Review – 2×01 – Neue Erde (New Earth)

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http://whoview.de/2016/10/06/review-2x01-neue-erde-new-earth/
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DOCTOR WHO
„NEUE ERDE“
(„NEW EARTH“)

Erstausstrahlung DE: 8. Juni 2008
Erstausstrahlung UK: 15. April 2006

Drehbuch: Russell T Davies
Regie:James Hawes
Produktion: Russell T Davies, Julie Gardner, Phil Collinson

Der Doctor: David Tennant
Rose Tyler: Billie Piper


Die ferne Zukunft, die Menschheit hat sich eine neue Heimat gesucht und entwickelt sich weiter. Die ganze Menschheit? Nein, ein Stück Haut namens Cassandra leistet tapfer Widerstand. Oh, und Zombies! Ich warne recht freundlich vor Spoilern.

s2_01_wal_19Der Doctor und Rose reisen ins Jahr 5.000.000.023 und besuchen die neue Erde. Das Ziel ist nicht gänzlich ohne Hintergedanken gewählt, tatsächlich hat der Doctor eine Einladung erhalten und findet im Krankenhaus das Face of Boe, das im Sterben liegt. Derweil geht Rose verloren und trifft auf Lady Cassandra, die sich eine Apparatur beschafft hat, die es ihr erlaubt, ihren Geist in den Körper von Rose zu transferieren. Da sie außerdem glaubt, dass die Nonnen, die das Krankenhaus leiten, irgendetwas verbergen, schließt sie sich dem nichtsahnenden Doctor an, um herauszufinden, was es ist.

Nun, das war es also, das erste richtige Abenteuer des neuen Doctors. Ich muss sagen, ich bin erstaunlich unbeeindruckt. Es ist zweifellos eine schöne Note, dass man quasi ein Gegenstück zu „The End of the World“ schaffen wollte. Und das eben nicht nur im thematischen Sinne (Explosion der Erde vs. Neuerschaffung), sondern bis hin zu Cassandra, die nichts von ihrer Bösartigkeit eingebüßt hat. Das Problem ist, dass der Zombie-Plot irgendwie nicht so richtig funktioniert, weil zu viel Zeit in die Slapstik des Körpertauschs investiert wird. Klassischer Fall von: tolle Idee, mangelhafte Ausführung.

s2_01_wal_09Dass wir Cassandra wiedersehen würden, war jedenfalls nicht vorhersehbar, nachdem sie beim letzten Mal explodiert war. Doch wie sie so verhuscht erklärt, es war noch etwas Haut von ihrer Rückseite da. Trotzdem war sie vielleicht nicht die allerbeste Wahl für die Eröffnungsfolge, wenn der neue Doctor, mit dem wir ja gerade erst warm werden, direkt von einer Frau besessen ist und dementsprechend überzogen agiert. Wahrscheinlich wäre das um einiges witziger und pointierter gewesen, wenn wir zunächst Zeit gehabt hätten, die wahre Natur des Doctors zu erleben. Das ist übrigens auch das Problem mit dem Kuss, so niedlich die Szene auch ist.

Um aber zurück zu Cassandra zu kommen, ich bin mir nicht ganz sicher, ob die Aussage, so wie sie am Ende im Raum steht, wirklich beabsichtigt war. Ziemlich zu Beginn sagt sie zu Rose, bei dieser Party sei ihr zum letzten Mal gesagt worden, dass sie schön sei. Später bringt der Doctor sie (im Körper ihres s2_01_wal_15geklonten Dieners) zu eben dieser Party, damit sie diesen einen glücklichen Moment noch einmal erleben kann. Und dann sagt sie quasi zu sich selbst, wie wunderschön sie doch sei. Zwei Dinge sind hier bemerkenswert. Zum einen ist es Narzissmus pur, dass sie das zu sich selbst sagt, und ich vermute, das ist eher ein erzählerischer Unfall und war so gar nicht gemeint. Und zum anderen ist interessant, dass vielleicht gerade diese Aussage überhaupt erst zu diesem Wahn geführt hat, dass sie immer noch schöner und schöner werden muss, bis nur noch dieses Stück Haut da war.

Alles in allem aber wirkt die Folge überladen und viele Ideen nur angerissen. Da wird erst diese Spannung mit dem Face of Boe und seiner wichtigen Nachricht erzeugt, und dann sagt er nur, sorry, beim nächsten Mal, cheerio! Man hätte bestimmt auch eine andere Möglichkeit finden können, um den Doctor dorthin zu locken. Die Experimente der Katzenschwestern sind eine brisante Thematik, die hier nicht die nötige Schwere erhält. Zumindest hätte man das Pro und Contra etwas differenzierter herausarbeiten können statt von vornherein zu sagen, das ist böse und falsch. Zumal das Ende mit der Desinfektion durch einen Zaubertrank, die per Handschlag weitergegeben wird, fürchterlich weichgespült ist.

s2_01_wal_22New Notes. Rose küsst Mickey zum Abschied, was ist denn da passiert? Die Desinfektion im Lift ist zwar total albern, aber auch furchtbar witzig. Der Doctor so ganz cool, während Rose wie eine Irre kreischt. Oh, ich hab so gestöhnt, als das mit dem „Lonely God“ kam, diese Art von Epik passt so gar nicht zu „Doctor Who“, wie es zu diesem Zeitpunkt ist. Und dann das hier: „I’m the Doctor. And if you don’t like it, if you want to take it to a higher authority, there isn’t one. It stops with me.“ Die Zellen mit den Zombies, da ließ doch „Matrix“ recht freundlich grüßen.


BEWERTUNG: 3 von 5 TARDISse

3


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Diese Review gibt es auch auf bananasblog.de

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