Review | Torchwood – 1×04 | Cyberwoman

TORCHWOOD

„Cyberwoman“


Erstausstrahlung DE: 01. April 2009
Erstausstrahlung UK: 05. November 2006

Drehbuch: Chris Chibnall
Regie: James Strong
Produktion: Russell T Davies, Julie Gardner, Richard Stokes, Chris Chibnall

Captain Jack Harkness: John Barrowman
Gwen Cooper:
Eve Myles
Ianto Jones:
Gareth David-Lloyd
Owen Harper:
Burn Gorman
Toshiko Sato:
Naoko Mori
Rhys Williams:
Kai Owen


Im Keller des Torchwood-Gebäudes hütet Ianto Jones ein schreckliches Geheimnis: Seine Freundin Lisa, die von den außerirdischen Cybermen in ein Mischwesen aus Mensch und Maschine verwandelt wurde. Zwar konnte die Metamorphose vor ihrer Vollendung gestoppt werden, doch Lisa wird nur von einer Reihe komplizierter Apparaturen am Leben erhalten. Ianto lässt der bedauernswerte Zustand seiner Freundin keine Ruhe. Als der Rest des Torchwood-Teams die Einrichtung abends verlässt, schmuggelt er den japanischen Kybernetik-Spezialisten Dr. Tanizaki ein. Dieser soll feststellen, ob sich Lisas Verwandlung rückgängig machen lässt. Doch ein dummer Zufall kommt Ianto in die Quere. Der Rest des Teams kehrt unerwartet früh nach Torchwood zurück, um eine bedrohliche UFO-Sichtung zu untersuchen. Ianto lässt Dr. Tanizaki kurz mit Lisa allein, um seine Kollegen abzulenken. Das gelingt ihm zwar ohne Probleme, doch als er zu Tanizaki zurückkehrt, ist dieser von Lisa ermordet worden. Für die Cyber-Frau ist das nur der erste Schritt. Sie will zuerst Torchwood und dann den Rest der Welt unterwerfen … (Text: RTL II)


Anmerkung: Diese Review wurde ursprünglich 2008 veröffentlicht. Sämtliche zeitorientierten Diskrepanzen und/oder altbackenen Anspielungen sind mit einem Lächeln zu genießen.

Inhalt: Ianto hat ’neee Freundiiiin! – Nur leider ist sie zur Hälfte ein Cyberman und wird von ihm im Keller versteckt. Da kann auch der angereiste Kybernetikexperte nur den Kopf schütteln und prompt als erstes Opfer der Dame zum „Bedrohungs-Indikator“ dieser Folge werden…

Meinung: Jaaa! Darauf habe ich gewartet! – Nein, nicht unbedingt auf diese altbackene, technophile Besessenheitsstory, sondern auf die Möglichkeit, diese Show ungestraft und seitenlang mit Doctor Who vergleichen zu können. Denn hier wird direkt auf den Cybermen-Zweiteiler der zweiten Staffel Bezug genommen.

Und sofort wirken die Farben und die Ausstattung auch etwas frischer und bunter, als Cyberwoman die Story kapert. Doch wo man bei Doctor Who spätestens nach einer Viertelstunde eine ganze Armee der unmenschlichen Antipersonen durch die Gemüseabteilung vom Aldi gejagt hätte, muss man hier bis zum Schluss mit einer Trulla vorlieb nehmen, die im dunklen Hauptquartier der Rasselbande auf und ab… – rasselt. Diese war dort übrigens illegal versteckt worden, weswegen man Jack nur ans Herz legen möchte, nach seinem nächsten Umzug auch mal in ALLE Räume zu schauen. Schließlich zahlt die ja der Steuerzahler und da wäre wenigstens eine höfliche Zurkenntnisnahme angebracht, oder? Und die nächste Stromrechnung erklärt sich dadurch auch gleich viel besser, wenn man vom seltsamen Menschen-Zerschnetzler im eigenen Keller weiß.

Alle paar Minuten wird Cyberwoman dann mit einer Pistole bedroht, die aufgrund sinnloser Warterei des Kellerasselpersonals aber einfach nicht abgefeuert wird. Genug nackte Haut zum Löcher-Reinmachen wäre ja vorhanden gewesen… Stattdessen schafft es aber selbst Jack nicht, ballistisch auf die Stufe eines sechsjährigen Wasserpistolenbesitzers zu kommen. Fast will man die Sekunden zählen, bis die schwerfällige Schoko-Zombilette die Waffe wieder mal neutralisiert hat. Umso alberner wirkt das chronische Gerenne, Verstecke und Stahltüren-Zugeschlage im Bunker. Und liegt bei einer Alienjäger-Eliteeinheit denn wirklich nur einen magerer Schraubenzieher herum, mit dem man die Innereien der Angreiferin nachjustieren kann?!

„Ja, das ist meine Freundin. Leider ist unser Sexleben aufgrund ihrer Ummantelung in letzter Zeit etwas schwierig gewesen. Wäre nicht wenigstens ihr Bauchnabel frei geblieben, dann…“ – Ans B(r)ett gefesselt: Jones hätte seine Geliebte beim letzten Cybermen-Angriff fast verloren. Doch dank eines starken Taschenmagneten war das Wiederfinden dann gar nicht sooo wild. Und er findet sie hübscher als je zuvor! Sie trägt jetzt nämlich Kontaktlinsen statt Brille…

Etwas weinerlich wirkt auch Jones, das Mädchen für alles. Das ständige Geheule, doch bitte seiner Freundin nichts anzutun, was er nicht auch täte, schwillt gegen Ende der Folge gar zu einem permanenten Sirenenton an. Da allerdings nicht ganz zu Unrecht, denn dort wird mit einer perversen und brutalen Idee noch mal tüchtig nach- und unsere abschließende TARDIS-Wertung von „3“ auf „3,5“ gelegt. Sollte diese Folge je auf Pro.7 (= Abkürzung für „Produziert für maximal 7 Ausstrahlungen“?) gezeigt werden., wird hier wahrscheinlich so brutal geschnitten, wie es sonst die Cyberwoman durch menschliches Fleisch tut. Nur, dass ersteres uns einfach viel mehr weh tut…

Ich fasse zusammen: Trotz Schwächen noch eine nette Folge, die den Cybermen-Mythos auf seine moralischen Grundlagen reduziert (was ist mit den Menschen hinter dem Monster?), auf der Basis des Robo-Trashs aber nicht genug Pluspunkte sammeln kann. Immerhin: Der Anzug sieht handwerklich klasse aus und überzeugt mich trotz des „Unterwäsche-Charakters“ mehr als die turmhohen Kopp-Aufbauten der Borg. – Darf ich zu Dir reinsteigen, Kleines?


Bewertung: 3,5 von 5 TARDISse

 

 

 


Diese Review ist im Original auf Zukunftia.de zu finden!



 

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Daniel Klapowski
Redakteur
Daniel Klapowski ist Chef-Redakteur von Zukunftia.de, Klei— Feingeist und zudem ein weltberühmter Kenner auserlesener Weine unter zwei Euro. So lautet ein Auszug aus seiner legendären Sammlung von Trinksprüchen: „Fusel aus dem Karton so fein, hilft beim schnellen strulle sein. Prost!“.

Daniel Klapowski

Daniel Klapowski ist Chef-Redakteur von Zukunftia.de, Klei— Feingeist und zudem ein weltberühmter Kenner auserlesener Weine unter zwei Euro. So lautet ein Auszug aus seiner legendären Sammlung von Trinksprüchen: „Fusel aus dem Karton so fein, hilft beim schnellen strulle sein. Prost!“.
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