Review – 5×07 – Amys Entscheidung (Amy’s Choice)

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http://whoview.de/2017/10/13/review-5x07-amys-entscheidung-amys-choice/
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DOCTOR WHO
„AMYS ENTSCHEIDUNG“

(„AMY’S CHOICE“)

Erstausstrahlung DE: 11. Januar 2012
Erstausstrahlung UK: 15. Mai 2010

Drehbuch: Simon Nye
Regie: Catherine Morshead
Produktion: Steven Moffat, Tracie Simpson, Piers Wenger, Beth Willis

Der Doctor: Matt Smith
Amy Pond: Karen Gillan
Rory Williams: Arthur Darvill


Was ist real und was ist Traum? Wenn beide Szenarien gleichermaßen unwahrscheinlich sind, ist es gar nicht so leicht, eine Wahl zu treffen. Spoiler voraus!

Der Doctor, Amy und Rory geraten in die Fänge des Dreamlords, der sie in zwei scheinbar ausweglose Situationen bringt, von denen jedoch nur eine real ist, die andere ein Traum. Rory, der sich ein beschauliches Eheleben mit Amy wünscht, ist davon überzeugt, dass ihr gemeinsames Leben in Upper Leadworth (mit einem Baby auf dem Weg) die Realität ist, und lässt sich dabei auch nicht von den von Aliens besessenen Rentnern irritieren. Amy auf der anderen Seite glaubt, dass ihr Leben in der TARDIS real ist, selbst wenn ein vor Kälte brennender Stern höchst unwahrscheinlich klingt. Währenddessen läuft ihnen in beiden Welten die Zeit davon.

„Amy’s Choice“ ist eine von diesen Folgen, die ein wenig allein auf weiter Flur stehen. Für den großen Handlungsbogen der Staffel ist sie eigentlich unwichtig, tatsächlich wirkt sie fast ein bisschen herausgerissen. Doch in puncto Charakterentwicklung ist diese Folge unverzichtbar, weil sie die seltsame Dreiecksbeziehung zwischen Amy, Rory und dem Doctor thematisiert, zugleich aber auch mit dem für New Who so typisch gewordenen Klischee aufräumt, dass sich der Companion immer in den Doctor verliebt. Und dazu steckt die Folge auch noch voller liebevoller und witziger Details.

Bis dato ist Amy zweifellos der vielschichtigste Companion, den New Who zu bieten hat. Bereits in „The Eleventh Hour“haben wir erfahren, dass Amy aufgrund ihrer ersten Begegnung mit dem Doctor niemals so richtig erwachsen wurde. Dem Doctor auf seine Abenteuer zu folgen, war nicht die Entscheidung, einem Mann zu folgen, sondern eine Kurzschlussreaktion, um dem drohend vor ihr aufragenden Erwachsenenleben zu entfliehen, personifiziert durch Rory und seinen Wunsch, sie zu heiraten. Es gibt in dieser Folge einen wunderschönen Dialog, der das ganze Dilemma in meinen Augen perfekt umreißt. Rory sagt an einer Stelle: „We all have to grow up eventually.“ Worauf Amy nur fragt: „Says who?“ Amy liebt Rory, ganz ohne Zweifel. Aber seine und ihre Vorstellungen von „happily ever after“ passen (zumindest im Augenblick) nicht zusammen, und im Grunde ist das Baustein einer jeden Beziehung, sie müssen Kompromisse eingehen.

Was aber gewinnt der Doctor daraus, dass er Amy und Rory wieder zusammenbringt? Nun, zum einen haben wir bereits gesehen, wie unangenehm ihm Amys Avancen waren. Zum anderen weiß er, dass er in irgendeiner Form auf Amy angewiesen ist, solange er das Rätsel um den Riss nicht gelöst hat. Ganz abgesehen davon reist er sicherlich auch gerne mit ihr, eben gerade weil sie das Abenteuer in gleicher Weise liebt wie er. Um sie also als Companion behalten zu können, muss er für klare Verhältnisse sorgen. (Etwas, was zum Beispiel der zehnte Doctor nie getan hat, und wir wissen alle, wie das geendet hat.)

„Amy’s Choice“ ist überraschenderweise aber auch eine Geschichte über den Doctor und die weniger schönen Seiten seiner Persönlichkeit. Er erkennt sehr schnell, dass der Dreamlord nur ein Teil seines eigenen Unterbewusstseins sein kann, denn „there’s only one person in the universe who hates me as much as you do“. Der Selbsthass des Doctors, ausgelöst durch seine Entscheidungen im Time War, wurde in der Serie schon häufig thematisiert, jedoch nie so einfühlsam wie hier. Das kulminiert schließlich in dem Augenblick, als Rory vor Amys Augen stirbt und er auf ihre Bitte, ihn zu retten, erklärt, dass er dazu nicht die Macht habe. „Then what is the point of you?“ fragt sie ihn daraufhin, und man möchte vermuten, dass er sich diese Frage wohl auch schon selbst gestellt hat. Was ist der Sinn hinter seiner Existenz? Welches Ziel verfolgt er mit seinen Reisen? Und was sagt es über ihn aus, dass er sich junge Leute als Companions sucht? Die Antwort darauf bleibt uns die Folge schuldig, jedoch nicht ohne die Andeutung, dass die dunkle Seite des Doctors in Zukunft noch weiter erforscht werden wird.

Amy’s Notes. Die gesamte Anfangssequenz ist Comedy-Gold, angefangen bei Rory, der so eilig ins Haus will, dass er eine herabhängende Rose ins Auge kriegt, bis zum Doctor, der mit seiner TARDIS mitten im Blumenbeet landet und beim Aussteigen auch noch einen Begrenzungsstein umreißt. „There’s something that doesn’t make sense. Let’s go and poke it with a stick.“ Großartig auch, als Amy so tut, als würden ihre Wehen einsetzen, und der Doctor mal eben die Hände hinhält, um das Baby aufzufangen.


BEWERTUNG: 4 von 5 TARDISse


 

Diese Review gibt es auch auf bananasblog.de

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Redakteurin

Autorin, Texterin, Serienjunkie. Ich bin mit Science-Fiction aufgewachsen und geriet 2007 durch puren Zufall an „Doctor Who“. Es sollte aber noch bis 2011 dauern, bis ich mit Reviews begann, die dann die Grundlage für meinen Blog bildeten, wo ich bis heute diverse Genre-Serien reviewe. Daneben schreibe ich Romane und mache YouTube-Videos über Bücher, Serien und Experimentierkästen.


Jes

Autorin, Texterin, Serienjunkie. Ich bin mit Science-Fiction aufgewachsen und geriet 2007 durch puren Zufall an „Doctor Who“. Es sollte aber noch bis 2011 dauern, bis ich mit Reviews begann, die dann die Grundlage für meinen Blog bildeten, wo ich bis heute diverse Genre-Serien reviewe. Daneben schreibe ich Romane und mache YouTube-Videos über Bücher, Serien und Experimentierkästen.

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