Review | Torchwood – 1×12 | Captain Jack Harkness

TORCHWOOD

„Captain Jack Harkness“


Erstausstrahlung DE: 27. Mai 2009
Erstausstrahlung UK: 01. Januar 2007

Drehbuch: Catherine Tregenna
Regie: Ashley Way
Produktion: Russell T Davies, Julie Gardner, Richard Stokes, Chris Chibnall

Captain Jack Harkness: John Barrowman
Gwen Cooper:
Eve Myles
Ianto Jones:
Gareth David-Lloyd
Owen Harper:
Burn Gorman
Toshiko Sato:
Naoko Mori
Rhys Williams:
Kai Owen


Während einer Routineuntersuchung in einem verlassenen Tanzlokal geraten Jack und Toshiko in einen Riss im Raum-Zeit-Kontinuum und werden ins Jahr 1941 geschleudert. Großbritannien befindet sich mitten im Krieg, und das Lokal dient als Soldatenunterkunft. Hier treffen die Besucher aus der Zukunft auf den echten Captain Jack Harkness – den Mann, dessen Identität Jack nach dessen Tod angenommen hat. Bei einem Blick auf den Kalender wird Jack klar: Schon am nächsten Tag wird Captain Harkness bei einem Trainingsunfall sterben. Bei einem Gespräch mit dem Captain merkt Jack zudem, dass dieser ein amouröses Interesse an ihm hat, was der Soldat aber angesichts der rigiden Moralvorstellungen seiner Zeit nicht zuzugeben wagt. In der Gegenwart sucht der Rest des Torchwood-Teams nach einer Möglichkeit, Jack und Toshiko aus der Vergangenheit zurückzuholen. Die einzige Chance scheint darin zu liegen, sich das Cardiff-Wurmloch zunutze zu machen. Doch Ianto warnt seine Kollegen davor, dass ein solches Experiment unabsehbare Konsequenzen haben könnte … (Text: RTL II)


Anmerkung: Diese Review wurde ursprünglich 2008 veröffentlicht. Sämtliche zeitorientierten Diskrepanzen und/oder altbackenen Anspielungen sind mit einem Lächeln zu genießen.

Inhalt: Toshi und Jack untersuchen ein altes Haus. Plötzlich befinden sie sich in einer Fete im Jahre 1941, wo Jack auch gleich den WAHREN Jack Harkness trifft. Nebenbei schleicht ein dubioses Männlein herum, dass nach Belieben in der Zeit wechseln kann…

Review

Fast wartet man auf eine Erzählerstimme, welche die nächste Wendung mit dem Satz „Zur selben Zeit geschah in der Zukunft Folgendes…“ ankündigt. Denn sobald hier etwas in der Vergangenheit passiert, sehen wir die Auswirkungen auf unsere Gegenwart. Eine schöne Idee, die auch durch ihr reifes Alter nichts von ihrer altehrwürdigen Erhabenheit verliert…

Große Diskussionen im Internet hatte jedoch der innige Kuss zwischen Jack & Jack ausgelöst: War der irgendwie aufgesetzt, nicht nur auf den Lippen? Muss man es sich als gestandener Hetero-Mann gefallen lassen, solcherlei „Lippenbekenntnisse“ anschauen zu müssen? Ging Russell T. Davies hier doch zu weit, obwohl er schon zu Beginn der Serie einen „Homo-Overkill“ (dieses Wort soll keineswegs zur Tötung von gleichgeschlechtlich Orientierten aufrufen) ankündigte?

Die Beantwortung dieser drei Fragen in der korrekten Reihenfolge lautet:

– Ja, ein bisschen.
– Mir persönlich ist es im Prinzip Wurscht, ob maskuline Schauspieler nun schöne Männer oder hässliche Frauen küssen. Wer 7 Staffeln Voyager ertragen hat, ekelt sich vor nichts mehr…
– Langsam nervt’s tatsächlich. Nichts gegen männlichen Analverkehr und beidseitiges Dosenreiben, aber bei Torchwood wird inzwischen tatsächlich auf „Orgasmus-komm-raus“ ein Lebensstil propagiert, der den Kindergeldkassen auf Dauer sehr viel Geld sparen würde… Hätte man sich gaytechnisch bislang etwas zurückgehalten, wäre weniger wohl sogar mehr gewesen. Jetzt fehlt ja nur noch Ianto im „Ein bisschen Bi schadet nie“-Club… Aber wie ich las, soll er demnächst wohl eine ganz neue Seite an Jack entdecken. – Eine, die sonst von einer Hose verdeckt ist?

Obwohl diese Folge eine der Beliebtesten der ersten Staffel ist, fehlte mir das gewisse „Wow!“-Element (nein, nicht „World of Warcraft“, Sparki!). Jack hat auf der Tanzveranstaltung keine anderen Sorgen, als den Träger seines geklauten Namens die Augen feucht zu quatschen. Von wegen: „Du wirst… ähm… KANNST eventuell, vielleicht Morgen tot sein“ – Wobei er da sicherlich nicht so ganz Unrecht hatte: Die anderen Partygäste standen ja fast 2 Minuten wie festgefroren da, nachdem Jack&Jack mit dem Tanz begonnen hatten. – So ruhig sind nur Menschen, die im Geiste schon nach Schlag- und Wurfwerkzeugen suchen! Denn, ob anerkannter Captain oder nicht: Im Jahre 1941 war es eher unüblich, einem Mann öffentlich das Gaumenzäpfchen abzuschlecken, während das dritte Tanzbein anschwillt…

Lustig auch, dass die Gäste auch noch wie angewurzelt dastanden, als der Zeitriss sich öffnete. Aber vielleicht haben den auch nur Jack und Tosh gesehen… Oder der Rest der Anwesenden war von der Ejakulation des Soldaten einfach noch zu fasziniert.

„Weißt Du eigentlich, was der Unterschied zwischen Sexualmoral und normaler Moral ist?“ – „Nö, Schnuffelherzchen. Was denn?“ – „Das wir uns geküsst haben, war NICHT unmoralisch. Aber rate mal, wie es aussieht, wenn ich gleich in den Zeitstrudel steige und Dich bei diesen Leuten hier zurück lasse!“ – Der Knut steht ihm gut: Jack macht mal wieder, was er will, Scheiß auf die Konsequenzen. Hauptsache, er durfte mal an seinem Namensvetter herumspielen. Und an dem kleinen Namensvetter seines Namensvetters…

Eine richtige Bedrohung sehen wir in dieser Folge allerdings (noch) nicht. Der unheimliche Billis Manger (ein großartiger britischer Bösewicht!) wird wohl erst in der nächsten Episode seine Ziele verkünden. Und wenn wir Glück haben, auch den Sinn dieser kompletten Folge… Interessant waren immerhin die Methoden, mit denen Tosh eine Nachricht in die Zukunft zu schicken versuchte. Wenngleich ich bezweifeln möchte, dass ein Stromkasten(?) mit einem Foto drin nach 65 Jahren noch steht. Und wie Gwen auf die glorreiche Idee kam, im Keller des Hauses in eine gammelige Konservenbüchse zu schauen, ist mir auch nicht klar. Aber Billis Manger wollte ja auch, dass der Krempel mit der von ihm abgeänderten Formel gefunden wird, weshalb er den rostigen Pott im Keller Jahrzehnte lang wie seinen Augapfel gehütet haben muss…

Etwas blöd fand ich Ianto, der Owen mal eben in den Oberkörper schießen musste, um ihn von dem gefährlichen „Rift-Manipulator“ hinfort zu locken. Ein Warnschuss in die Luft oder eine reduzierte Kniescheibenanzahl hätte es da sicherlich auch erst mal getan. Aber liebende Hausfrauen haben nun mal einen Hang zur Hysterie…


Fazit

Eine Folge, die Jack immerhin ein bisschen beleuchtet und somit die Mittelmäßigkeit knapp nach oben verpasst. Auch wenn immer noch nicht ganz klar ist, warum er gerade den Namen (und eventuell auch Identität?) dieses Kriegsopfers auswählte. Kannte er ihn schon vor dieser Zeitreise? War Jack zu phantasielos, um sich selber einen Namen auszudenken? Und: Wenn er wirklich etwas von diesem Namen gehabt hätte, hätte er nicht recht bald auffliegen müssen? – Die einzig vernünftige Antwort darauf kann nur lauten: „3,5 TARDISse“…


Bewertung: 3,5 von 5 TARDISse

 

 

 


Diese Review ist im Original auf Zukunftia.de zu finden!


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Daniel Klapowski
Redakteur
Daniel Klapowski ist Chef-Redakteur von Zukunftia.de, Klei— Feingeist und zudem ein weltberühmter Kenner auserlesener Weine unter zwei Euro. So lautet ein Auszug aus seiner legendären Sammlung von Trinksprüchen: „Fusel aus dem Karton so fein, hilft beim schnellen strulle sein. Prost!“.

Daniel Klapowski

Daniel Klapowski ist Chef-Redakteur von Zukunftia.de, Klei— Feingeist und zudem ein weltberühmter Kenner auserlesener Weine unter zwei Euro. So lautet ein Auszug aus seiner legendären Sammlung von Trinksprüchen: „Fusel aus dem Karton so fein, hilft beim schnellen strulle sein. Prost!“.
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