Review | Torchwood – 2×02 | Invasion (Sleeper)

TORCHWOOD

„Invasion“
(„Sleeper“)


Erstausstrahlung DE: 17. Juni 2009
Erstausstrahlung UK: 23. Januar 2008

Drehbuch: James Moran
Regie: Colin Teague
Produktion: Russell T Davies, Julie Gardner, Richard Stokes, Chris Chibnall

Captain Jack Harkness: John Barrowman
Gwen Cooper:
Eve Myles
Ianto Jones:
Gareth David-Lloyd
Owen Harper:
Burn Gorman
Toshiko Sato:
Naoko Mori
Rhys Williams:
Kai Owen


Als ein junges Ehepaar von zwei Einbrechern nachts in ihrer Wohnung überfallen wird, kommen die beiden Verbrecher auf schreckliche Art und Weise ums Leben. Es gibt keinen Anhaltspunkt auf den Tathergang, doch Jack verdächtigt die harmlos wirkende Ehefrau und vermutet, dass sie ein schreckliches Geheimnis verbirgt. Bald stellt sich heraus, dass Beth in Wahrheit eine Außerirdische ist, die eine menschliche Identität angenommen hat und nur darauf wartet, aktiviert zu werden und gemeinsam mit weiteren Schläfern eine Invasion der Erde zu starten. Die menschliche Persönlichkeit ist sich des Aliens jedoch nicht bewusst und inzwischen so stark geworden, dass Beth verzweifelt versucht, menschlich zu bleiben. Obwohl sie versehentlich sogar ihren Ehemann umbringt, schafft es Beth, sich ihre Menschlichkeit so zu bewahren, dass sie Torchwood helfen kann, die Invasion zu stoppen. Aus Angst, als gefühlloses Alien zu enden, beschließt der menschliche Teil der Alien-Frau Gwen als Geisel zu nehmen und das Team derart zu provozieren, dass es Beth erschießen muss. Beim Torchwood-Team bleibt die schreckliche Ungewissheit, ob sich tatsächlich weitere Schläfer auf der Erde befinden, die jetzt die Schwächen von Jack und seinem Team kennen und diese beim nächsten Angriff einkalkulieren könnten … (Text: RTL II)


Anmerkung: Diese Review wurde ursprünglich 2009 veröffentlicht. Sämtliche zeitorientierten Diskrepanzen und/oder altbackenen Anspielungen sind mit einem Lächeln zu genießen.

Inhalt: Eine Frau tötet auf ungeklärte Weise zwei Einbrecher. Vielleicht, weil sie gar keine Frau ist, sondern ein außerirdischer Killerroboter mit künstlicher Persönlichkeit?

Review

Es gibt Folgen, die so durchschnittlich sind, dass man sie lieber – im wahrsten Sinne des Wortes – in zwei Teile schneiden möchte, als ihnen in langen Sätzen ihre mittellose Mittelmäßigkeit zu bescheinigen. SO müssen sich also immer meine Sport- und Musiklehrer gefühlt haben, bevor sie mir lieblos 2,5 Bewertungs-TARDISse aufs Jahreszeugnis gerotzt haben.

Für eine Charakterstudie war diese Geschichte aber zumindest gar nicht mal so übel. Es geht mindestens genau so um die lauernde Alien-Persönlichkeit wie um die draufgepappte Menschen-Makulatur. – Wie weit darf man gehen, wenn eine Person sowohl ein mitfühlendes Wesen, als auch ein außerirdischer Schläfer ist? Sind Folter und Mord Okay, oder muss ich vorher wenigstens die US-Regierung um ein bestätigendes Nicken bitten?

So was muss man als irrer Nerd einfach wissen, wenn man EUCH (Ich habe eure IP-Adressen, hahah!) demnächst besuchen und mit der Pumpgun bearbeiten möchte (*Psychopharmaka wegwerf*), hihihaha-Gargl!

Man könnte sich natürlich darüber ärgern, dass alles wieder mal total düster und Licht-aus-mäßig endete und man die Hoffnung für alle Nebendarsteller so sehr fahren lassen konnte, dass dafür wenigstens ein Formel-1-Titel hätte winken können. Aber wir sind ja hier bei Torchwood und nicht bei McGyver. Wer seine Gruppierung ernsthaft „Fackelholz“ nennt, hat eben auch kein Interesse an bunten Luftballons und rosa Einhörnern zum Selberkämmen! – Schon bei der Szene, in der dem fühlende Roboter einer äußerst schmerzhaften Scanprozedur aufgezwungen wurde (Jack: „Weiter… WEITER… WEITER!!!“), hätte einem klar sein können, dass wir hier statt einer TNG-Lösung eher ein Guantanamo-Ende sehen werden.

Würde man Serien mit Krankheiten vergleichen, dann wäre Star Trek ein harmloser Zuckerschock, während Torchwood den Part des Plötzlichen Kindstods übernehme würde.

„Schatz? Als ich sagte, ich sei als Kind unglücklich mit meinem Arm in einer Baumwurzel hängen geblieben, da habe ich gelogen!“ – „Wie?! Dann hast du wohl auch nicht deshalb Kettensägen an den Füßen, weil du als junges Mädchen kein Geld für richtige Schuhe hattest?!“ – Die Wahrheit schmerzt: Irgendwann kommt eben alles mal raus! Die Leber dieses Herrn demonstriert dieses grundlegende Prinzip nun auf äußerst anschauliche Weise… (*Schwapp*)

Immerhin: Die schwarze Braut spielte die geschockte Normalofrau, die eigentlich niemanden weh tun möchte, sehr eindrucksvoll. Da konnte man all seine Empathie und das Mit(leid)gefühl wenigstens mal in ein figürliches Gefäß gießen, zumal die Torchis (außer Gwen) diesmal wieder so sympathisch wie Samenraub waren: Jack zeigte wieder mal das Mitgefühl eines verwirrten Altnazis im Sterbebett, Owen tut als Arzt(?) auch gerne mal Menschen weh (nennt man wohl „Schmerzklinik“, was die da haben), Toshi stand erneut scheintot an ihren Computern rum und an Ianto kann ich mich gar nicht mehr erinnern. – Hat vielleicht gerade wieder Kaffee gemacht oder als Koch im Deltaquadranten ausgeholfen…

Auf der anderen Seite hatte die Folge durchaus wieder ihre Momente: Wie der andere amoklaufende Roboter eine blutige Spur der anatomischen Fremdverwüstung hinterließ, war dann schon ein wenig spannend. Auch die Szene, in der Jack ihn einfach cool mit dem Auto überfährt („Wie können wir ihn aufhalten?“ – „Na… SO!“) sorgte durchaus für ein Meer an Beifall in einem Regen aus Schrauben. Immerhin gefiel mir das besser als Technobabble für Physikleistungskursüberspringer.

Und das Ende, so hart es auch war, riss ebenfalls so manches wieder raus, war es doch tatsächlich die einzige Lösung, die alle maximal „zufrieden“ stellen konnte. Und dass man das Z-Wort bei Torchwood einmal nennen würde, hätte man in der ersten Staffel ja auch nicht immer vermutet…


Fazit

Nettes Fölgchen um ein altes Themalein: „Ich bin ein außerirdischer Roboter, und nu?“ – Trotz diverser Stärken im Psychobereich sind mir aber eigentlich nur die 3 härtesten Szenen im Kopf geblieben: Schaum vorm Mund, ungewollter Partnermord, Selbstaufopferung. Der Rest versickert zwischen den unsympathischen Charakteren und deren wiederholt seltsamen Auffassung von Geheimhaltung: „Tja, Du als potenzielle Tötungsmaschine, die ständig Daten über die Erde sammelt, um dann eine Invasion zu starten, solltest uuunbedingt unser geheimes Hauptquartier sehen! Aber nicht Iantos geheimes Kuchenrezept stehlen, jaaa?“


Bewertung: 2,5 von 5 TARDISse

 

 

 


Diese Review ist im Original auf Zukunftia.de zu finden!


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Daniel Klapowski
Redakteur
Daniel Klapowski ist Chef-Redakteur von Zukunftia.de, Klei— Feingeist und zudem ein weltberühmter Kenner auserlesener Weine unter zwei Euro. So lautet ein Auszug aus seiner legendären Sammlung von Trinksprüchen: „Fusel aus dem Karton so fein, hilft beim schnellen strulle sein. Prost!“.

Daniel Klapowski

Daniel Klapowski ist Chef-Redakteur von Zukunftia.de, Klei— Feingeist und zudem ein weltberühmter Kenner auserlesener Weine unter zwei Euro. So lautet ein Auszug aus seiner legendären Sammlung von Trinksprüchen: „Fusel aus dem Karton so fein, hilft beim schnellen strulle sein. Prost!“.
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