Review – 9×02 – Hexenkunst (The Witch’s Familiar)

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http://whoview.de/2016/11/07/review-9x02-hexenkunst-the-witchs-familiar/
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hexenkunst

DOCTOR WHO
„HEXENKUNST“

(„THE WITCH’S FAMILIAR“)

Erstausstrahlung DE: 3. Dezember 2015
Erstausstrahlung UK: 26. September 2015

Drehbuch: Steven Moffat
Regie: Hettie MacDonald
Produktion: Steven Moffat, Brian Minchin, Peter Bennett

Der Doktor: Peter Capaldi
Clara Oswald: Jenna Coleman


Im deutlich schwächeren zweiten Teil dieser Doppelfolge lässt sich der Doktor auf eine moralische Debatte mit Davros ein. Derweil schließen Missy und Clara im Abwasserkanal der Daleks fast so was wie Freundschaft. Na ja, bis Clara in einen Dalekpanzer krauchen muss. Spoiler voraus!

p03337y9Clara erwacht kopfüber an einen Felsen gefesselt und erfährt von Missy, dass sie sie mit einem alten Trick des Doktors aus den Klauen der Daleks befreit hat. Nun allerdings ist es ihre Aufgabe, den Doktor zu retten, der unterdessen tief in ein Gespräch mit Davros verwickelt ist. Fast scheint es, als habe sein Erzfeind zum Ende seines Lebens noch so etwas wie ein Gewissen entwickelt, doch als der Doktor ihm etwas Regenerationsenergie schenken will, damit er ein letztes Mal den Sonnenaufgang beobachten kann, enthüllt Davros seinen wahren Plan, Dalek-Timelord-Hybriden zu erschaffen.

Es ist ja doch irgendwie was dran an dem Spruch, man solle einen Zweiteiler niemals vor dem zweiten Teil loben. Wo „The Magician’s Apprentice“ philosophischen Anspruch bewies, verliert sich „The Witch’s familiar“ in einem allzu konstruierten Plot mit fragwürdiger Moralkeule und einer faden „Das war von Anfang an der Plan“-Auflösung. Immerhin, nachdem ich vor Beginn dieser Staffel gerade erst den Dalek-Zweiteiler der dritten Staffel gesehen und in der Luft zerrissen habe (hier und hier), muss ich doch festhalten, dass die Idee eines Hybriden hier definitiv besser gelöst war.

p03337wvDas größte Problem der Folge ist, dass sie sich nicht entscheiden mag. Alles deutete darauf hin, dass der Doktor eine falsche Entscheidung getroffen hat, die er durch eine noch schlechtere zu revidieren versucht. Das wäre eine gute Geschichte gewesen. Dadurch aber, dass er in die Vergangenheit reist und Davros nicht etwa tötet, sondern ihn rettet und ihm erklärt, dass Wörter wie Freund oder Feind nicht wichtig sind (was?!), sondern nur Gnade zählt, erhält die Folge nicht nur einen überflüssigen Zuckerguss, sondern ergibt in sich auch gar keinen Sinn mehr. Die Eingangsfrage lautete, was hat Davros zu dem Mann gemacht, der er ist? Darauf erhalten wir ultimativ keine Antwort, denn als der Doktor ihn rettet, ist klar, dass nicht sein Handeln dafür verantwortlich war und er ihm im Grunde nur sehr wenig beigebracht hat. (Das mit der Gnade hätte auch ein Duden geschafft.)

Schlimmer noch, die ganze Konfrontation, die im Verlauf sehr stark wirkt, bricht in dem Augenblick zusammen, als sich herausstellt, dass hier ein Plan den anderen aussticht und der Doktor natürlich wieder mal schlauer war als alle anderen. Offenbar bin ich ja sehr naiv, wenn ich den Schreibern anderer Reviews glauben darf, denn im Gegensatz zu denen nahm ich Davros seine Reue zum Lebensende durchaus ab. (Hier mag aber auch eine Rolle spielen, dass ich die Figur nicht kenne, Fans der alten Serie wissen gewiss mehr.) Gerade das machte die ganze Unterhaltung für mich so interessant, hier verwischen für einen kurzen Augenblick tatsächlich die Grenzen zwischen Freund und Feind.

p03337zqÜberraschend viel Spaß hatte ich an der Nebenhandlung mit Missy und Clara, die als Team wider Willen alle Lacher auf ihrer Seite hatten. Anfangen von Missys „we, on the other hand, have a pointy stick“ über den ausgeklügelten Plan, einen Dalek zu erbeuten (mit Clara als Köder) bis hin zu ihrer kindlichen Freude, als Clara im Dalekpanzer versucht, verschiedene Wörter zu sagen und nur noch „exterminate“ herausbringt. (Eine wunderschön subtile Reminiszenz übrigens an Claras formal ersten Auftritt in „Asylum of the Daleks“.) An sich ist Missy keine uninteressante Figur, das zeigt sich auch in solchen Momenten wie dem, als sie versucht, den ahnungslosen Doktor davon zu überzeugen, dass eben jener Dalek mit Clara drin seinen Companion umgebracht hat und deshalb selbst den Tod verdient. Ich schätze, was mir die Freude an ihr verdirbt, ist irgendwie das Wissen, dass sie der Master sein soll. Nun, was auch immer es ist, wir können sicher sein, dass wir sie wiedersehen werden.

The Note’s familiar. Jemand eine Idee, was der Folgentitel uns sagen sollte? Auch großartig, wie Clara vorschlägt, einen Stein in den Schacht zu werfen, um seine Tiefe in Erfahrung zu bringen, und Missy sie einfach runterschubst (und dann die Tiefe schätzt). Es gibt nur zwei Stühle auf Skaro, und einen davon haben die Daleks offenbar beim Poco im Sonderangebot erstanden. Dass der Doktor Davros davon erzählt, dass Gallifrey noch da ist, kam mir schon gefährlich vor, als ich noch glaubte, er würde wirklich sterben. Die Idee des Abflusses, der eine Art Friedhof für halb tote Daleks ist, ist mir ehrlich gesagt suspekt und klingt nach einem reinen „Plot Device“. Kein Sonic Screwdriver mehr, dafür eine Sonnenbrille, die die TARDIS ruft? Ich weiß nicht, ob das so ein guter Tausch war …


BEWERTUNG: 4 von 5 TARDISse

4


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Diese Review gibt es auch auf bananasblog.de

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Redakteurin

Autorin, Texterin, Serienjunkie. Ich bin mit Science-Fiction aufgewachsen und geriet 2007 durch puren Zufall an „Doctor Who“. Es sollte aber noch bis 2011 dauern, bis ich mit Reviews begann, die dann die Grundlage für meinen Blog bildeten, wo ich bis heute diverse Genre-Serien reviewe. Daneben schreibe ich Romane und mache YouTube-Videos über Bücher, Serien und Experimentierkästen.


Jes

Autorin, Texterin, Serienjunkie. Ich bin mit Science-Fiction aufgewachsen und geriet 2007 durch puren Zufall an „Doctor Who“. Es sollte aber noch bis 2011 dauern, bis ich mit Reviews begann, die dann die Grundlage für meinen Blog bildeten, wo ich bis heute diverse Genre-Serien reviewe. Daneben schreibe ich Romane und mache YouTube-Videos über Bücher, Serien und Experimentierkästen.

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