Ziel ist es, meine Liebe und Begeisterung für Doctor Who zu teilen und dazu beizutragen, dass die Serie auch auf Deutsch eine wachsende Fangemeinde findet.
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