Review | Torchwood – 1×03 | Die Geistermaschine (Ghost Machine)

TORCHWOOD

„Die Geistermaschine“
(„Ghost Machine“)


Erstausstrahlung DE: 25. März 2009
Erstausstrahlung UK: 29. Oktober 2006

Drehbuch: Helen Raynor
Regie: Colin Teague
Produktion: Russell T Davies, Julie Gardner, Richard Stokes, Chris Chibnall

Captain Jack Harkness: John Barrowman
Gwen Cooper:
Eve Myles
Ianto Jones:
Gareth David-Lloyd
Owen Harper:
Burn Gorman
Toshiko Sato:
Naoko Mori
Rhys Williams:
Kai Owen


Torchwood verfolgt einen jungen Mann, der offensichtlich ein Objekt bei sich trägt, das außerirdische Energiemuster aussendet. Als sich Gwen dem Flüchtenden in einer U-Bahnstation in den Weg stellt, gelingt es ihr nur, seine Jacke zu schnappen. Das genügt aber – wie sich herausstellt, befindet sich das gesuchte Gerät in der Jackentasche. Als sie das Gerät berührt, hat Gwen eine kurze Vision von einem kleinen Jungen, der durch dieselbe Bahnstation irrt, in der sie sich gerade befindet. Weitere Nachforschungen von Torchwood ergeben, dass das Gerät offenbar kurze Einblicke in die Vergangenheit eines Ortes ermöglicht: Man sieht Momente, die für die beteiligten Menschen mit besonders starken Emotionen verbunden waren. Mit Hilfe des Geräts kommt Dr. Owen Harper einem Vergewaltiger und Mörder auf die Spur, der sich seit Jahrzehnten der Gerechtigkeit entziehen konnte. Owen setzt alles daran, den Täter endlich dingfest zu machen … (Text: RTL II)


Anmerkung: Diese Review wurde ursprünglich 2008 veröffentlicht. Sämtliche zeitorientierten Diskrepanzen und/oder altbackenen Anspielungen sind mit einem Lächeln zu genießen.

Inhalt: Den Torchwoodies fällt eine Maschine in die Hände, mit der man die Vergangenheit beobachten kann. Als Owen eine vor langer Zeit geschehene Vergewaltigung (mit Bonusmord) erspäht, will er dem inzwischen greisen Täter mal persönlich die Falten glattziehen…

Review

Endlich weiß ich, wo das hohe Budget bei Dr. Who her kommt: Torchwood wird zum Ausgleich einfach von der Selbsthilfegruppe der „Anonymen Depressiven Schauspieler“ unentgeltlich erschaffen! Und mit viel Glück kennt einer noch jemanden, der dem Drehteam Zugang zu einer U-Bahn-Station verschaffen kann („Hier! Nehmt dieser Fahrkarte! Aber nicht verlieren!“) oder gar selber eine Waaahnsinns-Durchschnittswohnung hat.

Schauwerte gibt es hier nämlich so gut wie gar keine, dafür viele Dialoge mit der Lockerheit eines Tanzfestivals für Gipsträger. Nichts gegen bedeutungsschwangere Plauderstündchen, aber wenn ich hier noch 5 weitere Minuten in die besorgten Tellerminenaugen der Hauptdarstellerin hätte blicken müssen, hätte ich dringend zu einem Arzt gemusst. – Doctor Who, um genau zu sein.

„Hey, Kleines! Lass mich mal deinen prallen Haarknoten fühlen!“ – „Kreisch! Du perverses Schwein! Ich habe schließlich auch Brüste!“ – Malcolm Mittendrin: Owen (links) wirft mittels technischer Hilfe einen Blick in die Vergangenheit und ist von dem gebotenen Programm durchaus überrascht! Endlich mal eine Erweiterung des PREMIERE-Receivers, die auch Sinn macht! Schade nur, dass das Erotikprogramm auf dem „Vergewaltigungs-Kanal“ immer so mies ausgeleuchtet ist…

Natürlich ist der Grundplot durchaus „interessant“ (sollte man einen Vergewaltiger und Mörder lynch-justizen?), erinnert aber mehr an eine Episode von „Tatort Castrop-Brauxel“ als an eine trashige SF-Serie. Hätte man den Vergangenheitsfernseher aus dem YPS-Heft weggelassen und den Täter mit altmodischen Beweisen ermittelt, wären 70% der Folge wohl genau so lahm verlaufen…

Aber dann hätten wir natürlich die ergreifenden Momente verpasst, in denen Gwen den Zauberkasten in ihre Wohnung trägt und sich die schönsten Momente ihrer Vergangenheit ansieht: „Lindenstraße“-Dialoge mit ihrem Freund, ein Krawattentest uuund den Moment, an dem sie das erste Mal ihre neue Käsereibe an Fußnägeln ausprobierte. Schnarch. Da habe ich wirklich schon bei besseren Storys… gelangweilt weggeschaut. Da bringt es auch nichts, dass man am Ende auch in die Zukunft schauen kann und es den Tod des inzwischen steinalten Vergewaltigers zu verhindern gilt. Warum auch immer. – Um das zu verstehen, muss ich bei Gelegenheit wohl mal den Herrn Fritzl fragen…

Weiterhin kann ich bislang keine Sympathien oder sonst irgendwas für die Hauptfiguren entwickeln. Nicht mal ein Fotolabor könnte das. – Okay: Gwen hat immerhin noch die Haare schön und den Bonus des depperten Neulings (wieso hat sie bei der Polizei nicht Schießen gelernt?!).

Die anderen besitzen bislang aber das Feuer einer mobilen Steuerfahnder-Eingreiftruppe. Da ist fast schon egal, dass die mysteriösen Gerätschaften aus dem Weltraum kommen. – Hier wird die „Geistmaschine“ übrigens ganz zu Beginn von der etwas dumpfbackigen Gwen aktiviert. Absichtlich. Per Knopfdruck. In einer überfüllten U-Bahn-Station. Das Gejammere hätte man sich mal vorstellen müssen, wenn das Ganze in die Hose eines anderen gegangen wäre: „Wuhuuu, Jack! In Deiner Spezialeinheit gefällt es mir im Moment so gaaar nicht! Es sterben Menschen! Der Schaffner wurde einfach desintegriert! Wer hätte das denn ahnen können?! Buhuuhuuu! – Schnief. Heey, ist das hier eine Spielzeugpistole?“ (*Peng*)

Die 2,5 TARDISse gibt es nur noch, weil ich heute etwas schusselig bin und die Einer- mit der Zweier-Grafik verwechselt habe. – Aber für die Zukunft sollte man sich diesbezüglich nicht mehr auf meine Inkompetenz verlassen!


Bewertung: 2,5 von 5 TARDISse

 

 

 


Diese Review ist im Original auf Zukunftia.de zu finden!



 

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Daniel Klapowski
Redakteur
Daniel Klapowski ist Chef-Redakteur von Zukunftia.de, Klei— Feingeist und zudem ein weltberühmter Kenner auserlesener Weine unter zwei Euro. So lautet ein Auszug aus seiner legendären Sammlung von Trinksprüchen: „Fusel aus dem Karton so fein, hilft beim schnellen strulle sein. Prost!“.

Daniel Klapowski

Daniel Klapowski ist Chef-Redakteur von Zukunftia.de, Klei— Feingeist und zudem ein weltberühmter Kenner auserlesener Weine unter zwei Euro. So lautet ein Auszug aus seiner legendären Sammlung von Trinksprüchen: „Fusel aus dem Karton so fein, hilft beim schnellen strulle sein. Prost!“.
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