Review | Torchwood – 2×01 | Kiss Kiss Bang Bang

TORCHWOOD

„Kiss Kiss Bang Bang“


Erstausstrahlung DE: 10. Juni 2009
Erstausstrahlung UK: 16. Januar 2008

Drehbuch: Chris Chibnall
Regie: Ashley Way
Produktion: Russell T Davies, Julie Gardner, Richard Stokes, Chris Chibnall

Captain Jack Harkness: John Barrowman
Gwen Cooper:
Eve Myles
Ianto Jones:
Gareth David-Lloyd
Owen Harper:
Burn Gorman
Toshiko Sato:
Naoko Mori
Rhys Williams:
Kai Owen


Das Torchwood-Team gerät bei einer Geiselnahme in eine ausweglose Lage. Im letzten Moment taucht ganz überraschend Jack wieder auf und erschießt den Geiselnehmer. Trotz aller Freude über seine Wiederkehr, sind die Torchwood-Teammitglieder immer noch verärgert wegen seines plötzlichen Verschwindens und stellen ihn zur Rede. Jack erzählt ihnen, er habe seinen „Doktor“ gefunden und das Ende der Welt erlebt. Er habe sich aber entschieden, zum Team zurückzukehren, da er glaubt, auf der Erde glücklich werden zu können. Als das Team gemeinsam bei der Untersuchung eines neuen Falls ist, meldet sich Jacks geheimnisvoller Armbandcomputer und er erhält eine Nachricht von einem alten Bekannten aus seinem früheren Leben: Captain John Hart. Wie sich herausstellt, waren Captain Hart und Captain Jack früher einmal Partner und auch ein Paar. Captain John bittet das Team um Hilfe bei der Suche nach drei Kanistern mit äußerst brisantem Inhalt, die versehentlich auf der Erde gelandet sind. Es bestehe die Gefahr, dass die ganze Welt verseucht werde. Doch John scheint ein doppeltes Spiel zu spielen und es mit der Wahrheit nicht so genau zu nehmen. Sind die Kanister überhaupt verseucht, oder steckt ein anderes Geheimnis dahinter? (Text: RTL II)


Anmerkung: Diese Review wurde ursprünglich 2009 veröffentlicht. Sämtliche zeitorientierten Diskrepanzen und/oder altbackenen Anspielungen sind mit einem Lächeln zu genießen.

Inhalt: Jacks alter Homo-Kumpel John tritt aus dem Zeitriss in Cardiff. Nach einigen frechen Sprüchen, Gewaltorgien und sexuellen Anspielungen ergibt sich, dass dieser nur einen radioaktiven Explosivstoff sucht, der irgendwo in der Stadt verloren gegangen ist…

Review

Jack muss sein Team derartig hassen, dass hier selbst ein tobsüchtiger Kritiker auf langjährigem Satire-Horrortrip nicht mithalten kann: Warum schickte er seinen alten Knutsch- und Popoloch-abdicht-Kollegen denn sonst ALLEINE mit seinem Team los, wo er doch von Anfang an wusste, dass man dem Mann nicht trauen kann (wobei eine Trauung für Jack sicherlich nicht ausgeschlossen war, bei DER Knutscherei)? Glaubte er etwa an das Gute in des Menschen… Drehbuch? Und das, obwohl hier immerhin Spike (aus „Buffy“) mitspielte? Meinte Jack, die Drehbuchautoren würden so viel Einfallsreichtum beweisen, die alte Vampirfiguren-Gussform lediglich eine Mutter Theresa für etwas rustikalere Gemüter spielen zu lassen?

Prompt wird Gwen vergiftet (praktischerweise tötet das Gift erst in 2 Stunden), Tosh verprügelt (glücklicherweise hatte sie an diesem Tag ihren Gummi-Kopp auf), Owen angeschossen (dankenswerterweise nur am verschmerzbaren Beckenknochen) und Captain Jack Harkness umgebracht (zum Glück… na ja, ihr wisst schon…). – Wie? Warum er die ersten drei Pappnasenimitate dann knapp verschont hat, wenn er doch eine solche Brutalität in sich trug? Weil die nicht das Lazarus-Gen in sich trugen, vermutlich. Zwar wusste Spike nichts von Jacks Unsterblichkeitsversicherung mit der LBS (= „Lange Bi & Schwul“), nutzte sie aber unwissentlich, um das Drehbuch voran zu treiben. Oder dieses halt an einen ordentlich „toten“ Punkt…

Aber gut: Immerhin spielte Spike… ähm… JAMES MARSTERS die Rolle des dauerrolligen Captain John sehr ausgelassen und amüsant. Und diese schauspielerische Leistung war auch wirklich der einzige Lichtblick im Tunnel hinter dem homoerotisch abgeschleckten Gaumenzäpfchen! Ein paar erotische Sprüche zeigten sich allerdings deutlich „over the top“ und waren auch für den Zuschauer so schmerzhaft wie eine zu lange gehaltene Erektion: „Oh, wie prächtig!“ – „Das ist nur ein Pudel!“ – „Wunderbar!“

„Komm schon, Kumpel! Wir haben uns doch früher – in der Zukunft – immer gut unterhalten können, oder?“ – „Ging so. Mit meinem Penis in deinem Mund habe ich oft kein Wort verstanden, weißt du?“ – Wo die Liebe hinfällt… holt sie sich einen doppelten Oberschenkelhalsbruch: Die Frage, warum Captain John in einer roten Zirkusdirektorjacke herumläuft, wäre ebenso zu klären, warum der Bundesrat der Zukunft zwischen Tigern tagt, die durch brennende Reifen springen…

Überhaupt schien man tatsächlich einige „Buffy“-Besonderheiten nachspielen zu wollen. Spike sollte Jack – wie einst Angel – wieder seine dunklen Seiten zeigen (Nein, keine Analverkehranspielung diesmal!). Und Jack küsste Spike – wie einst Buffy – erst nach einer gegenseitigen Prügelorgie in einer Bar, bei der nicht nur das Inventar zu Bruch ging, sondern auch mein Vertrauen in die britischen Behörden: Wenn ein Psychopath mit zwei Knarren mehrere Menschen bedroht, kann das unprofessionelle Torchwood-Team mal gerade den eigentlichen Polizeieinsatz abblasen. Da muss man als Hilfesuchender ja Angst haben, dass sich die Torchis zwischen durch versehentlich selber beim Nasebohren erschießen oder sich im Einsatzwagen zur Vorbereitung erst mal homoerotischen Spielen hingeben…

„Schön“ auch, dass Jack seine Leute wieder mal stehen ließ, nix erklärte und sich überhaupt wieder mal als Shatnerdarsteller in der demnächst hoffentlich verfilmten Autobiografie anbot. Mit unsterblichen Chefs arbeitet man doch gerne zusammen, wenn diese ihre verlorene Todesangst inzwischen in den Job einbringen und sich dadurch einen Fehler nach dem anderen leisten können. Das schlimmste, was passieren kann, ist schließlich ein Abstumpfungsprozess, den man bislang nur DIGITALEN Killerspielen zugetraut hätte. Somit konnte sich Jack auch mal gerade vom Dach schubsen (er wollte es doch auch, oder?) und sich am Ende noch mal übertölpeln lassen.

Diese Leute dürfen von der Regierung unbehelligt die Erde beschützen?! Liebe Leute, sperrt eure Kinder ein. Und zwar in eurer Ferienwohnung auf dem MOND!

Die Geschichte um geklaute Sprengköpfe war übrigens nur ein lahmer Aufhänger, um Jack und Spike das genaue Gegenteil eines Hängers zu bescheren. Aber vielleicht wollte John Barrowman (der ja wirklich schwul ist), einfach mal an dem hübschen Wangenknochen-Lustknaben aus „Buffy“ rumschlecken und hatte Glück, dass Russell T. Davies (ebenfalls schwul) die Idee ebenfalls über alle Schwanzmess-Maßen begeistert hat?


Fazit

James Marsters ist einfach eine coole Sau, keine Frage. Selbst als Schwuler schmeckt er irgendwie noch nach Sandelholz und Schwefelbad! Doch die gay’sche Geschichte sowie die ihr grundlegendes Pannemann-Psychologie waren so überdreht, dass wenigstens MIR keiner abgegangen ist. Lichtblick: Eine Omma sieht zu Beginn ein Fischalien in einem Sportwagen sitzen. DAS wäre doch mal ausbaufähig gewesen!


Bewertung: 1,5 von 5 TARDISse

 

 

 


Diese Review ist im Original auf Zukunftia.de zu finden!



 

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Daniel Klapowski
Redakteur
Daniel Klapowski ist Chef-Redakteur von Zukunftia.de, Klei— Feingeist und zudem ein weltberühmter Kenner auserlesener Weine unter zwei Euro. So lautet ein Auszug aus seiner legendären Sammlung von Trinksprüchen: „Fusel aus dem Karton so fein, hilft beim schnellen strulle sein. Prost!“.

Daniel Klapowski

Daniel Klapowski ist Chef-Redakteur von Zukunftia.de, Klei— Feingeist und zudem ein weltberühmter Kenner auserlesener Weine unter zwei Euro. So lautet ein Auszug aus seiner legendären Sammlung von Trinksprüchen: „Fusel aus dem Karton so fein, hilft beim schnellen strulle sein. Prost!“.
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