Review | 11×05 | The Tsuranga Conundrum

Doctor Who

„The Tsuranga Conundrum“


Erstausstrahlung DE: –
Erstausstrahlung UK: 4. November 2018

Drehbuch: Chris Chibnall
Regie: Jennifer Perrott
Produktion: Chris Chibnall, Matt Strevens, Sam Hoyle, Nikki Wilson

Der Doktor: Jodie Whittaker
Graham O’Brien: Bradley Walsh
Ryan Sinclair: Tosin Cole
Yasmin Khan: Mandip Gill


„Das Leben aufs Spiel setzen: absolut.“ Verletzt und gestrandet in der Wildnis einer weit entfernten Galaxie, müssen der Doktor, Yaz, Graham und Ryan zusammenhalten, um mit einer Gruppe Fremder gegen die tödlichsten – und ungewöhnlichsten – Kreaturen des Univerums zu überleben.


Mit ‚The Tsuranga Conundrum‘ präsentiert Doctor Who eine halbwegs unterhaltsame, aber dennoch nichtssagende, belanglose Low-Budget Füller-Episode.

Der Anfang der Episode baut einiges an Spannung auf. Es ist angenehm, den Doktor und die Companions einmal schwach und verletzt zu sehen. Die Prämisse der Folge wirkt interessant und der enge Handlungsort auf einem Raumschiff erzeugt eine beklemmende Atmosphäre. Die Musik ist hier ebenfalls wieder sehr gut eingesetzt – erfrischende Elektro-Klänge untermalen das Raumschiff-Szenario sehr passend und atmosphärisch.

Das Monster der Woche – das energiesuchende Pting – kommt in dieser Folge leider zu kurz. Einerseits ist es von vornherein so albern und kitschig animiert, dass man es trotz der angeblichen Bedrohung nie ernstnehmen kann. ‚Niedlich aber supertödlich‘ – naja. Eine ernstzunehmende Gefahr geht die gesamte Folge über nicht von ihm aus. Weder explizit für die Charaktere, noch als subtile Gefahr in den Augen des Zuschauers. Wie bereits in der zweiten Folge dieser Staffel, wird viel über die potenziell von dem Alien ausgehende Gefahr geredet, ohne dass diese gezeigt oder tatsächlich eingesetzt wird. Auch wird sich des Aliens etwas zu einfach entledigt.

Wieder einmal ist das Alien eher Mittel zum Zweck als tatsächliche Bedrohung für die Charaktere. Diese haben das anscheinend auch selbst erkannt, denn keiner von ihnen verhält sich einer bedrohlichen Lage angemessen. Die Companions haben niemals Angst, weder um ihr eigenes Wohlergehen, noch das der anderen. Sie unterhalten sich locker, als seien sie gerade im Urlaub und hinterfragen niemals ihre Entscheidung, dem Doktor blind zu vertrauen und sich auf ihren Reisen gefährlichen Situationen auszusetzen.

Der Doktor wirkt in dieser Folge erstmals nicht wie eine einfache Kopie vorheriger Darstellungen und bekommt subtile Anleihen eines eigenen Profils. Zwar ist das immer noch sehr dürftig, schafft jedoch etwas Hoffnung, dass mit etwas Zeit doch noch eine eigenständige Persönlichkeit aus dieser Inkarnation erwachsen könnte. Dass der Doktor in jeder Episode eine andere, willkürlich zusammenkopierte Persönlichkeit zu haben scheint, stört das Gesamtbild der Staffel jedoch erheblich.

Der sympathischste Nebencharakter, Astos, stirbt dieses Mal bereits zu Anfang der Haupthandlung. Dadurch trifft dessen frühzeitiges Ableben den Zuschauer auch tatsächlich, sorgt jedoch dafür, dass der einzige Charakter, um den man sich sorgt aus der Handlung ausscheidet, bevor sie richtig beginnt. Alle verbleibenden Charaktere, inklusive unseres Team TARDIS, wirken belanglos und entbehrlich, manche sogar nervig. Astos bleibt damit auch im Verlauf der Folge der einzige Charakter, für den der Zuschauer etwas gefühlt hat – im Gegensatz zu den anderen Reisenden, die ihn bis zum Ende der Folge bereits vergessen haben und in einer pathetischen Abschiedszeremonie ausschließlich um die verstorbene Neuropilotin Eve trauern. Astos? Ach, der ist ja auch tot, das ist schon okay, der war ja kein berühmter Pilot.

Einzig der Androide Ronan, der von David Shields glaubwürdig dargestellt wird, hat als Charakter ein beachtliches Potenzial, was jedoch komplett verschenkt wirkt. Man wünscht sich fast, der Doktor würde ihn als Begleiter mitnehmen und ihm die Chance geben, als Charakter zu reifen – wo er doch nach Eves Tod keinen Zweck mehr hat und ihm droht, einfach abgeschaltet zu werden. Der neunte Doktor hätte ihm garantiert einen Platz in seiner TARDIS angeboten! Der aktuelle Doktor ist da egoistischer. Sie hat mit ihrem Team TARDIS wahrscheinlich schon genug am Hals.

Der schwangere Mann Yoss bietet etwas Comic Relief, wirkt dabei aber nur wie alberner Füllstoff, um Ryan und Graham etwas zu tun zu geben. Eine interessante Idee ist es allerdings, dass die Weiten des Weltalls Spezies beherbergen, bei denen die Männer Jungen und die Frauen Mädchen zu Welt bringen.

Im Verlauf der Folge passiert relativ wenig. Das Pting wird wie jegliche andere Bedrohung nur selten gesehen und meist nur erwähnt. Eine typische Low-Budget-Folge mit wenig Action und viel aufgeblähtem Dialog. Solche Folgen haben das Potenzial, zur Charakterentwicklung beizutragen – dies wird hier offensichtlich auch versucht, allerdings geht dieser Versuch nicht auf und erzeugt weitestgehend gähnende Langeweile.

Fazit: Eine belanglose, vergessenswerte Folge, die das Potenzial für mehr gehabt hätte.


Bewertung: 2 von 5 TARDISse

 

 

 


„The Tsuranga Conundrum“ ist, wie die gesamte 11. Staffel, bei Amazon als Download erhältlich:


 

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Janine Vogt
Redakteurin
Ich lebe in Wiesbaden und bin seit 10 Jahren großer Doctor Who Fan. Seit 2016 veranstalte ich den Mainz/Wiesbadener Doctor Who Stammtisch 'Der whosikalische Stammtisch', der sich einmal monatlich trifft.
Nach meinem Studium der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik habe ich eine Ausbildung zur Online-Redakteurin abgeschlossen und das Online-Musikmagazin 'Rock and Roll Poetry' gegründet, in dem ich über die Musik- und Eventszene des Rhein-Main-Gebiets berichte. Außerdem produziere ich Videos für die regionale Kleinkunstszene.
Janine Vogt

Janine Vogt

Ich lebe in Wiesbaden und bin seit 10 Jahren großer Doctor Who Fan. Seit 2016 veranstalte ich den Mainz/Wiesbadener Doctor Who Stammtisch 'Der whosikalische Stammtisch', der sich einmal monatlich trifft. Nach meinem Studium der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik habe ich eine Ausbildung zur Online-Redakteurin abgeschlossen und das Online-Musikmagazin 'Rock and Roll Poetry' gegründet, in dem ich über die Musik- und Eventszene des Rhein-Main-Gebiets berichte. Außerdem produziere ich Videos für die regionale Kleinkunstszene.

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