Review – Class – 1×01 – Die Nacht der Schatten (For Tonight We Might Die)

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CLASS
„DIE NACHT DER SCHATTEN“
(„FOR TONIGHT WE MIGHT DIE“)

Erstausstrahlung DE: 4. April 2017
Erstausstrahlung UK: 22. Oktober 2016

Drehbuch: Patrick Ness
Regie: Ed Bazalgette
Produktion: Patrick Ness, Steven Moffat, Brian Minchin

Der Doctor: Peter Capaldi
Miss Quill: Katherine Kelly
Charlie: Greg Austin
Ram: Fady Elsayed
April: Sophie Hopkins
Tanya: Vivian Oparah


Die Schüler der Coal Hill Academy bereiten sich auf den Herbstball vor, als ihre Schule plötzlich von Monstern angegriffen wird. Die Außenseiter Charlie, April, Ram und Tanya werden von einem mysteriösen „Doctor“ mit einer wichtigen Aufgabe betraut: sie sollen helfen, die Schule vor den albtraumhaften Kreaturen zu schützen, die die Erde übernehmen wollen. Und diese Invasion ist nur der Anfang … (Text: One)


Wir schrieben das Jahr 2007. Zeitgleich zu Doctor Who sollte erstmals eine weitere Serie, mit Geschichten aus dem Whoniversum, über die Bildschirme flackern: Torchwood. Beworben (und seither auch so beschrieben) mit den Worten „Wie Doctor Who, nur für Erwachsene“. Nicht wenige haben sich darauf gefreut, eine reife Umsetzung des Stoffes zu erhalten, wo man Dinge behandelt, die für ein Familienprogramm nicht geeignet wären. Doch schnell stellte sich die Ernüchterung ein… Das Team um Russell T Davies verstand unter „Unterhaltung für Erwachsene“ leider nur, dass man halt Blut, Sex und Gewalt zeigt, aber nicht, wie man sich mit solchen Themen auf reife Art und Weise auseinander setzt. Von „Kinder der Erde“, der dritten Staffel von Torchwood, mal abgesehen, blieb das damalige Spin-Off genau das, was man befürchtet hatte. Eine Aneinanderreihung von Klischees, die in keinster Weise das Prädikat „Für Erwachsene“ rechtfertigten. Warum ich das Erzähle, bzw, noch einmal aufwärme? Nun wir springen nun ins Jahr 2016. Wieder ist ein Spin-Off für Doctor Who angekündigt und dieses mal scheint es so, als bekämen wir tatsächlich das, was uns Torchwood seinerzeit versprochen hatte: eine reife Auseinandersetzung mit Themen, die tatsächlich nicht ins Familienprogramm passen. Und das, obwohl „Class“ ganz klar als Young-Adult Serie beworben und konzipiert wurde.

p04c0cr0Auf dem Papier erscheinen die auftretenden Charaktere auf dem ersten Blick durchaus blass und klischeebeladen. Wir haben den schwarzen Comic-Relief, die Sport-Ass ethnische Minderheit, das weiße Geek-Mädchen, den schwulen Schönling und die taffe starke Frauen-Figur… aber das ist auch nur der erste Blick. Vor der Kamera zeigt sich nun, dass all diese Charaktereigenschaften zwar zutreffen, aber alle einen besonderen Kniff haben und hinter den Charakteren mehr steckt, als nur die eindimensionale Blaupause, wie sie beispielsweise die damaligen Figuren aus Torchwood auszeichneten. Bereits in den ersten beiden Folgen der Serie, erfährt man deutlich mehr über die Hintergründe der Charaktere, als man es vermuten könnte.

Die Schüler der Coal Hill Academy müssen ihren Alltag mit den Problemen verknüpfen, die mit – oder durch – den Doctor auf sie hereinbrechen. Relativ schonungslos wird gezeigt, wie Menschen sterben und getötet werden, wie Ram sein Bein verliert, oder dieser mit dem Blut seiner Freundin bespritzt wird, als diese getötet wird. Der Gore-Effekt ist hoch in dieser Serie und bleibt trotzdem auf einem nachvollziehbaren Level. Man könnte fast sagen „So würde es tatsächlich sein, wenn Aliens uns angreifen“.

p04c0hfbMan kommt allerdings nicht umhin anzumerken, dass Peter Capaldis Gastauftritt – wenn dieser auch wirklich gut gemacht ist und mit dem bekannten „Ninth Doctor Theme“ untermalt wurde, welches bereits in „In Teufels Küche“ („Hell Bent“) wieder Verwendung fand – eher wie drangeklatscht wirkt. Es ist ja bekannt, dass Class ursprünglich als eigenständige Serie erdacht wurde, die nichts mit Doctor Who zu tun hat – und das merkt man an dieser Stelle deutlich. Für meinen Geschmack, hätte es absolut wunderbar ausgereicht, wenn man die TARDIS beim Rückblick, als Miss Quill und Charlie von ihren Planeten fliehen mussten, zeigt und es dabei belässt. Der Auftritt des Doctors selbst am Ende, der natürlich auch noch den Tag rettet, wirkt wie aus dem Hut gezaubert und nimmt dem ganzen leider etwas die Eigenständigkeit, die der Serie bis dahin so gut getan hat.

Die Bösewichte der Folge (bzw der Serie, da wir diese bestimmt nicht zum letzten mal gesehen haben) haben ein tolles Design bekommen und überzeugen in dankbar guter Animation. Das Konzept der gefährlichen Schatten lässt einen mehr als einmal an alte Glanzzeiten von Steven Moffat denken – und das nicht nur durch „Count the Shadows“ aus River Songs allererstem Auftritt in Doctor Who – nein, es passt einfach zu dem, womit Altmeister Moffat, vor einiger Zeit, immer gerne gespielt hat. Ängste. Wie groß nun dieser Einfluss auf Serienschöpfer und Schreiberling Patrick Ness war, bleibt Spekulation, aber zumindest fällt es ins Auge.

p04c0g0mDie Ausgangslage, mit der der Doctor die versammelte Mannschaft um Miss Quill zurücklässt (Mit den Worten „Ich kann mich ja nicht um alles kümmern“), ist durchaus interessant. Wir haben das offen gelegte Schicksal der beiden auf der Erde gestrandeten Aliens – Miss Quill und Charlie. Wir werden sehen wie Ram mit seinem neuen prosthetischen Bein klar kommen muss und ob dieser jemals wieder Sport machen kann. Insgesamt wie die Schüler mit der Situation klar kommen, die Welt, bzw, die Schule vor weiteren Angriffen aus den Rissen in Zeit und Raum zu beschützen und dabei noch Familie, Schule und Liebe unter einen Hut bekommen.

Class startet nicht perfekt, aber sehr gut. Ein Auftakt, der Spaß und Lust nach mehr macht. Eine gute Einführung der Charaktere, ein dunkler Ton, eine gute Mischung zwischen Science Fiction und Alltag und – und das ist für ein Spin-Off durchaus wichtig – ein Wiedererkennungswert der Mutterserie, ohne diese zu kopieren.


BEWERTUNG: 3,5 von 5 TARDISse

35


 

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