Review | 11×02 | Das Geistermonument (The Ghost Monument)

Doctor Who

„Das Geistermonument“
„The Ghost Monument“


Erstausstrahlung DE: 07. Februar 2019
Erstausstrahlung UK: 14. Oktober 2018

Drehbuch: Chris Chibnall
Regie: Mark Tonderai
Produktion: Chris Chibnall, Matt Strevens, Sam Hoyle, Nikki Wilson

Der Doktor: Jodie Whittaker
Graham O’Brien: Bradley Walsh
Ryan Sinclair: Tosin Cole
Yasmin Khan: Mandip Gill


Um die verschollene TARDIS wiederzufinden, müssen der Doktor (Jodie Whittaker) und ihre Gefährten an einem wahnwitzigen Wettrennen auf dem Planeten Desolation teilnehmen. (Text: Sky)


Das hier soll jetzt KEIN Verriss sein. Betrachtet dieses „Review“ mal eher als „Fragestunde“ meinerseits, an deren Ende ihr mir gerne erklären könnt, ob ich das denn alles RICHTIG verstanden habe. Beziehungsweise ob das alles überhaupt ernst gemeint war. Oder ob der Autor selbst verstanden hat, wie man irgendetwas erklärt. Oder was „Ernst“ ist (mein Onkel?). – Ja, könnte es womöglich sein, dass ich soeben die erste Episode gesehen habe, die von einem Alien oder einem Google-Algorithmus geschrieben wurde?

Alsooo: Die Doktorin und ihre neuen Leute landen im Weltraum, wo sie just in dem Moment, in dem sie – lächerlich langsam – zu Tode kommen, von ZWEI Raumschiffen aufgesammelt werden. Unabhängig voneinander. Zufällig. Gleichzeitig. Die Raumschiffe bemerken sich aber nicht mal. Alles klar? – Danke Leute, bei mir auch nicht… Das beruhigt mich jetzt sehr.

Dann landet die eine Gruppe ganz easy und normal. Doch die andere stürzt mit ihrem Schiff leider ab. Zufälligerweise genau auf die erste Gruppe drauf. Kann auf einem riesigen Planeten ja schon mal passieren. (Notiz an mich: Unbedingt mehr Lotto spielen!)

Als alle beisammen stehen und angesichts dieser witzig-amüsanten Verwicklungen die Köpfe schütteln, ertönt ein leises Geräusch. Sofort laufen die beiden Piloten los (Die Doktorin scheint wenig motiviert von diesem Rätsel; ist wohl nicht so ihr Ding?), quer durch die Wüste. Dort steht dann ein Zelt, das allerdings nur ein Hologramm ist. Drinnen sitzt ein holographischer Typ, der von einem Rennen zu einem „Ghost Monument“ faselt und von einem „Prize“ redet. Der Weg sei einfach zu finden: Da draußen irgendwie irgendwo geradeaus. Oder so.

Auch spricht er von Wasser, das man nicht berühren darf – was allerdings später nie erklärt wird. Von toxischer Luft ist ebenfalls die Rede, die aber auch gerade Urlaub macht. Unsere (gefühlt) 27 Figuren sind sich sofort einig: Klingt gut, genau da (= geradeaus?) müssen wir hin!

Sofort latscht man also durch Landschaften, die sich alle paar Sekunden verändern (Büsche, Gräser, Wüste, Wasser, Hügel), weil man wohl seeehr lange unterwegs ist, obwohl man nur einen Tag brauchen darf? Was wohl gut ist, denn die eher oberflächlichen Gespräche der Charaktere (die dauernd Pause machen) „verpassen“ wir dadurch. Ach ja, Wasser und Proviant ist was für Pussis. Echte Kämpfernaturen – wie der neue Companion-Opa – joggen auch gerne mal stundenlang(?) ohne Happen-Pappen durch die Sandpampa, ohne die Pampers neu befüllen zu wollen.

Schnell steigt man aus dem gefundenen Boot, das aber verschwunden(?) ist, als man die Figuren vom Strand weggehen sieht. Was sicherlich nur ein kleinere Anschlussfehler ist, der nichts zu bedeuten hat. Auf jeden Fall ist‘s KEINE Inkompetenz der Who-Macher, ganz sicher!

An dieser Stelle stellt uns der männliche Pilot seine geliebte Sieges-Zigarre vor, die mit einem Fingerschnippen(!) angezündet werden kann. Was sicherlich eine gute Idee ist, wenn man bedenkt, dass „Fingerschnippen“ ein Geräusch ist, dass man im Alltag NIEMALS absichtlich oder unabsichtlich erzeugen kann. – Das wird übrigens noch mal sehr wichtig, denn am Ende (SPOILER!) schnippt die Doktorin mit den Fingern, um die Zigarre in eine halbe Atombombe zu verwandeln. Tjaha! Das nenne ich mal eine wirklich „letzte Zigarette“ mit einem wirklich „bombastischen Aroma“. Wo auch immer sich dann der eigene Kopf befindet, der diesen Genuss noch wahrzunehmen vermag.

Vorher müssen(?) alle aber noch durch(?) ein verfallenes Gebäude im Nirgendwo, das leider durch Roboter beschützt wird, die man nie(!) laufen sieht (Kostüm zu eng?). Außerdem drehen sie sich ausschließlich wie ein hüftkranker Igel nach dem Überfahren und „rennen“ nie mehr als zwei Zentimeter hinter ihrer Beute her. Oder lassen sich halt unsichtbar(?) teleportieren(?). – Ein sehr … äh… kreatives Erlebnis in Sachen Alien-Gaga.. äh… Alien-Gefahr.

Wie gut, dass der Doktor eine geniale Idee hat und einen elektromagnetischen Impuls auslöst. – Was im Grunde wohl das ist, was man IMMER machen könnte, wenn wir mal kurz drüber nachdenken. Die Roboter sind jedenfalls dadurch zerstört (aber nur „für 5 Minuten“?!), so dass man nun endlich vor ihnen Weglaufen kann. Was man allerdings schon vorher konnte, weil die Biester nicht mal ihre eigenen Füßen treffen konnten.

Okay, EIN Charakter wurde voll getroffen, aber diese Art Bluterguss hatte ich auch schon mal. Als ich mit 1 km/h mit einer Türklinke kollidiert bin. Vielleicht ist der Typ wirklich nur beim Dünnpfiff-Faseln irgendwo dagegen getorkelt – und hat den Robos die Schuld gegeben?

Spontan findet die Doktorin dann eine auf den Boden gekritzelte(!) Nachricht von Wissenschaftlern, die „Killer-Maschinen in jeder Ecke“ platzieren mussten. Unter anderem rumfliegende, gammelige Stoff-Fetzen, die sich im Schlaf auf den Mund legen. Huuui! – Die Wasserstoffbombe des kleinen obdachlosen Mannes?

Okay, sie nennen den Doktor das „Timeless Child“, was wohl heißt, dass wir noch mal eine große Rahmenhandlung präsentiert bekommen.

Am Ende findet man ein weiteres Hologramm-Zelt, wo man dem Schiedsrichter davon überzeugt, dass seine Regeln nur Kacke sind und „alleee zusammeeeen“ gewonnen haben, obwohl das nie vorgesehen war. Wie schlau, dass sie dem körperlosen Typen Gewalt androhen und der mächtig Angst bekommt, bevor er wieder verpufft!

Ach ja, die halb materialisierte TARDIS war die ganze Zeit das Ziel (was schon am Anfang verraten wurde). Aus irgendeinem Grund hat sie da wohl sehr lange gewartet und ist nur ab und zu irgendwelchen Hohlköpfen mit Weltuntergangs- und Wüstenralley-Ambitionen aufgetaucht. Innerlich umgebaut hat sie sich in dieser Zeit auch. Und das sieht nett aus. Immerhin das…


Fazit

Eine Charakterfolge mit Enthüllungen zu Leuten, die einen nicht interessieren. Das alles wird mit einem Gewaltmarsch verwoben, den kein Mensch (aber vielleicht die doofen Aliens?) versteht, der nicht mindestens fünf Semester „Auf den Kopf fallen“ studiert hat. Positiv ist da nur, dass man tatsächlich in Afrfika gefilmt hat und schöne Bilder dabei herauskamen…

Woher die ganzen 4-von-5-Sterne-Reviews im Netz kommen („Tolle Gespräche!“, „Gefestigter Doktor!“, „Große Wüste macht meinen Kopf so schön weich!“), würde ich gerne mal wissen. Oder alternativ einfach eine Geldüberweisung von der BBC erhalten.

Ist der Gegenwert von vier Schachteln Pharmaziepräparaten okay?


Bewertung: 1,5 von 5 TARDISse

 

 

 


Diese Review ist im Original auf Zukunftia.de zu finden!



 

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Daniel Klapowski
Redakteur
Daniel Klapowski ist Chef-Redakteur von Zukunftia.de, Klei— Feingeist und zudem ein weltberühmter Kenner auserlesener Weine unter zwei Euro. So lautet ein Auszug aus seiner legendären Sammlung von Trinksprüchen: „Fusel aus dem Karton so fein, hilft beim schnellen strulle sein. Prost!“.
Daniel Klapowski

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Daniel Klapowski ist Chef-Redakteur von Zukunftia.de, Klei— Feingeist und zudem ein weltberühmter Kenner auserlesener Weine unter zwei Euro. So lautet ein Auszug aus seiner legendären Sammlung von Trinksprüchen: „Fusel aus dem Karton so fein, hilft beim schnellen strulle sein. Prost!“.
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